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Schulentwicklung in Frankfurt : 10 .000 Schüler mehr in zehn Jahren

Platzmangel: Fast überall in der Stadt gibt es zu wenig Schulplätze für die steigende Zahl von Kindern – gleich ob in der Grundschule oder in der Oberstufe. Bild: Maximilian von Lachner

In Frankfurt kann die Schulentwicklung mit der steigenden Schülerzahl kaum Schritt halten. Das Bildungsdezernat hat nun den Bedarf bis zum Jahr 2029 analysiert. Es sieht düster aus. Vor allem Plätze an Gesamtschulen und Gymnasien fehlen.

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          In Frankfurt fehlen in großen Teilen des Stadtgebiets weiterführende Schulen, um die seit vielen Jahren wachsende Zahl an Schülern unterzubringen. Das geht aus dem neuen Schulentwicklungsplan hervor, in dem der Bedarf bis 2029 untersucht worden ist. Demnach fehlen vor allem Plätze an Gesamtschulen und Gymnasien. Mehrere Schulen müssen neu errichtet werden, darunter drei Gesamtschulen, eine gymnasiale Mittelstufe und eine gymnasiale Oberstufe.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie Jetta Lüdecke, Büroleiterin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), erläutert, schildere der Schulentwicklungsplan zwar den Bedarf, es handele sich aber nicht um einen konkreten Bauplan. In einem „hochkomplexen Verfahren“ sei mit wissenschaftlicher Unterstützung der Bedarf für zehn Jahre analysiert worden. Die Ergebnisse seien für das Dezernat ein immenser Handlungsauftrag: „Wir müssen den Schulbau beschleunigen und Projekte zügig und systematisch auf die Straße bringen.“ Vor einigen Wochen wurde daher im Dezernat eine Stabsstelle Schulbau gegründet. „Die Schulbauoffensive ist das zentrale Vorhaben der Stadträtin in dieser Wahlperiode“, sagt Lüdecke.

          In Frankfurt gibt es derzeit 147 allgemeinbildende Schulen in Trägerschaft der Stadt, etwa die Hälfte davon sind Grundschulen. Innerhalb von zehn Jahren ist die Schülerzahl um rund 10.000 auf 58.783 im Schuljahr 2019/2020 angestiegen. Um ein auskömmliches Schulangebot sicherzustellen, sollen Grundschulen und weiterführende Schulen hinzukommen. Dies sei nötig, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Prognosen zufolge soll die Schülerzahl bis 2040 um rund 21.000 Kinder steigen.

          Schulbezirke müssen angepasst werden

          Allerdings sind nicht alle weiterführenden Schulformen gleichermaßen gefragt. Haupt- und Realschulzweige sind am unbeliebtesten, während Gesamtschulen und Gymnasien hoch im Kurs stehen. Dass nicht alle Schüler den Bildungsweg dort auch beenden, erschwert die Planung: Dann müssen in höheren Jahrgangsstufen Haupt- und Realschulzweige erweitert werden, wenn Schüler den Schulzweig wechseln. Die Entwicklung zu einem inklusiven Schulsystem und der Ausbau der Ganztagsplätze stellen die Stadt vor zusätzliche Herausforderungen. Auch geflüchtete und zugewanderte Kinder, die zunächst in Intensivklassen unterrichtet werden und später in Regelklassen integriert werden, erschweren die Planungen.

          Das Stadtgebiet ist in sechs Bildungsregionen unterteilt. In keiner davon sei bis 2030 mit einem Rückgang der Schülerzahl zu rechnen. Die Situation ist aber nicht überall angespannt: Während in einigen Regionen die Kapazität ausreicht, fehlen in anderen Schulplätze ganz oder sind nicht dort verortet, wo sie gebraucht werden. Der Schulentwicklungsplan empfiehlt unterschiedliche Maßnahmen: Grundschulbezirke sollen bei Bedarf angepasst werden. Wo dies nicht möglich ist, soll die Zügigkeit angepasst werden, oder neue Schulen müssen errichtet werden.

          Der Plan enthält ein Fülle an Maßnahmen, die auf die einzelnen Regionen zugeschnitten sind. Die Region Nord, zu der auch das Neubaugebiet Riedberg gehört, ist besonders stark unterversorgt mit weiterführenden Schulen. Deshalb sollen zwei Schulen aus den Regionen Mitte-Nord (nämlich das Gymnasium Nord) und Mitte (die Johanna-Tesch-Gesamtschule) dorthin umziehen.

          Kapazitätsengpässe in der ganzen Stadt

          In der Bildungsregion Mitte-Nord, zu der unter anderem Dornbusch, Eschersheim und Ginnheim gehören, muss die Klassenstärke in allen Grundschulen von 21 auf 25 Kinder angehoben werden. Auch dort fehlen weiterführende Schulen. Alle Gymnasien sind bereits voll oder sogar überbelegt. Die Errichtung einer vierzügigen integrierten Gesamtschule soll für Entlastung sorgen. Auch für die Region Mitte ist eine solche Schule geplant.

          In der Bildungsregion Ost mangelt es zwar nicht an Grundschulplätzen. Allerdings ist die Kapazität an den weiterführenden Schulen zu gering. Es fehlt – über das in den Günthersburghöfen geplante Gymnasium Ost hinaus – eine gymnasiale Mittelstufenschule. In der Bildungsregion Süd fehlt ebenfalls rechnerisch eine weiterführende Schule. Im westlichen Stadtgebiet schließlich soll die Edith-Stein-Schule zu einer kooperativen Gesamtschule umgewandelt und um einen Gymnasialzweig erweitert werden.

          Auch in der Sekundarstufe II ist die Lage im gesamten Stadtgebiet sehr angespannt. Aktuell gibt es maximal 8025 Schulplätze. Bewahrheitet sich die Bevölkerungsprognose, steigt die Schülerzahl bis 2030 auf 9500. Die Kapazität muss also auch hier erweitert werden.

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