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Frankfurt : Zwei Museen, drei Wohntürme

Viel Glas: So soll der neue „Deutsche Bank Campus“ aussehen. Bild: Simulation Tishman Speyer / KSP

Es hat schon bessere Hochhaus-Jahrgänge gegeben. Aber auch dieses Jahr drehen sich in Frankfurt die Baukräne, wie ein Ausblick zeigt.

          Die Projektentwickler in Frankfurt blicken optimistisch ins neue Jahr. Zwar klagen Wohnungsbauer über hohe Grundstückspreise, und die Bauherren von Bürohäusern suchen oft lange nach Mietern. Aber auch 2015 nehmen wieder viele neue Gebäude Gestalt an. Darunter sind außer kleineren und mittelgroßen Bauvorhaben auch vier Hochhäuser: Am nördlichen Mainufer wird mit dem Bau des Büroturms Winx begonnen, im Europaviertel wächst vom Jahresende an der mit 160 Metern höchste Wohnturm Deutschlands, und am Sommerhoffpark nahe dem Westhafen werden zwei kleinere Wohntürme realisiert.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Hinzu kommen herausragende öffentliche Gebäude, etwa der Erweiterungsbau des Jüdischen Museums und das Romantikmuseum. Der Projektentwickler Max Baum rechnet damit, dass sich besonders das Ostend rund um den Neubau der Europäischen Zentralbank und die Mainzer Landstraße in der Innenstadt zwischen Taunusanlage und Platz der Republik verändern. „Dort ist viel in Bewegung.“

          Hotels, Büro- und Geschäftshäuser

          Nahe ihren gläsernen Doppeltürmen an der Taunusanlage baut die Deutsche Bank einen neuen Standort für ihren Handelssaal und ihre Vermögensverwaltung. „Für die Kollegen bedeutet das, dass sie noch enger zusammenarbeiten können“, sagt ein Sprecher. In einem internen Namenswettbewerb haben die Mitarbeiter den Komplex zum „Deutsche Bank Campus“ gekürt. Der Neubau an der Ecke von Mainzer Landstraße und Weserstraße wird von Tishman Speyer bis Ende 2016 errichtet und von den Bankern 2017 bezogen. In einem sanierten Gebäude, das zu dem Komplex gehört, können die Banker schon im ersten Quartal dieses Jahres arbeiten.

          In der Nachbarschaft wächst das Bürohochhaus der Credit Suisse, Taunusanlage 8, weiter. Es soll im Frühjahr 2016 fertig sein. Nicht weit entfernt hat Groß & Partner mit dem Bau des Bürohauses Vista, Mainzer Landstraße 36, begonnen. Es soll Ende 2016 fertig sein. Es ist nicht die einzige Baustelle des Unternehmens: An der Neuen Mainzer Straße ist sein Büro- und Geschäftshaus Maro schon im Bau, mit der Fertigstellung wird für das erste Quartal 2016 gerechnet. Auf einem der letzten freien Grundstücke im Europaviertel baut der Projektentwickler gemeinsam mit Lang & Cie. ein Bürogebäude für die Kassenärztliche Vereinigung Hessen bis Ende 2016. Der Entwickler Heinz-Günter Lang will in der zweiten Jahreshälfte auf dem ehemaligen Raab-Karcher-Areal an der Hanauer Landstraße im Ostend mit einem Bürohaus und einem Hotel beginnen. In der Bürostadt Niederrad baut sein Unternehmen zwei neue Bürohäuser.

          So sollen das Hochhaus Winx auf dem Maintor-Areal einmal aussehen.

          An der Berliner Straße wird der ehemalige Bundesrechungshof zu den Kornmarktarkaden weiterentwickelt, einem Gebäudeensemble mit Büros, Wohnungen und einem Hotel. Die Helaba-Tochter OFB hat Ende 2014 den Bauantrag eingereicht und will im ersten Quartal mit dem Abbruch jener Teile beginnen, die nicht erhalten werden. Der Neubau und die Sanierung des denkmalgeschützten Traktes beginnen danach.

          Zu den größeren Büroprojekten dieses Jahres gehört auch das Maintor-Areal, auf dem die DIC ein gemischt genutztes Gebäudeensemble realisiert. In diesem Jahr werden dort die Bagger rollen, um die Grube für das Bürohochhaus Winx zu graben. Schon fast fertig sind die Türme Porta und Panorama. Dort ziehen die Mieter im ersten Quartal beziehungsweise Ende 2015 ein. Auch Wohngebäude auf dem Areal werden in diesem Jahr fertig.

          Weiter im Bau ist das Luxushotel an der Alten Oper, das Bauunternehmen BAM gibt als Fertigstellung Ende 2015 an. Wann das Hotel an der Rennbahn vollendet sein wird, kann ein Sprecher des Bauherrn Huarong nicht sagen. Innenausbau, Dachdeckung und Fassadengestaltung schritten aber voran.

          Wohnhäuser

          Der Wohnungsbau macht den größten Anteil am Baugeschehen aus, allein die städtische ABG baut 2015 rund 1000 Wohnungen, etwa in Niederrad und an der Stelle des „Kartoffelministeriums“ im Nordend. In der Altstadt hat der Bau der ersten Häuser begonnen, das Stadthaus wird im Sommer eröffnet. In den Gründerzeitvierteln, im Europaviertel und auf dem Riedberg gibt es viele Baustellen, unter anderen beginnt Max Baum im Ostend mit den Schwedlergärten und 400 Wohnungen.

          Wahrscheinlich Ende des Jahres beginnt der Bau des Tower 2 neben dem Einkaufszentrum Skyline Plaza im Europaviertel. Der Berliner Bauherr GSP hat kurz vor Weihnachten den Bauantrag für das mit 401 Wohnungen größte Wohnhochhaus der Republik eingereicht. Nach Erteilung der Baugenehmigung will er bald beginnen. Auch für zwei kleinere Wohntürme am Sommerhoffpark gibt es grünes Licht. Nach Angaben des OFB-Niederlassungsleiters Stephan Bender ist ein Konflikt mit der Mainova wegen des nahen Heizkraftwerks beigelegt, eine Bauvoranfrage sei positiv beschieden: „Wir werden in diesem Jahr loslegen.“ Der Rohbau des Henninger Turms ist schon im zehnten Obergeschoss angelangt und soll Anfang 2016 seine volle Höhe erreichen.

          Museen, Hochschulen, Schulen

          Für das Jüdische Museum hat das Warten ein Ende: Im August wird die Baugrube für den ersehnten Erweiterungsbau erstellt. Der Altbau schließt im Sommer und wird nach Sanierung und Erweiterung in der zweiten Hälfte 2017 wieder öffnen. Im dritten Quartal des Jahres will die ABG mit dem Bau der Goethehöfe beginnen. Zu dem Komplex neben dem Goethehaus gehört außer Wohnungen das Romantikmuseum.

          Die Goethe-Universität nimmt zum Sommersemester ihr neues Seminarhaus in Betrieb und beginnt Ende 2015 oder Anfang 2016 mit dem Studierendenhaus. Auf dem Campus Westend entsteht in diesem Jahr auch das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung. Die Frankfurt School of Finance and Management errichtet nach dem Abbruch der Oberfinanzdirektion im Nordend ihren Neubau. Auch viele Schulen werden 2015 umgebaut, erweitert oder, wie die Elisabethenschule im Nordend, saniert.

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