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Tradition und Bürokratie : Was die Grüne Soße zum Original macht

  • -Aktualisiert am

Gehört zu Frankfurt einfach dazu: Grüne Soße Bild: dpa

Die Grüne Soße soll weltbekannt werden. Dafür will Frankfurt mit einem Weltrekord sorgen. Doch ist am Traditionsgericht auch wirklich alles original?

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          An den Kräutern soll es nicht liegen. Viele halten es zwar für einen gewagten Versuch, am Grüne-Soße-Tag die stolze Zahl von 231.775 Menschen dazu zu bringen, die Mischung aus Kräutern und Schmand zu essen. Dass aber für diesen Weltrekord-Anlauf, der das Frankfurter Traditionsgericht endgültig zu Weltruhm führen soll, nicht genug an Petersilie, Sauerampfer oder Pimpinelle verfügbar sein könnte, darum sorgt sich niemand. Ob allerdings auf allen Tellern wirklich die echte Frankfurter „Grie Soß‘“ landet, ist nicht ganz sicher. Denn obwohl Hessen für die traditionelle Spezialität schon 2016 das EU-Siegel der „geschützten geographischen Angabe“ (g.g.A.) erstritten hat, nehmen es Produzenten und Kunden bis heute nicht ganz so genau.

          Nach amtlicher Definition handelt es sich nämlich nur dann um die echte „Frankfurter Grüne Soße g.g.A.“, wenn die Kräutermischung erstens in einem Paket aus „blickdichtem und innen wasserabweisendem Spezialpapier“ gerollt daherkommt und wenn sie zweitens aus Petersilie, Borretsch, Sauerampfer, Kerbel, Schnittlauch, Pimpinelle und Kresse besteht, die zudem auf Feldern in Frankfurt oder den unmittelbaren Nachbarstädten gewachsen sind. Ernte, Aufbereitung und Verpackung des Frankfurter Grüns ist nur in Handarbeit erlaubt.

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