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Gegen Wohnungsnot in Frankfurt : Ein hilfreiches Angebot

Begehrter Wohnraum: Wer kann sich Frankfurt noch leisten? Bild: dpa

Frankfurt platzt aus allen Nähten und der Frage nach bezahlbarem Wohnraum wird immer akuter. Hessens Wirtschaftsminister will mit einer Bauinitiative den Druck mindern. Doch was bringt das Vorhaben?

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          „Ich habe mal alle zusammengebracht.“ Mit diesen Worten hat der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) sein Treffen mit Bürgermeistern, Vertretern von kommunalen Spitzenverbänden und Regionalplanern zusammengefasst, denen er seine Wohnungsbauinitiative namens „Großer Frankfurter Bogen“ vorgestellt hat. Das klang betont beiläufig. Al-Wazir weiß schließlich ganz genau um die Befindlichkeiten in den Kommunen. Wenn ein Minister Städte und Gemeinden dazu bringen will, mehr Baugebiete auszuweisen, dann begibt er sich auf ein Kerngebiet kommunaler Selbstverwaltung.

          Und so hat Al-Wazir die Bürgermeister jener 54 Kommunen, die im Gebiet des „Großen Frankfurter Bogens“ liegen, mit einer Mischung aus höflichem Drängen und finanzieller Hilfsbereitschaft umworben. Er wies auf die gemeinsame Verantwortung hin, genügend Wohnraum zu schaffen für diejenigen, die es in die Wachstumsregion Rhein-Main zieht.

          Rhein-Main-Region in die Pflicht genommen

          Dass etwas geschehen muss, ist klar. Ein Ende des Zuzugs ist nicht zu erwarten. Prognosen des Landes zufolge wird der Trend bis 2035 und, wenn auch in abgeschwächter Form, sogar bis 2050 anhalten. Al-Wazir will den Neubürgern aber nicht irgendwo im Rhein-Main-Gebiet Wohnungen anbieten, sondern an Orten, von denen aus sie in weniger als 30 Minuten Fahrzeit mit der S- oder Regionalbahn den Frankfurter Hauptbahnhof erreichen können. Dass Al-Wazir die Schienenanbindung zum Kriterium macht, ist ein planerisches Novum. Aus kommunaler Sicht war es bisher Trumpf, über einen Autobahnanschluss zu verfügen.

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          Al-Wazirs Ansatz reduziert zugleich den Druck auf Frankfurt und nimmt die gesamte Rhein-Main-Region in die Pflicht. Die Botschaft lautet, dass künftig nicht nur die Mainmetropole und einige andere bauwillige Städte wie Offenbach und Hanau den Zuzug allein bewältigen können.

          Man darf gespannt sein, wie die Kommunen reagieren, die nicht zum Kreis der Auserwählten gehören und deshalb keine Sonderförderungen erhalten. Für die 54, die dabei sind, können die Angebote des Landes nur hilfreich sein, wie Horst Burghardt (Die Grünen), Bürgermeister von Friedrichsdorf, und Monika Böttcher, parteilose Bürgermeisterin von Maintal, hervorhoben. Vor allem Burghardt machte aber deutlich, dass der Wille zum Bauen oft durch die Verwaltung vereitelt werde. „Nicht der Bürger, sondern der Bürokrat ist das Problem“, sagte er und zeigte damit Al-Wazir auf, dass es noch mehr zu tun gibt, als Fördertöpfe zu öffnen. Auch wenn dies ein guter Anfang ist.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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