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Zukunftstrend : In Frankfurt bald Busse ohne Fahrer

Kompakt: ein autonomer Kleinbus, wie er am Mainufer eingesetzt werden soll Bild: Helmut Fricke

Der Frankfurter Nahverkehr rüstet sich für die Zukunft: Zwei neue Kleinbusse sollen am Mainufer entlangfahren, zwei im ländlichen Raum unterwegs sein – und das ohne Fahrer.

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          Für Autos verboten, für Busse erlaubt: Diese Regel wird bald am nördlichen Frankfurter Mainufer zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke gelten. Besagter Abschnitt wird vom 1. August an ein Jahr lang probeweise für den motorisierten Verkehr gesperrt. Auch für den Busverkehr – mit Ausnahme von zwei autonom fahrenden Kleinbussen, die von Herbst an auf der Mainuferstraße getestet werden sollen.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Pilotprojekt tragen der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sowie die beiden Frankfurter Verkehrsgesellschaften VGF und Traffiq. Noch stehen für den Versuch keine Fahrzeuge zur Verfügung. Doch hat die RMV-Tochter Fahma jetzt vom RMV-Aufsichtsrat die Erlaubnis bekommen, vier autonome Kleinbusse zu kaufen und zu testen. Zwei sollen am Frankfurter Mainufer zum Einsatz kommen, zwei im ländlichen Raum ausprobiert werden.

          Pilotprojekt

          Erste Erfahrungen mit einem Bus ohne Fahrer hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt vor einem Jahr gesammelt. Auf dem Gelände der University of Applied Sciences wurde ein Kleinbus mit der Bezeichnung „Cube“, den eine Fachgruppe der Hochschule gemeinsam mit der VGF und dem Automobilzulieferer Continental entwickelt hat, drei Tage lang erprobt. Die komplexe Technik des autonomen Busses mit Kamera-, Laser- und Radarsensoren funktionierte damals auf dem Campus ohne Komplikationen.

          RMV-Chef Knut Ringat ist überzeugt davon, dass autonomes Fahren ein Zukunftstrend ist und vollkommen neue Möglichkeiten bieten wird, mobil unterwegs zu sein. Das Pilotprojekt sei für den RMV enorm wichtig, um frühzeitig Erfahrungen mit der Technik sammeln und einschätzen zu können, wie sich autonome Busse in den öffentlichen Nahverkehr integrieren lassen.

          Roboterbusse

          Über den Einsatz von Roboterbussen oder Robotertaxis wird weltweit nachgedacht. Sie sollen dabei helfen, Staus, Unfälle, Luftverschmutzung und Parkplatznot in den Städten zu reduzieren. Auch der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum könnte von autonomen Kleinbussen und Robotertaxis profitieren, weil durch sie womöglich Kosten gesenkt werden könnten. Das Beratungsunternehmen Roland Berger hat vor einiger Zeit die Möglichkeiten der neuen Technik in einer Studie untersucht und vorausgesagt, dass bis zum Jahr 2030 etwa ein Viertel der Transportleistungen auf fahrerlose Fahrzeuge entfallen werde.

          Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) wies darauf hin, dass der Einsatz von autonomen Bussen am Mainufer wissenschaftlich begleitet werde. Er erhofft sich fundierte Antworten auf Fragen, die neue Mobilitätskonzepte aufwürfen. Die technische Infrastruktur und das Personal für den Frankfurter Modellversuch stellt die VGF zur Verfügung.

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