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Frankfurts Baustellen : Staus quer durch die Innenstadt

  • -Aktualisiert am

Nadelöhr: Auch am Untermainkai stehen Autofahrer immer wieder im Stau. Bild: Lukas Kreibig

Autofahrer und Radler sind genervt von den vielen Baustellen in der Stadt. Die Stadt will jetzt ein besseres Baustellenmanagement einführen - und verbindet dafür Ämter und Institutionen.

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          Der Donnerstagabend stellt besonders hohe Anforderungen an das Nervenkostüm der Autofahrer. Spätestens von 17 Uhr an wird es nämlich eng in Frankfurts Innenstadt und auf den Ausfallstraßen. Weil viele Büromenschen am Freitag „Homeoffice“ betreiben oder gar nicht mehr arbeiten, konzentriert sich vieles auf den Donnerstag. Am Abend strömen sie dann alle nach Hause in die Schlafstädte und -dörfer. Häufig entstehen dabei Staus, vor allem, wenn noch Baustellen den Verkehrsfluss behindern.

          Solche Baustellen gibt es viele. Denn die Konjunktur brummt, überall werden Büros und Wohnhäuser errichtet. Dazu nutzt die öffentliche Hand die günstige Finanzlage, um den Sanierungsstau an Straßen und Schienen abzuarbeiten. Und so mancher Rad- oder Autofahrer fragt sich, ob denn niemand in der Verwaltung darauf achtet, dass nicht zu viele Baustellen gleichzeitig betrieben werden.

          Verbunden durch die „Kommunalregie“

          Doch, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), und legt als Antwort ein neues Konzept zur Baustellenkoordinierung vor. Vielmehr: Er ließ es am Dienstag im Verkehrsausschuss von Michaela Kraft, der Leiterin des Straßenbauamts, und von der beim Straßenverkehrsamt für die Baustellenkoordinierung zuständigen Kerstin Bangert vorlegen. „Kommunalregie“ heißt das neue Computer-Koordinationsprogramm, bei dem das Straßenbauamt die Steuerung übernimmt.

          Alle Frankfurter Ämter und Institutionen, die in irgendeiner Weise daran beteiligt sein könnten, wenn in der Stadt Straßenbau betrieben wird, sind mit „Kommunalregie“ verbunden: die Abteilungen Straßenbegehungen sowie Trassen- und Aufbruchgenehmigung des Straßenbauamts natürlich sowie das Straßenverkehrsamt mit seinen Abteilungen Baustellenkoordination und Verkehrsrechtliche Anordnungen. Aber auch das Ordnungsamt, die Stadtentwässerung, das Amt für Informations- und Kommunikationstechnik, die Netzdienste Rhein-Main und bald auch die Mainova, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt, die Branddirektion und das Grünflächenamt.

          Geplantes Jahresbauprogramm

          Sie alle haben sich auf gemeinsame Ziele geeinigt. Eines davon lautet: zeitliche und räumliche Synergien nutzen. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei einer Straßensanierung möglichst gleichzeitig auch notwendige Arbeiten an den Abwässerkanälen oder an den Strom- und Gasleitungen erledigt werden, damit das Pflaster nicht zwei- oder dreimal aufgerissen werden muss. Auf diese Weise sollen weitere Ziele erreicht werden, nämlich wirtschaftliches Bauen und eine Minimierung von Verkehrs-Beeinträchtigungen. Außerdem soll durch „Kommunalregie“ gewährleistet werden, dass die Bearbeitungszeiten der Projekte möglichst kurz gehalten werden.

          Künftig sollen über das neue Konzept die Genehmigungsverfahren mit dem Veranstaltungskalender der Stadt abgeglichen werden, zudem soll es ein Jahresbauprogramm geben, das bei der Baustellenkoordination berücksichtigt wird. Gedacht ist sogar an eine Mehrjahresplanung mit allen beteiligten Stellen auf Führungsebene, wobei auch Hochbauprojekte oder Vorhaben der Bahn mitberücksichtigt werden sollen

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