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Frankfurt : Wenn Laub gefährlich wird

  • Aktualisiert am

Kraftvoll: Ein FES-Mitarbeiter bläst in Frankfurt Laub von einem Fußweg. Bild: Lena Grimm

Kaum fallen im Herbst die Blätter von den Bäumen, werden sie eingesammelt und entsorgt. Doch das hat weniger mit Ordnungsliebe zu tun - es geschieht der Sicherheit wegen.

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          Das Schönste am Herbst ist, wenn die gelb-, rot- und braungefärbten Blätter zu Boden gesegelt sind und in der Dämmerung leuchten, als wollten sie die Menschen noch ein Stück in die dunkle Jahreszeit begleiten. Wenn man dann noch durch das Laub geht und es raschelt, erhält der ungeliebte Wetterumschwung plötzlich eine versöhnliche Gemütlichkeit.

          Doch lange bleiben die Blätter nicht liegen. Schon bald sind die Wege so kahl wie die Baumkronen. Nichts leuchtet, nichts raschelt mehr. Und das hat wenig mit der Ordentlichkeit zu tun, die den Deutschen - berechtigt oder nicht - nachgesagt wird. Auch geht es nicht um Ästhetik, die Auffassung also, die Stadt sehe ohne das heruntergefallene Herbstlaub schöner aus. Warum bleiben die bunten Herbstboten dann nicht liegen, bis sie matschig und unansehnlich sind?

          Zeil bis zehnmal pro Woche gekehrt

          Vor allem gehe es um die Sicherheit auf den Wegen und Straßen, sagt Michael Werner von der Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft (FES). Solange das Laub trocken sei, sei ja noch alles gut und schön. Aber sobald es geregnet habe, würden die Blätter rutschig und gefährlich für Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer - selbst Autos hätten einen längeren Bremsweg auf nassem Laub. Deswegen gehört Laubkehren für die 380 Mitarbeiter der FES zum Alltagsgeschäft. Ein „Beikehrer“ fegt mit Reisigbesen oder Elektrolaubbläser die herumliegenden Blätter zusammen, die Kleinkehrmaschine nimmt sie auf. Bis zu 20 Kilometer legen Straßenkehrer pro Tag zurück. Frequentierte Straßen wie die Zeil werden bis zu zehnmal in der Woche gekehrt. Dadurch kommt die FES auf mehr als 30 Millionen gekehrte Quadratmeter pro Woche in Frankfurt.

          Übers Jahr kommen rund 3000 Tonnen Laub auf diese Weise zusammen, das in den Betriebshöfen mit einer Siebtrommel vom Straßenabfall getrennt wird. Das gute Laub wird in Rotte-Anlagen kompostiert, zu stark verunreinigtes Laub landet in der Müllverbrennungsanlage.

          Unter dem Laub schimmelt es

          Gegen die Verkehrssicherheit kommt ein Liebhaber von Herbstspaziergängen natürlich nicht an. Doch warum wird das Laub auch in den Parks und Grünanlagen erst auf einen Haufen gepustet und dann entsorgt? Könnte es denn nicht wenigstens auf den Rasenflächen liegen bleiben?

          Das Laub muss weg, wenn man den Rasen erhalten möchte. Und das möchte man in Parks nun einmal. „Blätter verrotten langsam, deswegen werden auch nur kleine Mengen in Kompostanlagen aufbereitet“, sagt Bernd Roser vom Grünflächenamt. Eine dicke Laubschicht lasse zu wenig Licht und Luft an den Rasen, so dass sich schnell Schimmel bilde. Auch bei Stauden werde deswegen das Laub entfernt, bei reinen Strauch- oder Laubflächen lasse man es dagegen liegen als Dünger und für Kleintiere.

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