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Frankfurter Original : Der Mythos vom Nackten Jörg

An der frischen Luft: Der Nackte Jörg im Oktober 2001 beim Spaziergang am Mainufer. Aber ist er es wirklich? Wenn jemand berühmt ist, dann finden sich auch Nachahmer. Bild: Torsten Silz

Wer von ihm spricht, der tut das meist mit einem Lächeln. Dabei weiß kaum jemand, wer der stadtbekannte Nackedei war und was aus ihm geworden ist. Über eine urbane Legende.

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          Auf dem Höhepunkt seiner Bekanntheit wurde der Nackte Jörg sogar in Reiseführern über Frankfurt erwähnt. Quasi in einem Atemzug mit Dom, Römer und Goethe-Haus. Der „Lonely Planet“, der die Mainmetropole ansonsten recht klischeehaft als „Verkörperung des westlichen Kapitalismus“ beschrieb, berichtete, es gebe in Sachsenhausen einen Mann, der völlig unbekleidet mit Walkman durch die Gegend laufe. Bis heute findet er auch in der Online-Enzyklopädie Wikipedia Erwähnung. „Ein zeitgenössisches Sachsenhäuser Original ist der nackte Jörg, ein Nudist.“ Der Mann trage, abgesehen von leichtem Schuhwerk, niemals Kleidung. „Seine Identität und seine Beweggründe sind Gegenstand zahlreicher Legenden.“

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Bekannt wurde der „Nackte Jörg vom Sachsenhäuser Berg“ Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre. Mit nichts als Badeschlappen bekleidet, spazierte er an der Darmstädter oder Mörfelder Landstraße entlang und brachte dabei, wie Zeitzeugen berichten, ein ums andere Mal den Autoverkehr ins Stocken. Nun war es auch damals – Oswalt Kolle, der „Bravo“ und „Tutti Frutti“ sei dank – nicht so, als ob die Welt noch keine nackte Haut gesehen hätte. Aber an diesem Nudisten war etwas Besonderes.

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