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Frankfurt : Verzögerungen rund um Romantikmuseum

Ort der Kultur: Besucher vor dem Goethehaus. Bild: Fricke, Helmut

Der Architekturwettbewerb für das Romantikmuseum kann noch nicht beginnen, weil der Bescheid des Bundes fehlt. Und auch Geld fehlt: das Goethehaus benötigt noch 2,2 Millionen Euro an Spenden.

          Der Architekturwettbewerb für das ehemalige Börsenvereinsareal in der Frankfurter Innenstadt kann noch nicht beginnen. Die Fläche neben dem Goethehaus am Großen Hirschgraben soll von der städtischen AGB-Holding für die Stadt und das Freie Deutsche Hochstift entwickelt werden, das auf einem Teil des Grundstücks das Romantikmuseum errichten will. Die Stadt Frankfurt hatte sich im Frühjahr aus der Finanzierung des Museumsbaus zurückgezogen. Das Land Hessen und die Bundesregierung sind als weitere Träger des Hochstifts aber auch danach bei ihrer Zusage geblieben, den Bau mit jeweils vier Millionen Euro zu unterstützen.

          Florian  Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Angaben von Hochstiftsdirektorin Anne Bohnenkamp-Renken will der Bund seine Mittel erst dann zur Verfügung stellen, wenn klar ist, dass das Hochstift die insgesamt acht Millionen Euro gesammelt hat, die es seit dem Ausstieg der Stadt durch Spenden aufbringen muss. Wie zu hören ist, hat der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann (CDU), Bohnenkamp und der ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) bei einem Gespräch in Berlin zugesichert, der Architekturwettbewerb für die Neubebauung des Areals könne aber auch schon vor der endgültigen Zuteilung der Bundesmittel ausgelobt werden. Einen entsprechenden schriftlichen Bescheid hat der Bund nach Angaben von AGB-Chef Frank Junker zugesagt, er ist in Frankfurt aber noch nicht eingegangen. Die Auslobung des Wettbewerbs, auf die Junker, Bohnenkamp und die Stadt drängen, ist daher bis auf weiteres nicht möglich. Dabei sind die Vorbereitungen fast abgeschlossen. Die Jury ist besetzt, die Liste der Architekturbüros, die gebeten werden, sich am Wettbewerb zu beteiligen, ist fast komplett.

          In den Ferien keine großen Spenden

          Die von der Stadt gesetzten Rahmenbedingungen sehen vor, dass das Museum eine Adresse am Großen Hirschgraben erhält. Dort könnte der ebenfalls zugesagte neue Eingang liegen, der den umständlichen Zugang zum Goethehaus vereinfachen soll. Der Rest der auf 3000 Quadratmeter angesetzten Fläche des Museums kann auf andere Teile des Grundstücks verteilt werden. Der Magistrat hatte im Juni beschlossen, dass auf dem Land neben dem Goethehaus, das nach einem Grundstückstausch mit der ABG in den Besitz der Stadt übergeht, ein Platz für das Museum vorzuhalten sei. Architekten können auch Entwürfe vorlegen, in denen der Museumsbau mit dem Erhalt des Cantate-Saals im rückwärtigen Teil des Grundstücks kombiniert wird.

          Dem Goethehaus fehlen zur Finanzierung der von ihm verlangten 8 Millionen Euro noch 2,2 Millionen Euro. Bohnenkamp will sie bis Ende des Jahres gesammelt haben. Wenn die Mitte März von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), seiner Vorgängerin Roth und dem Frankfurter Ehrenbürger Friedrich von Metzler ausgerufene Spendenaktion weitergeht wie bisher, könnte sie dieses Ziel erreichen. Rund 3,2 Millionen Euro hatte das Hochstift schon vor dem Rückzug der Stadt für den Eigenbeitrag eingeworben, den es in jedem Fall hätte leisten müssen. In den seit Beginn der Aktion vergangenen viereinhalb Monaten sind weitere 2,6 Millionen Euro an Spenden und Zusagen hinzugekommen. Zu ihnen zählen 500.000 Euro von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und 500.000 Euro vom Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main, die grundsätzlich bewilligt sind, im September aber noch endgültig beschlossen werden müssen. Im Ferienmonat Juli habe es auf dem Spendenkonto keine größeren Bewegungen gegeben, sagt Kristina Faber, im Goethehaus zuständig für die Koordination der Kampagne: „Aber jeden Tag gehen Spenden ein.“ Auch Oberbürgermeister Feldmann hilft dem Vernehmen nach dabei, Sponsoren zu finden.

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