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Mord im Frankfurter Niddapark : Der Gefallene

Prozess: Der Angeklagte an einem Verhandlungstag im Gerichtssaal. Bild: Helmut Fricke

Jan M. war eine Größe im Frankfurter Nachtleben. Seit Monaten steht er wegen Mordvorwurfs vor Gericht. Die Beweise sind erdrückend, er leugnet. Nun wird das Urteil verkündet.

          6 Min.

          Es ist der letzte Prozesstag vor dem Urteil. Jan M. sitzt wie immer zwischen seinen Verteidigern. Er trägt seinen grauen Dreiteiler, und anstelle seines meist emotionslosen Gesichtsausdrucks ist an diesem Tag ein Anflug von Hoffnung erkennbar. M. weiß, gleich werden seine Anwälte ihr Plädoyer halten, und sie werden den Freispruch fordern. In den vergangenen Tagen hat er noch mehr als sonst in diesem Prozess gemerkt, dass es eng für ihn wird. Drei Stunden lang hatte neulich die Staatsanwaltschaft plädiert. Die Anklagevertreterinnen hatten ihn regelrecht auseinandergenommen, als Geschäftsmann wie als Person, und am Ende lebenslange Haft für ihn gefordert. Sie ließen nicht den kleinsten Zweifel daran, dass er es gewesen sei, der seine Freundin Irina A. eines Nachts im Frankfurter Niddapark umgebracht habe. „Die Frage ist“, sagte eine Staatsanwältin, „wie aus einem Betrüger, der der Angeklagte zweifellos ist, ein Mörder werden konnte.“

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Als alles vorbei war, hatte M. die Backen aufgepustet, kurz die Augen geschlossen und tief durchgeatmet.

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