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Frankfurt boomt : Unter Touristen beliebt wie nie

Besuchermagnet am Main: Viele Frankfurt-Touristen kommen aus dem europäischen Ausland und Asien. Bild: Helmut Fricke

Die Stadt Frankfurt verzeichnet 2018 erstmals mehr als zehn Millionen Übernachtungen sowie einen Rekord bei der Anzahl der Besucher. Oberbürgermeister Feldmann lobt die sichere, gemütliche und attraktive Stadt.

          Über dieses Ziel haben die für den Tourismus Verantwortlichen in Frankfurt in den vergangenen Jahren viel gesprochen. Gestern haben Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und der Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congressgesellschaft, Thomas Feda, verkündet, es sei erreicht: In der Mainmetropole sind 2018 zum ersten Mal mehr als zehn Millionen Übernachtungen registriert worden.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hätte man ihm das bei seinem Amtsantritt vor sechs Jahren gesagt, hätte er das wahrscheinlich nicht geglaubt, sagte Feldmann und stellte den vom Statistischen Landesamt erhobenen Wert von exakt 10.149.671 Übernachtungen (ein Plus von 605.303 oder 6,3 Prozent) in einen Zusammenhang mit einer in Teilen stark gesunkenen Kriminalitätsrate in der Stadt. „Das korrespondiert“, sagte der Oberbürgermeister. Frankfurt sei „sicher, gemütlich und attraktiv“. Dieses positive Image habe die Stadt außerhalb ihrer Grenzen schon länger. Übernachtungszahlen in zweistelliger Millionenhöhe höben Frankfurt nun in eine Liga mit Metropolen wie Lissabon, Budapest und Mailand. Das sei ebenso erfreulich wie für manche Alteingesessenen noch gewöhnungsbedürftig. „Das ist nicht etwas, das Frankfurter Eltern morgens ihren Kindern sagen: dass sie in einer der attraktivsten Städte der Welt sind“, sagte Feldmann.

          Neunter Übernachtungsrekord in Folge

          Der Übernachtungsrekord 2018 ist der neunte in Folge. Einer Auswertung der Statistiken des Landesamts durch die Tourismus- und Congressgesellschaft zufolge hat die Zahl der Übernachtungen, auf eine Dekade gesehen, um 87 Prozent zugenommen.

          Gegenüber dem Vorjahr erhöht hat sich 2018 auch die Zahl derer, die in Frankfurt übernachtet haben, um 303. 017 oder 5,9 Prozent auf 5,9 Millionen. Die Stadt profitiere in besonderem Maß von einem anhaltenden Trend zu Städtereisen innerhalb Deutschlands, sagten Feldmann und Feda. So habe mit Besuchern aus dem Inland ein Zuwachs um 6,2 Prozent erreicht werden können: 3,4 Millionen Gäste, die 5,6 Millionen Nächte in Frankfurt verbrachten, kamen aus Deutschland. 4,5 Millionen der etwas mehr als zehn Millionen Übernachtungen haben Reisende aus dem Ausland gebucht (plus acht Prozent und 5,6 Prozent mehr Gäste).

          Eine Besonderheit der Besucherstruktur in Frankfurt ist nach den Worten Fedas deren Vielfältigkeit. Eine Beschränkung des Marketings auf wenige Länder sei deshalb kaum möglich. In jüngerer Vergangenheit besonders stark entwickelt habe sich der europäische Markt mit knapp 2,1 Millionen Übernachtungen. Aus Großbritannien beispielsweise seien im vergangenen Jahr so viele Reisende nach Frankfurt gekommen wie nie zuvor, die Zahl der Übernachtungen britischer Touristen habe um 10,5 Prozent auf 332.867 zugenommen. Ebenfalls für starkes Wachstum hätten Spanier (212.951 Übernachtungen, plus 21,1 Prozent), Italiener (203.993, plus 18,4 Prozent) und Franzosen (154.096, plus 21,1 Prozent) gestanden.

          Dynamischer Hotelmarkt

          „Der europäische Markt ist insgesamt gefestigt“, sagte Feda. Weiteres Wachstum erwarte er in den nächsten Jahren aus Südosteuropa. Dass zunehmend günstige Flugverbindungen aus Ländern und in Länder wie Bulgarien und Rumänien angeboten würden, trage dazu bei. Als einen der außerhalb Europas interessantesten und zukunftsträchtigsten Markt bezeichnete Feda Indien, die Reisetätigkeit von dort nach Frankfurt entspreche jener von China vor einem Jahrzehnt.

          Ebenfalls beliebt: Die Frankfurter Apfelweinkultur wie hier in Bornheim.

          Traditionell werden mit den Besucherzahlen auch die Entwicklungen im Frankfurter Hotelgewerbe vorgestellt. Auch hier ist ein Anstieg zu verzeichnen: Im vergangenen Jahr gab es in der Stadt 298 Beherbergungsbetriebe (plus 18) und 56.092 Betten (plus 8,3 Prozent). Die Bettenauslastung lag bei 49,6 Prozent. Die Verweildauer stieg leicht auf 1,71 Tage.

          „Der Hotelmarkt ist ausgesprochen dynamisch“, sagte Feldmann. Er hob hervor, dass zwölf der 18 neu eröffneten Hotels Häuser in Kategorien unterhalb des Luxus- und First-Class-Segments seien. In Frankfurt zu übernachten sei inzwischen in nahezu jeder Preisklasse möglich. Positiv sei auch, dass sich Bettenkapazität und Übernachtungsaufkommen seit 1991 nahezu deckungsgleich entwickelt hätten mit einem nur geringen Übergewicht bei der Zahl von Zimmern und Betten. Dieser Umstand, sagte Feldmann, beuge Frustrationen vor, bei Bauherren wie bei Gästen, und begünstige die Bereitschaft zu weiteren Investitionen.

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