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Frankfurt Universe : Football, Schulden, Emotionen

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Auf sie mit Gebrüll: In der vergangenen Saison hat Football mit Frankfurt Universe nicht nur manche Gegner erschreckt. Bild: Imago

An diesem Freitag entscheiden die Gläubiger von Frankfurt Universe über den Insolvenzplan. Dabei geht es auch um die Zukunft des FSV Frankfurt.

          Auf der Homepage des American-Football-Bundesligaklubs Frankfurt Universe ist ein waagrechtes Balkendiagramm abgebildet, das fast zur Hälfte gefüllt ist. „Loading season 2019“ steht darunter. Doch die bevorstehende Spielzeit in der German Football League (GFL) ist keineswegs ein Selbstläufer – auch wenn auf der Internetseite von Universe schon der Spielplan veröffentlicht ist. Auf diesem ist abzulesen, dass die Saison für die Frankfurter am Wochenende 4./5. Mai mit einem Heimspiel gegen die Allgäu Comets aus Kempten starten würde.

          Auf der Tatsache, dass Universe bereits einen Spielplan veröffentlicht hat, basiert auch die Hoffnung von Michael Görner, dem Präsidenten des FSV Frankfurt, der gleichzeitig auch Betreiber des Stadions am Bornheimer Hang ist: dass dieses auch künftig als Spielstätte von Universe genutzt werden kann. „Für die Saison 2019 haben wir einen existierenden Mietvertrag mit Universe“, sagte Görner dieser Zeitung. „Die neuen Verantwortlichen der GmbH haben bestätigt, dass sie diesen Vertrag erfüllen werden. Aufgrund der geführten Gespräche haben wir im Moment keinen Zweifel, dass Universe bei uns spielen wird.“ In Bezug auf die Stadionmiete haben sich die Betreibergesellschaft und Universe inzwischen offenbar geeinigt. „Wir haben eine Lösung gefunden, mit der beide Parteien leben können“, sagt Alexander Landsiedel, der neue Vorsitzende von Universe. Görner hob hervor, dass die Mietkonditionen für Universe „schon reduziert“ worden seien gegenüber dem, „was Universe schon im Jahr 2017 hätte bezahlen sollen. Der Vertrag ist abgeschlossen. Es gibt für uns keine Möglichkeit, weiter zu reduzieren“, sagte der Bornheimer Vereinspräsident und fügte hinzu: „Wir haben uns flexibel gezeigt im Hinblick auf die Wünsche von Universe, was die Spieltagsdurchführung und die Organisation angeht.“

          Bisher veröffentlichte Spielpläne nur vorläufig

          Bevor in Frankfurt aber tatsächlich wieder GFL-Football gespielt werden kann, gibt es noch viele Fragen zu beantworten. Landsiedel ist zwar hoffnungsvoll, dass der Meisterschaftszweite des vergangenen Jahres auch in der bevorstehenden Spielzeit an den Start gehen kann, gibt aber zu bedenken: „Unter allen Spielplänen, die bislang veröffentlicht worden sind, steht, dass sie nur vorläufig sind.“ Im Fall von Universe steht dies in fetten Lettern über den Terminen: „Vorläufiger Spielplan (Die Aufnahme eines Vereins in den Spielplan erfolgt unabhängig von der Lizenzierung. Falls ein Verein keine Spiellizenz erhält, wird der Verein aus dem Spielplan wieder gestrichen.)“

          Um eine solche Lizenz für die GFL kämpft Universe derzeit. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Gläubigerversammlung, die an diesem Freitag vor dem Amtsgericht Offenbach darüber entscheiden soll, ob das Insolvenzverfahren gegen den Footballklub abgeschlossen werden kann. Im vergangenen Frühjahr hatte Universe Insolvenz anmelden müssen. Anfang Juli wurde das Verfahren eröffnet. 500 Gläubiger mussten berücksichtigt werden, die Schuldenlast türmte sich auf 1,5 Millionen Euro. „Viel wird nicht zu holen sein, um Geld wird es den Gläubigern wohl kaum gehen“, sagt Landsiedel. Auch der neue Universe-Vorsitzende weiß, dass bei etlichen Gläubigern Emotionen eine große Rolle spielen werden und sie deshalb den von Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister vorgelegten Plan ablehnen könnten. „Genau darin besteht die Gefahr“, sagt Rittmeister. Nur aus rein wirtschaftlichen Gründen werde wohl keiner seinen Insolvenzplan zurückweisen. Denn die Summen, die von Universe zu holen seien, lägen im unteren einstelligen Prozentbereich.

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