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Pandemie in Hessen : Frankfurt und Offenbach nähern sich der dritten Corona-Warnstufe

Wieder in Sorge wegen steigender Neuinfektionen: Felix Schwenke, Rathauschef von Offenbach Bild: dpa

In Hessen setzt sich die nur vereinzelt unterbrochene Serie dreistelliger Neuinfektionen fort. Frankfurt und Offenbach verzeichnen weiter steigende Fallzahlen und nähern sich der dritten Warnstufe.

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          Nach der regelmäßig auftretenden „Montags-Delle“ mit nur zweistelligen Corona-Neuinfektionen weist das Robert-Koch-Institut für Hessen wieder dreistellige bestätigte neue Covid-19-Fälle aus. Wie auf der Internetseite des Bundesinstituts nachzulesen ist, haben die hessischen Gesundheitsämter über Nacht 144 Fälle gemeldet, nach 37 zum Montag. Mithin setzt sich die Serie dreistelliger Neuinfektionen fort.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der Folge klettert auch wieder der Inzidenzwert. Das kurz RKI genannte Institut weist für Hessen einen Wert von 16,2 aus. Vor wenigen Tagen lag Hessen noch deutlich darunter. Noch sieht die Inzidenz, die die binnen Wochenfrist bestätigten neuen Fälle unter 100.000 Einwohnern spiegelt, nicht besorgniserregend aus. Der kritische Wert auf kommunaler Ebene beträgt 50. Wird er übertroffen, können die Behörden gewährte Lockerungen wieder deutlich beschneiden. Aber auch zuvor sind stufenweise Schritte zur Eindämmung der Pandemie vorgesehen (siehe Grafik).

          Die höchste Inzidenz weist weiter der Kreis Groß-Gerau auf (35). Offenbach kommt auf 31,8 nach 31,4 und Frankfurt auf 30 nach 26,4 am Vortag. Beide nähern sich mithin der dritten Warnstufe. Sie bedingt erweiterte Schritte über erhöhte Aufmerksamkeit hinaus. Zudem muss die jeweilige Kommune in den Planungsstab des Landes aufgenommen werden. Der Stadt Offenbach bereitet die Nachverfolgung von Infektionsketten Sorgen; in vielen Fällen bleiben letztere unklar.

          In Darmstadt steigt die Inzidenz ebenfalls weiter. Sie liegt nun bei 23,9 nach 21,3. Das bedeutet, dass erhöhte Aufmerksamkeit angezeigt ist. Gleiches gilt für den Landkreis Offenbach. Einstellige Werte wiesen zuletzt weniger als die Hälfte der 21 hessischen Landkreise auf. Alle Großstädte außer Kassel kommen auf eine zweistellige Inzidenz. Zum Vergleich: Im Juni hatten zeitweise mehr als zehn Kreise keine Neuinfektionen binnen sieben Tagen verzeichnet.

          Wie das RKI weiter meldet, ist ein weiteres Todesopfer zu beklagen. 551 Verstorbene im Zusammenhang mit Corona gibt es seit März offiziell. Das Bundesinstitut geht andererseits von nunmehr 16.700 Genesenen aus. Statistisch kommen jetzt 30,3 Genesene auf einen Todesfall. Das ist ein neuer Bestwert seit Anschwellen der Pandemie. Alles in allem stehen für Hessen 18.788 Infektionen seit März zu Buche. Abzüglich der Toten und Genesenen verbleiben 1540 aktive Fälle. Zuletzt lagen 258 Covid-Kranke in Kliniken. 45 von ihnen mussten beatmet werden.

          Marburger Wartestand

          Derweil warten Forscher der Universität Marburg und Hamburger Kollegen nach wie vor auf die Erlaubnis aus dem Paul-Ehrlich-Institut, ihren Corona-Impfstoffkandidaten an Menschen testen zu dürfen. Dies sagte eine Sprecherin der Uni Marburg zuletzt der F.A.Z. Am Dienstag vor einer Woche hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beim Arzneimittelhersteller Sanofi eine Anlage zur Abfüllung eines Corona-Impfstoffs symbolisch in Betrieb genommen. Sanofi arbeitet aber noch an dem Vakzin. Wann es auf den Markt kommt, steht dahin.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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          Wie das RKI der F.A.Z. weiter mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

          Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

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