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Corona-Pandemie in Hessen : Lage in Frankfurt und Offenbach spitzt sich weiter zu

Plakativ: Mahnung an Menschen in der Stadt Offenbach, die weiter mit sehr vielen Corona-Neuinfektionen zu kämpfen hat Bild: dpa

Die von den hessischen Gesundheitsämtern zum Montag gemeldeten Corona-Neuinfektionen halten sich in Grenzen gemessen an den Zahlen der Vortage. In Frankfurt und Offenbach verschärft sich aber das Infektionsgeschehen.

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          Die Woche in Hessen beginnt mit einem merklichen statistischen Abschwung bei den Corona-Neuinfektionen. Nach 882 zum Samstag und 407 zum Sonntag haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 336 neue bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet. Allerdings sind vergleichsweise geringe Zahlen an Montagen nicht ungewöhnlich. Der Grund: „Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen“, heißt es bei dem Bundesinstitut in Berlin. Dieses Phänomen kommt erfahrungsgemäß besonders am Wochenbeginn immer wieder zum Tragen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ungeachtet des relativ überschaubaren Anstiegs auf Landesebene verschärft sich das Infektionsgeschehen vor allem in Frankfurt und Offenbach weiter. Das folgt aus der jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenz, das sind die neuen Corona-Fälle binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern. Frankfurt hat am Wochenende die Marke 100 überschritten, was in Offenbach schon zuvor der Fall war. Das RKI weist nun auf seiner Internetseite für Frankfurt den Wert 118 aus und für die Nachbarstadt 119,7. Das sind neue unerfreuliche Spitzenwerte für beide Kommunen. Am 1. Oktober stand für Frankfurt noch 25,3 und für Offenbach 31,4 zu Buche.

          Schon zuvor lagen unter anderem diese Städte auf der höchsten Warnstufe im Eskalationskonzept des Landes (siehe Grafik). Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Frankfurt neue Vorgaben formuliert. Zahlreiche andere Landkreise sowie die Großstädte haben den kritischen Inzidenzwert von 50 überschritten, von dem an die Behörden bestehende Lockerungen einschränken können. Das ist vielerorts auch geschehen, so gilt etwa in Frankfurt und Offenbach, aber auch in Gießen mit deutlich geringerer Inzidenz eine Sperrstunde einschließlich des Verbots des Alkoholausschanks in der Öffentlichkeit, Tankstellen inbegriffen. Nur der Kreis Hersfeld-Rotenburg wies zuletzt eine Inzidenz unter 20 auf, die einen sogenannten Routinebetrieb erlaubt.

          Fast 20.000 Genesene

          Seit Beginn des Monats ist auch die Inzidenz für ganz Hessen massiv gestiegen. Betrug dieser Wert am 1. Oktober noch 16,1, so liegt er nun bei 58,4, wie das Sozialministerium berichtet.

          Wie sich aus den RKI-Daten auf der Internetseite des Instituts weiter ergibt, sind offiziell drei weitere Corona-Tote zu beklagen. Seit März sind es demnach 576 Todesfälle in Verbindung mit der Pandemie. Umgekehrt steigt die Zahl der Genesenen weiter in Zweihunderter-Schritten. Das RKI spricht von 19.900 bei 25.776 bestätigten Infektionen seit März. Das heißt: 5300 Covid-19-Fälle gelten als noch nicht ausgestanden.

          Zuletzt 661 freie Beatmungsbetten

          Die hessischen Kliniken behandeln vor diesem Hintergrund wieder mehr Corona-Patienten als noch vor Wochen. Mit Stichtag vergangenen Dienstag waren es 399, davon mussten 67 auf Intensivstationen beatmet werden, wie das Sozialministerium der F.A.Z. mitteilte. Es gibt die Zahlen wöchentlich aktualisiert weiter. Zuletzt waren 661 freie Beatmungsbetten in Hessen vorhanden.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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