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Frankfurt : Trotz Videokamera keine Bilder vom Doppelmord

Gefilmt, aber nicht aufgezeichnet: Doppelmord am Frankfurter Landgericht - unser Foto zeigt, wie eines der Opfer abtransportiert wird Bild: dpa

Der Doppelmord am Frankfurter Landgericht ist zwar per Videokamera gefilmt, aber nicht aufgezeichnet worden. Nun wird verstärkt über eine neue Form der Überwachung diskutiert.

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          Nach dem Doppelmord am Frankfurter Landgericht wird verstärkt über eine neue Form der Videoüberwachung diskutiert. Nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung war zum Zeitpunkt der Tat am Freitagmorgen zwar eine Kamera auf den Eingang des Gebäudes gerichtet. Die Schüsse des Täters wurden auch gefilmt und die Bilder in die Sicherheitszentrale übertragen. Wie aus Ermittlerkreisen zu hören war, wurde die Tat allerdings nicht aufgezeichnet, weil die Anlage, die schon vor mehreren Jahren installiert worden war, nicht über eine entsprechende Funktion verfügt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bei den Ermittlungsbehörden hat diese Erkenntnis dem Vernehmen nach großen Unmut ausgelöst. Denn auf eine Videoaufzeichnung wäre man besonders dann angewiesen gewesen, wenn der Täter nicht sofort nach der Tat gefasst worden wäre. Aber auch so können die Ermittler nun kein Videomaterial, das erfahrungsgemäß eine hohe Beweiskraft besitzt, in die Bewertung der Tat einfließen lassen. Zudem hätten die Aufzeichnungen dazu dienen können, den Tathergang zu rekonstruieren. Das Frankfurter Landgericht äußerte sich gestern auf Anfrage nicht zu der Kameraanlage und verwies darauf, dass die Behörde derzeit die Sicherheitsvorkehrungen generell überprüfe.

          Wie berichtet, waren am Freitagmorgen zwei Männer, die Angeklagte in einem Revisionsverfahren wegen Totschlags waren, mit Schüssen und Messerstichen getötet worden. Als Täter wurde ein 47 Jahre alter Mann festgenommen, der offenbar aus Rache handelte. Die Ermittlungsbehörden sind derzeit dabei, den komplizierten Tatverlauf zu klären, der sich mit zwei Waffen, einer Pistole und einem Messer, teilweise vor, zum Teil aber auch im Gebäude des Landgerichts abgespielt hatte.

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