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Test-Streit um Innengastronomie : Frankfurt trotz Rückgangs mit höchster Inzidenz in Deutschland

Frisch: Eine Ärztin zieht eine Spritze mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson auf, wie er noch bis Sonntag bei einer Sonderaktion in Frankfurt gegeben wird Bild: Maximilian von Lachner

In Hessen tritt der zentrale Corona-Kennwert im Wochenvergleich auf der Stelle. In Frankfurt sinkt die Inzidenz, dennoch hat keine Region hierzulande eine höhere. Auch der Main-Taunus rückt ins Blickfeld.

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          So kann es gehen: Über Nacht sinkt der zentrale Corona-Kennwert in Frankfurt um fast einen Prozentpunkt. Dennoch rückt die Mainmetropole in der Indenz-Rangliste des Robert Koch-Instituts (RKI) an die erste Stelle. Im Wochenvergleich weist Frankfurt mehr binnen Wochenfrist verzeichnete Fälle unter 100.000 Einwohnern auf. In Hessen stagniert dieser Wert dagegen und pendelt seit Tagen um die Marke acht. Einen ähnlichen Wert weist das RKI derzeit nur für Hamburg auf. Am besten stehen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit eins da, Rheinland-Pfalz kommt nach 14 neuen Fällen auf gut sieben. Eine Mainzer Studie hat derweil ergeben: Viele Menschen haben keine Ahnung von ihrer durchlebten Corona-Infektion.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Neben Frankfurt rückt auch das Infektionsgeschehen im Main-Taunus-Kreis ins Blickfeld. In der RKI-Rangliste klettert diese Region auf den dritten Platz, während die Stadt Offenbach nach einem Rutsch der Inzidenz um sieben Punkte absteigt. Im Main-Taunus-Kreis liegt der Kennwert nach einem Anstieg über Nacht auch über dem Niveau von vergangenen Donnerstag. Die Inzidenz steigt auch andernorts: Mittlerweile weisen wieder sechs Großstädte und Kreise zweistellige Kennziffern auf, doppelt so viele wie vor einer Woche. Erfreulich: Der R-Wert sinkt hierzulande und beträgt laut Institut 0,83 – eine infizierte Person steckt statistisch gesehen weniger als einen Menschen mit dem Coronavirus an.

          In Frankfurt läuft die Sonder-Impfaktion mit dem Produkt von Johnson & Johnson weiter, das nur eine Injektion erfordert. Offenbar hat die Terminnachfrage am Mittwoch noch stark angezogen. Denn nachdem im Tagesverlauf noch viele Termine frei gewesen waren, ist das am Donnerstagmorgen ausweislich der Internetseite zur Anmeldung nicht mehr der Fall.

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          Streit um Tests für Kneipenbesuch

          Die Corona-Testpflicht für die Innengastronomie sollte nach Ansicht der FDP-Fraktion im hessischen Landtag unverzüglich aufgehoben werden. Hessen sei umgeben von Bundesländern, in denen sich Menschen frei in Innen- und Außengastronomie aufhalten könnten, sagte die Abgeordnete Wiebke Knell laut am Donnerstag in Wiesbaden. Betriebe berichteten regelmäßig, dass die Testpflicht viele Gäste abschrecke. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) verteidigt die Corona-Regeln. Er sei davon überzeugt, dass sich niemand wegen der Testpflicht von einem Urlaub in Hessen abhalten lasse. Al-Wazir mahnte, die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie nicht mit vorzeitigen Lockerungen zu gefährden. In der übernächsten Woche werde sich die Landesregierung wieder mit der Frage beschäftigen, wie es mit den Corona-Verordnungen weitergehe.

          Das RKI meldet 112 über Nacht verzeichnete weitere positive PCR-Tests nach 124 vor einer Woche und 291 vor einem Monat. Seit Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres haben sich offiziell 291.440 Menschen in Hessen mit einer Variante des Coronavirus angesteckt. Zuletzt überwog noch die zunächst in Großbritannien aufgetretene Alpha-Variante, aber die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante kommt stark auf. Rund 110 Infektionen gelten als noch aktiv, also als nicht ausgestanden. Das sind 100 weniger als am Vortag.

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