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Großteil der Stadionmiete : Stadt stundet FSV Frankfurt sechsstellige Summe

  • -Aktualisiert am

Das Stadion am Bornheimer Hang: Der FSV Frankfurt nutzt das Stadion und schuldet der Stadt einen Großteil der Miete Bild: Wolfgang Eilmes

Der FSV Frankfurt ist nicht nur in der Dritten Liga in Not. Der Großteil der Stadionmiete des Vereins für den Bornheimer Hang steht aus. Sportdezernent Frank meint: „Das ist vertretbar.“

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          Der sportlich in die Krise geratene Fußball-Drittligist FSV Frankfurt ist offenbar auch finanziell in einer schwierigen Lage: Nach Informationen dieser Zeitung stundet ihm die Stadt schon seit Saisonbeginn einen Teil der Miete im Stadion am Bornheimer Hang. Aus mehreren Quellen wird zudem berichtet, der Fußball-GmbH des FSV werde zumindest ein Teil einer Gewerbesteuerschuld gestundet.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Sportdezernent Markus Frank (CDU) bestätigte auf Anfrage das Stunden der Stadionmiete. „Das ist ein gängiges Vorgehen, das wir schon öfter und bei anderen Vereinen angewendet haben“, sagte er. „Wir haben die Zahlungen mit Zinsen versehen und in die Zukunft verschoben.“ Details nannte Frank nicht.

          Dem Vernehmen nach hat der FSV seit dem Saisonbeginn im Spätsommer 2016 erst zwei Fünftel der fälligen Miete entrichtet, für die übrigen drei Fünftel soll es jedoch fixe Zahlungstermine geben, einer davon liegt in den nächsten Tagen. Nach Ansicht von Beobachtern dürfte es der GmbH sehr schwerfallen, diese Rate zu zahlen. Schon jetzt ist die Rede davon, dass laufende Kosten teilweise nur durch die Unterstützung Dritter gedeckt werden könnten.

          Wie viel Geld genau die Stadt der Fußball-GmbH stundet, ist unklar. Der Betrag aus der ausstehenden Miete lässt sich aber annähernd herleiten. So zahlte der FSV in der zweiten Bundesliga eine Jahresmiete von 530 000 Euro. Dieser Betrag ist ligaabhängig und dürfte nach dem Zweitliga-Abstieg im vergangenen Sommer für die dritte Liga deutlich darunter liegen – nach grober Schätzung könnten es etwa 250 000 Euro sein. Ausgehend von dieser Jahressumme ergäbe sich eine gestundete Stadionmiete von mindestens 150 000 Euro. Sportdezernent Frank sagte: „Ziel unserer Anstrengungen ist es, einem Traditionsverein zu helfen. Das ist in einer so schwierigen Lage vertretbar.“ Die Mannschaft des FSV hat zehn Spieltage vor Rundenende sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Ein Abstieg in die vierte Liga könnte es der Stadt nach Ansicht von Fachleuten auf lange Sicht unmöglich machen, das gestundete Geld einzufordern und zu erhalten.

          Nach Angaben des Sportdezernenten übernimmt der FSV nach wie vor die Betriebskosten, die in der zweiten Liga rund eine halbe Million Euro betragen haben. Frank ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Sportpark Stadion GmbH, zu deren Portfolio das zwischen 2007 und 2013 für rund 30 Millionen Euro Steuergeld quasi neugebaute Stadion gehört. Die Miete soll eigentlich dazu beitragen, den Bau zu refinanzieren. Das ist vertraglich vereinbart, der FSV verfügt über einen Betreiber-Kontrakt, der bis zum 30. Juni 2020 gültig ist. Das Stadion, dessen Namensrecht die Frankfurter Volksbank erworben hat, fasst 12 500 Zuschauer. Der Kontrakt mit dem Geldinstitut läuft zur Jahresmitte aus.

          Zu einer offenbar ebenfalls gestundeten Gewerbesteuersumme waren keine Details zu erfahren. Die Stundung gilt als „sehr wahrscheinlich“, wie es aus Insiderkreisen heißt. Das Finanzdezernat machte auf Anfrage keine Angaben dazu und verwies auf das Steuergeheimnis, das in der Abgabenordnung geregelt sei. Nach Ansicht einer Dezernatssprecherin fällt darunter auch die reine Bestätigung der Stundung an sich. FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern. Er sagte: „Das kommentiere ich nicht.“

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