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Frankfurt : Streit um Vandalismus an der Uni

Während sich einige Studierendengruppen klar vom Vandalismus an der Universität distanzieren, verurteilt der AStA dies nicht. Nach der Räumung des „Instituts vergleichender Irrelevanz“ hatten Unbekannte einen Schaden von 160.000 angerichtet.

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          In der Universität wird weiter über die Zerstörungen diskutiert, die Unbekannte in den vergangenen Tagen an Gebäuden der Hochschule im Westend und in Bockenheim angerichtet haben. Die Taten hängen offenbar mit den Protesten gegen die Räumung des „Instituts für vergleichende Irrelevanz“ zusammen. Allein durch Glasbruch ist nach Angaben des Sprechers der Universität ein Schaden von 160.000 Euro entstanden. Außerdem gebe es Schmierereien im Neubau für die Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften sowie an der Fassade des historischen Casinogebäudes.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Fachschaftsrat der Wirtschaftswissenschaften, der nach eigenen Angaben mehr als 4500 Studenten vertritt, teilte gestern mit, er distanziere sich „eindeutig“ von den Beschädigungen auf dem Westend-Campus. Man könne über die Schließungen von Cafés, Mensen und des House of Finance oder die Absage von Vorlesungen streiten, die in den vergangenen Tagen „aus Sicherheitsgründen“ veranlasst worden seien. Auch hätten die Wirtschaftswissenschaftler Verständnis für den Unmut anderer Fachbereiche zum Beispiel wegen der Raumknappheit. „Beschädigungen von Aufzügen, Graffiti an Gebäuden, eingeschlagene Fensterscheiben und Aufrufe zu weiteren Sachbeschädigungen“ seien aber „untragbar“.

          AStA: „Nachrangige Angelegenheit“

          Der AStA-Vorsitzende David Malcharczyk dagegen nannte diese Vorfälle auf Anfrage eine „nachrangige Angelegenheit“. Zwar sei es „kein produktiver Umgang mit den derzeitigen Problemen“, Scheiben einzuwerfen. Malcharczyk lehnte es aber ab, sich klar von allen Formen der Gewalt gegen Sachen zu distanzieren. Solange für Studenten auf dem Westend-Campus keine Möglichkeit bestehe, „sich zu entfalten“, werde es dort Graffiti und Ähnliches geben.

          Schlimmer als die Beschädigungen findet es Malcharczyk, dass Unbekannte auf der Facebook-Seite der Universität protestierenden Studenten mit körperlicher Gewalt bis hin zu Mord gedroht hätten. Er erwäge deshalb rechtliche Schritte. Die Einträge seien allerdings inzwischen gelöscht worden.

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