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Frankfurt : Stadt verstärkt Kontrollen gegen lagernde Osteuropäer

Rumänische Obdachlose räumen ihr Schlaflager am Mainufer. Bild: Eilmes, Wolfgang

Die Armutseinwanderung von Menschen aus Rumänien und Bulgarien hat in Frankfurt offenbar stark zugenommen. Das Ordnungsamt registriert seit Wochen einen Zuwachs von osteuropäischen Gruppen.

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          Die Armutseinwanderung von Menschen aus Rumänien und Bulgarien hat in Frankfurt offenbar stark zugenommen. Das Ordnungsamt registriert seit Wochen einen Zuwachs von osteuropäischen Gruppen, die sich in der Innenstadt am Mainufer Lagerstätten einrichten und dort übernachten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Sprecher sagte, es sei schwer zu ermitteln, wie groß die Zahl des Personenkreises ist, der sich derzeit insgesamt in der Stadt aufhalte. Dass die Gruppen einen Großteil des Ufers belagerten, sei jedoch „ein neues Phänomen“ und lasse darauf schließen, dass sich in diesem Jahr mehr Zuwanderer aus diesen Ländern in der Stadt aufhielten als jemals zuvor. Lager wie diese habe es in den vergangenen Jahren in dieser Form nicht gegeben.

          Vermüllung verhindern

          Das Ordnungsamt kontrolliert inzwischen regelmäßig am Mainufer und in anderen Grünanlagen der Stadt. Es sei prinzipiell nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Gruppen auf dem Rasen am Ufer aufhielten, heißt es beim Ordnungsamt. Allerdings werde nicht toleriert, dass sie sich dort mit allem möglichen Hausrat häuslich niederließen. Man wolle verhindern, dass sich Strukturen festigten.

          Nach Angaben des Sprechers soll mit den Kontrollen vor allem einer Vermüllung entgegengewirkt werden. Denn liegen gelassene Essensreste lockten nicht zuletzt auch Ratten an, so der Sprecher. Und auch die Notdurft im Freien zu verrichten, in einem Naherholungsgebiet und in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen, sei „nicht akzeptabel“. Eingebunden in die Kontrollen ist auch das Sozialdezernat durch den Frankfurter Verein für Soziale Heimstätten, der für die Unterbringung von Obdachlosen zuständig ist. Sie greifen insbesondere dann ein, wenn Kinder in den Lagerstätten leben. Auch das Sozialdezernat registriert eine Zunahme von Bulgaren und Rumänen. Allein die Zahl derer, die in Frankfurt gemeldet sind, hat nach Angaben des Dezernats in den vergangenen Jahren zugenommen. Waren 2007 noch 1791 Bulgaren gemeldet, so wurden im vergangenen Jahr 4327 verzeichnet. Bei den Rumänen beläuft sich der Anstieg von 2185 in 2007 auf 4765.

          Ordnungs- und Sozialdezernat vermuten eine weitere große Welle von Zuwandern von 2014 an. Dann gilt auch für Bulgaren und Rumänen die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer - wie sie auch schon für andere EU-Staaten gelten. Nach Angaben der Behörden haben bulgarische und rumänische Staatsangehörige dann einen leichteren Zugang zum deutschen Sozialsystem, sofern sie nachweisen können, dass sie für einen gewissen Zeitraum versicherungspflichtig beschäftigt waren.

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