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Frankfurt Skyliners : Pleite gegen 46ers: Nichts wie weg

Da können 5000 Fans noch so toben und helfen wollen: Wegen ihrer schwachen Defensivleistung verlieren die Frankfurt Skyliners daheim auch gegen die Gießen 46ers.

          Es war wieder einmal eines jener Spiele, das kaum jemand erklären konnte. Als Jimmy McKinney mit einem Dreipunktewurf den ersehnten Ausgleich für die Frankfurt Skyliners erzielt hatte, schienen die Voraussetzungen, die Gießen 46ers doch noch bezwingen zu können, die allerbesten zu sein. Die 5000 Fans in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Halle tobten und versuchten, die Frankfurter Basketballprofis weiter voranzutreiben. Es sah gut aus für die Skyliners. Im letzten Viertel hatten sie noch einmal die Initiative ergriffen. Und auch Kamil Novak, der Frankfurter Sportdirektor, befand: "Wir hatten die Chance." Warum die Skyliners sie nicht nutzten, blieb das Rätsel des Abends. Nur noch acht Punkte glückten ihnen bis zum Spielende. Dann standen die Mittelhessen als Sieger fest. 78:65 gewann die viel konzentrierter wirkende Mannschaft von Trainer Björn Harmsen, der seinen Spielern eine Vorstellung mit "Herz und Einsatz" attestierte.

          Herz- und kampflos hatten sich auch die Skyliners in der Partie gegen den Abstiegskandidaten aus Gießen keineswegs präsentiert. Freilich funktionierte bei den Frankfurtern am Freitagabend in der Ballsporthalle ausgerechnet jene Abteilung nicht, die in vielen Spielen zuvor den Grundstein für den Erfolg gelegt hatte: die Abwehr. Abgekämpft und ohne Biss wirkte die Defensive nicht nur am Ende der Partie. Denn vor allem das erste Viertel hatten die Profis von Trainer Muli Katzurin komplett verschlafen. Kaum etwas funktionierte - im Angriff sehr wenig, in der Abwehr noch viel weniger. "Wir haben dieses Spiel im ersten Viertel verloren, sagte Katzurin und fügte hinzu: "Unsere Abwehr war schrecklich." Und hatten die Skyliners dann einmal den Ball tatsächlich erobert, folgten Fehlpässe, die Mannschaft und Trainer vor Rätsel stellen und jeglichen Schwung aus dem Spiel nahmen. Und gleichzeitig die Gießener Schützen "Selbstbewusstsein gewinnen" ließen, wie der Frankfurter Headcoach später grollte. 14 Ballverluste häuften sich auf diese Art im ersten Viertel an - das ist mehr, als in einem kompletten Spiel gut ist.

          Schwarzer Tag für Davidson

          In der Offensive gab es hin und wieder Glanzpunkte. Neuzugang Devin Gibson zählte sicher zu ihnen. Seine 21 Punkte waren ein wichtiger Grund dafür, dass die Skyliners im letzten Viertel noch einmal ins Spiel kamen. Aber es gab auch matte Stellen in der Offensive. Einen schwarzen Tag erwischt hatte Jermareo Davidson. Dem Power Forward glückte nur wenig, sechs Punkte aus neun Wurfversuchen waren für den Amerikaner eine magere Ausbeute. Dafür beeindruckte die Statistik bei den Ballverlusten - freilich in unerwünschter Weise: Sechsmal verlor Davidson den Ball an die 46ers, schimpfte herum, beschwerte sich über Gegner, weil sie ihm im Zweikampf das Trikot aus der Hose gezogen hatten, und haderte mit sich und dem Spiel. Später erklärte Sportdirektor Kamil Novak, dass Davidsons Einsatz wegen eines Pferdekusses am Oberschenkel lange auf der Kippe gestanden habe. "Er war nicht fit", sagte Novak, "aber er wollte unbedingt spielen."

          Überzeugender trat da schon Jimmy McKinney auf. Der Flügelspieler brachte vier von sieben Distanzwürfen im Korb unter und steuerte insgesamt 16 Punkte bei. Ob er zufrieden sei mit seiner Leistung, wollte ein Radioreporter von ihm wissen. McKinney schaute ihn entsetzt an und antwortete: "Nein, ich bin überhaupt nicht zufrieden. Wir haben in der Abwehr schrecklich schlecht gespielt und Gießen hat uns die Rechnung dafür präsentiert." Dass die Frankfurter vor allem ihre Heimspiele so teuer zu stehen kommen, ist noch so eine rätselhafte Sache. Nur zwei Siege, aber acht Niederlagen lautet die Skyliners-Bilanz in eigener Halle. "Das beschäftigt natürlich auch die Spieler", sagte Novak. Und auf dem Weg nach draußen lief Novak noch Christian Dachs, der Marketingchef der Skyliners, über den Weg. Der hatte eine Empfehlung. "Am besten spielen wir nur noch auswärts."

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