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Frankfurt Skyliners : Neue Führungsrolle

Da fiel ihm das Atmen schon schwer: Dawan Robinson im Februar. Bild: Wonge Bergmann

Es war Ende des vergangenen Monats, als Dawan Robinson ernste Probleme bekam. Die Diagnose: Lungenembolie. Nach seinem Krankenaufenthalt will der Skyliners-Spielmacher nun vom Spielfeldrand aus helfen.

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          Es war Ende des vergangenen Monats, als Dawan Robinson ernste Probleme bekam. Nur 13 Minuten hatte der Amerikaner in der Partie gegen die Baskets Würzburg auf dem Feld gestanden, das ist deutlich unter dem normalen Niveau des Spielmachers der Fraport Skyliners - ebenso wie es die vier Punkte sind, die er zum 60:57-Erfolg der Frankfurter beigesteuert hatte. Doch spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste Robinson, dass etwas nicht stimmte. Geahnt hatte er es schon länger, aber nun waren die Anzeichen eindeutig. „Meine Lungen fühlten sich an wie eine offene Wunde“, erzählte der 31 Jahre alte Point Guard am Donnerstag, an dem er endlich aus dem Krankenhaus zu seinem Team zurückkehren konnte. Nach dem Spiel in Würzburg hatte Trainer Muli Katzurin die Initiative ergriffen und den Aufbauspieler zum Arzt geschickt. Die Diagnose klang beängstigend: „Im Krankenhaus wurde eine Lungenembolie mit einer gleichzeitigen Lungenentzündung festgestellt“, sagte Robinson bei seiner Rückkehr ins Trainingszentrum der Skyliners.

          Trainieren können wird der Mann aus der amerikanischen Stadt Philadelphia wohl vorerst nicht mehr. Man hört, dass das Atmen noch nicht ganz beschwerdefrei funktioniert. Aber Robinson fühlt sich gut. „Viele Leute haben wohl gedacht, dass ich im Krankenhaus an Maschinen angeschlossen bin und mit dem Tod ringe“, sagt er lächelnd, „aber das war nie so. Und es geht mir inzwischen wieder gut. Auch das Atmen wird immer besser. Eine Zeitlang war ich ja schon außer Atem, wenn ich aus der Dusche gestiegen bin“. Nun versucht der Point Guard, der in den Spielen vor seiner Erkrankung viel dazu beigetragen hatte, dass die Skyliners nicht rettungslos tief in die Abstiegszone gestürzt waren, trotz allem seiner Mannschaft im Kampf gegen den immer noch drohenden Abstieg zu helfen. „Ich werde eine andere Führungsrolle übernehmen“, sagt er. Beim Training will er mit Ratschlägen helfen, bei den Spielen von der Bank aus dafür sorgen, dass seine Teamkollegen mit Enthusiasmus an die Arbeit gehen. Gegen Trier an diesem Samstag (20 Uhr, Ballsporthalle) will er schon dabei sein. So kämpft er für die Mannschaft, die sich umgekehrt diese Einstellung mit Blick auf den erkrankten Kollegen schon in den Spielen zuvor plakativ auf die T-Shirts geschrieben hatte: „We fight for you.“ Trainer Katzurin nimmt diesen Gedanken auf und spielt ihn weiter: „Genau das ist auch die Einstellung, mit der wir gegen Trier antreten: Kampf.“ Robinson, der Trainer und das Team wissen es genau: Ein Sieg über TBB Trier könnte die Rettung bringen. Anders aber wird die Entscheidung erst am letzten Spieltag der Hauptrunde fallen: am Samstag, 27. April, ist Ludwigsburg der Gegner in Frankfurt. Es könnte ein Abstiegsendspiel werden: Die Schwaben hatten am Mittwoch überraschend Oldenburg geschlagen und können somit immer noch an den Skyliners vorbeiziehen.

          Wo kommt diese ständige Atemnot her?

          Wie es mit ihm und seiner Karriere weitergeht, kann und will Robinson nicht sagen. Sicherlich bestehen Zweifel daran, ob der Profi seinen Beruf bald wieder ausüben können wird. Es wisse noch nicht genau, ob sich seine Einstellung zum Sport geändert habe, sagt er. Es schwingt Hoffnung in den Worten des Familienvaters mit, der eine vierjährige Tochter hat. Er hat schon andere Rückschläge weggesteckt. Bevor er zu den Skyliners kam, hatte er sich bei einem Autounfall einen Trümmerbruch im Arm zugezogen. Sieben Monate hatte er nicht trainieren können, dann der Neuanfang und Frankfurt - und nun dies. „Ja, es war schrecklich“, sagt Robinson, „ Aber ich war mental viel zu sehr mit meiner Krankheit beschäftigt, als dass ich dies so empfunden hätte.“ Wieso er diese Lungenembolie überhaupt bekommen hat, haben die Ärzte noch nicht herausfinden können.

          Zuvor hatte Robinson oft gerätselt: Wo kommt diese ständige Atemnot her? „Ich dachte zuerst, dass ich irgendetwas Schädliches eingeatmet hätte, dass in meiner Wohnung Schimmel sei. Deswegen haben ich dauernd gelüftet, um Sauerstoff zu bekommen.“ Aber die Beschwerden wurden schlimmer und schlimmer. Während die Beobachter vermuteten, Robinson Schwächephase habe etwas mit der Grippewelle zu tun, die gerade durchs Land schwappte, ahnte der Amerikaner schon, dass das nicht der Grund sein konnte. „Ich war von Beginn an nicht in der Lage, auf Toplevel zu spielen“, sagt er. Das klingt erstaunlich: 25 Punkte hatte er noch Ende Februar gegen Hagen erzielt und 38 Minuten auf dem Feld geackert. Wie Robinson wohl in Topform gespielt hätte? Bei den Skyliners sind sie alle froh, dass der Spielmacher wieder da ist. „Dass Dawan wieder aus dem Krankenhaus heraus ist“, sagt Katzurin, „das ist die Hauptsache.“

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