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Frankfurt Skyliners : Leichtigkeit in schwerer Zeit

  • -Aktualisiert am

Abiturientenball: Marx Merz spielt gegen Gießen, und Robin Amaize zum ersten Mal erstklassig. Bild: Wonge Bergmann

Die Skyliners geben beim 95:57 über die Gießen 46ers dem Nachwuchs die Chance, erstklassige Erfahrung zu sammeln. Die Stammspieler schonen derweil ihre Kräfte.

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          Es war Anfang des letzten Viertels, als Cheftrainer Muli Katzurin die Jugend auf die Bühne bat. So viele junge Spieler hatten die Fraport Skyliners noch nie in einer Basketball-Bundesligapartie gleichzeitig auf dem Parkett gehabt. Johannes Voigtmann, Jan Novak und Max Merz standen in der Aufstellung, welche die letzten Minuten des Spiels gegen die Gießen 46ers bestritt. Die Gefahr war minimal, dass den Frankfurter Jungspunden die sportlichen Dinge so entgleiten würden, dass der wichtige doppelte Punktgewinn gegen die schon als Absteiger aus der ersten Liga feststehenden Gießener noch in Gefahr geraten könnte. Als der Cheftrainer sechs Minuten vor Spielende Merz zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga aufs Feld schickte, lagen die Skyliners schon 81:51 vorne. Am Ende hatten die Frankfurter gegen die ebenfalls mit vielen Nachwuchskräften spielenden Gießener den Vorsprung sogar noch ausgebaut und die Partie 95:57 gewonnen.

          Der Sieg ist überaus wichtig für die Skyliners. Es war der dreizehnte in dieser Saison und beförderte sie auf Platz 14 der Bundesliga. Damit ist der Abstand zur Abstiegszone, in der Gießen als Tabellenletzter und Ludwigsburg als Vorletzter stehen, auf vier Punkte angewachsen. Möglich gemacht hat dies auch die Niederlage, die die Ludwigsburger am Mittwoch in Hagen haben hinnehmen müssen. Doch gerettet sind die Hessen noch nicht. Drei Spiele stehen noch bevor: an diesem Samstag in Bonn, eine Woche später in der Ballsporthalle gegen Trier und wieder eine Woche danach an gleicher Stelle gegen Ludwigsburg. Gut möglich, dass dieses Spiel über den Klassenverbleib entscheiden wird.

          Hoffnung auf den Einsatz

          Der recht leicht und locker erzielte Sieg über Gießen war ein wichtiger Baustein, der dem erstklassigen Fundament ein wenig mehr Stabilität verlieh. Die Leichtigkeit war wertvoll für die Frankfurter, denn die Zeiten sind und bleiben schwer. Auch, weil es von dem an einer Lungenembolie erkrankten Spielmacher Dawan Robinson keine guten Nachrichten gibt. Der Amerikaner liegt immer noch im Krankenhaus.

          Am Ende der Partie hatte Robinson mit Merz einen jungen und talentierten Vertreter. Der 19 Jahre alte Abiturient genoss seine erstklassige Premiere sichtlich. „Ich war schon überrascht, dass mich der Trainer ins Spiel genommen hat“, sagte Merz, der das Basketballspielen beim Skyliners-Kooperationspartner MTV Kronberg erlernt hat. Ein wenig gehofft habe er natürlich auf eine Einsatzmöglichkeit, gab Merz zu. Vor zwei Monaten hatten die Frankfurter den Point Guard, der auch die verschiedenen Jugendklassen der Nationalmannschaft durchlaufen hat, mit einer Doppellizenz ausgestattet. Dass die Hessen das Ziel verfolgen, Spieler wie ihn zu fördern und an die Erstligamannschaft zu binden, ist spürbar. Doch Talente wie Merz sind begehrte Kräfte auf dem überregionalen Markt der Nachwuchsspieler. Wo er in der kommenden Saison spielen werde, konnte Merz selbst noch nicht sagen. „Es gefällt mir sehr gut in Frankfurt“, hob er eigens hervor. Doch ein kleines „Aber“ war in den Worten spürbar, ohne dass es der junge Aufbauspieler gesagt hätte.

          Wichtigen Spielern eine Pause gönnen

          Nur drei Spieler haben für die kommende Saison einen Vertrag: Voigtmann, Konstantin Klein und Marius Nolte. Der Kapitän der Frankfurter stand nach der Partie strahlend auf dem Parkett: „Die Spieler, die in den letzten Minuten auf dem Feld waren, könnten auch noch in fünf Jahren für die Skyliners spielen“, sagte Nolte und fügte augenzwinkernd hinzu: „minus Nolte vermutlich.“ Der 32 Jahre alte Center war der einzige erfahrene Spieler, der in den Schlussminuten gegen Gießen aktiv war.

          Einen wichtigen Nebenaspekt hatte der Einsatz der Jugend beim Blick in die nahe Zukunft. „Auf diese Art konnten wir unseren wichtigen Spielern eine Pause gönnen“, sagte Cheftrainer Katzurin. Gebrauchen konnte sie vor allem Spielmacher Devin Gibson, der sich immer noch mit Rückenproblemen plagt. Die Frische können die Frankfurter schon am Samstag brauchen. Da treten sie zu ihrem letzten Auswärtsspiel der Saison bei den Baskets in Bonn an (20 Uhr/live auf Sport1). Die Partie verspricht Spannung. Die Skyliners könnten dort den vielleicht entscheidenden Schritt in Richtung Klassenverbleib machen. Und für Bonn geht es darum, den achten Platz und damit das Startrecht in den Play-offs zu sichern.

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