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Frankfurt Skyliners : Ein Basketballklub im Sinkflug

Die Frankfurter Skyliners befinden sich momentan auf dem absteigenden Ast. Bild: Wonge Bergmann

Für die Frankfurt Skyliners sah es schon einmal besser aus - nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Das hat mit dem Wechsel des Sponsors zu tun.

          Der neue Hauptsponsor der Frankfurt Skyliners steht eigentlich für geglückte Starts und gute Landungen. Anfang dieser Saison hat Fraport, der Frankfurter Flughafenbetreiber, beim Basketball-Bundesligaklub die Rolle des wichtigsten Förderers übernommen. Doch nun haben ausgerechnet die Skyliners große Startprobleme. Nach zehn Spielen in der Bundesliga sind sie auf den 17. und damit vorletzten Platz der Tabelle abgerutscht. Elf Misserfolge, die drei Niederlagen im Eurocup mitgezählt, stehen zu Buche, die letzten zehn davon hintereinander. Die Kurve geht steil nach unten. Und wenn die Skyliners heute beim Spiel in Hagen nicht aufpassen, landen sie auf dem letzten Platz. Die Piste dort unten ist hart und holprig. Ein Neustart wird nicht einfach.

          Der jüngste Sieg der Frankfurter liegt lange zurück - den knappen 80:78-Erfolg feierten die Fans in der Ballsporthalle am 12. Oktober, nachdem der neue Spielmacher Justin Gray mit einem Glückswurf fast von der Mittellinie aus den Sieg für sein Team gerettet hatte. Der amerikanische Point Guard Gray spielt derzeit nicht. Eine Knieverletzung macht dem zuvor wichtigsten Punktelieferanten der Skyliners schwer zu schaffen. Anders als in zurückliegenden Spielzeiten verzichten die Hessen aber in dieser Saison auf weitere Verpflichtungen. „Das Budget für das Team ist ausgeschöpft“, sagt Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak.

          Immer im Umbruch

          Hilfe könnte vor allem von einer Stelle kommen: vom Hauptsponsor. „Wir befinden uns ständig im Gespräch“, sagt Jürgen Harrer, der Pressechef von Fraport. „Aber wir haben auch eine klare Vertragslage. Bei uns geht es auch immer um Leistung und Gegenleistung.“ Dass letztere - rein sportlich gesehen - derzeit nicht sonderlich groß ist, liegt auf der Hand. Dennoch gibt man sich beim Hauptsponsor eher gelassen: „Wir wussten, dass in der Mannschaft ein Umbruch stattfindet und diese Saison nicht leicht werden würde“, erklärt Harrer, der aber sicher ist, „dass sich das Team im Laufe dieser Saison noch fängt“.

          Dass die Skyliners wohl sparsamer haushalten müssen als im Jahr zuvor, in dem die Deutsche Bank der wichtigste Förderer war, liegt auf der Hand. Zu Zahlen sagt zwar niemand etwas; aber dass der Etat der Hessen im Bundesligavergleich weitaus höher liegt, als der Tabellenstand des Teams es signalisiert, ist ebenfalls anzunehmen. Irgendwo zwischen drei und dreieinhalb Millionen Euro sind die finanziellen Ressourcen des Klubs wohl einzuordnen. Eine Summe, die vielleicht höher hätte liegen können. Die These, dass die Skyliners davon profitiert hätten, wenn die Frankfurter Eintracht, die Fraport seit 2001 als Hauptsponsor fördert, nicht abgestiegen wäre, ist immer wieder zu hören. Diese Theorie geht davon aus, dass die Bundesligakicker in der höchsten Spielklasse einen anderen Hauptsponsor aus der freien Wirtschaft bekommen hätten, und Fraport somit mehr Mittel für den Basketball hätte aufbringen könnte. „Zu solchen Spekulationen“, erklärt Harrer, „sagen wir prinzipiell nichts“. Fest steht, dass der Flughafenbetreiber noch an zahlreichen anderen Sportschauplätzen fördernd aktiv ist. Fraport beflügelt die Fußballfrauen des 1. FFC Frankfurt als Nebensponsor und spielt diese Rolle auch beim Fußball-Zweitligaklub FSV Frankfurt sowie beim Drittligaverein Offenbacher Kickers.

          Mit der jungen und modernen Sportart Basketball schmückt sich das Unternehmen gerne. Am Terminal eins des Frankfurter Airports stehen riesige Plakatwände mit spektakulären Motiven des Klubs. Und selbst die gute alte Ballsporthalle trägt jetzt den Namen des neuen Hauptsponsors und heißt Fraport-Arena. Harrer sagt, das Engagement seines Unternehmens bei den Skyliners sei langfristig angelegt. Und dass man dies ernst meine, habe man ja schon bei der Frankfurter Eintracht in elf Jahren Partnerschaft häufig bewiesen. „Das angesteuerte Ziel der Skyliners ist in dieser Saison der Klassenerhalt“, erklärt Harrer in aller Bescheidenheit. Anfang November hatte der Fraport-Pressechef noch von seiner Hoffnung gesprochen, „dass die Mannschaft sich fängt und das Ziel Play-offs realisiert wird“. Von der Runde der besten acht Teams ist derzeit jedoch keine Rede mehr.

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