https://www.faz.net/-gzg-6y1jv

„Frankfurt schreibt!“ : Der Diktatwettbewerb zum Anhören

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z. - Andreas Brand

200 Diktatschreiber kamen in Frankfurt zusammen und beteiligten sich am Wettstreit um die wenigsten Rechtschreibfehler. Das Diktat zum Anhören und Mitschreiben gibt es hier auf FAZ.NET.

          1 Min.

          Rechtschreibung kann Spaß machen. Das hat der Wettbewerb „Frankfurt schreibt“ in den vergangenen Monaten unter Beweis gestellt. Schüler von 15 Frankfurter Gymnasien beteiligten sich an dem spielerischen Wettstreit, wer in Diktaten die wenigsten Rechtschreibfehler macht. Und auch Lehrer, Eltern und Prominente stellten sich der Herausforderung. Nach wochenlanger Vorbereitung und schulinternen Vorausscheidungen trafen am Dienstagabend die 200 besten Diktatschreiber in der Aula der Musterschule aufeinander.

          Das Diktat aus dem Finale ist hier als Audio-Datei abrufbar – zum Anhören, Mitschreiben und Feststellen, wie sicher man selbst in Fragen der Orthographie und Interpunktion ist. HR-Moderatorin Constanze Angermann spricht den Text in einer schnellen und einer langsamen Version. Die korrekte Version des Diktats steht mit Erläuterungen in der Donnerstags-Ausgabe der Rhein-Main-Zeitung und unten auf dieser Seite.

          Initiator von „Frankfurt schreibt!“ ist die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, unterstützt und gefördert wird das Projekt von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Kulturwelle HR 2, dem Duden-Verlag, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, dem Staatlichen Schulamt Frankfurt und der Dr. Marschner Stiftung.

          Der Wäldchestag - Das Diktat des Finales von „Frankfurt schreibt!“

          Am Dienstagnachmittag nach Pfingsten, kurz vor Fronleichnam, werden sämtliche Rollläden / Roll-Läden in der Großen Bockenheimer Straße heruntergelassen und unzählige quietschvergnügte Frankfurter ziehen ins Grüne. Das Spektakel ist bei Jung und Alt ein gleichermaßen brandheißer Tipp. Zur Zeit der Französischen Revolution, in der äußerst furchteinflößenden Ära der Guillotine, hatte man sich dafür noch graziös zurechtgemacht: reinseidene Veloursschals zur Akzentuierung der Silhouette, Schärpen als Accessoires und extrafeine, tipptoppe Garderobe mit zuweilen nur annähernd adäquatem Dekolleté / Dekolletee. Es wurde zünftig gefeiert.

          Über kurz oder lang hat jedoch immer mehr Neues Altes verdrängt. Und so hört man den einen oder anderen griesgrämigen Kellner sich über vermeintliche Apfelweinbanausen / Apfelwein-Banausen auf Hessisch echauffieren. Als müsse er ihretwegen demnächst pleitegehen. Doch soweit ich weiß, hat bisher noch kein Einziger Pleite gemacht. Die Besuchermenge strömt im Besonderen zu den immensen Gewinn versprechenden Schießständen. Hier ist jedermann willkommen.

          Ebendort wollte ich mir vor einer Dreiviertelstunde, um punktgenau drei viertel eins, mit einem beredten Sonnyboy, für den ich viel übrighabe, an der Litfaßsäule ein amouröses Stelldichein geben. Ich habe fürwahr ein Faible für ihn, obwohl er mich, wie bei ihm gang und gäbe, bereits x-mal ohne Weiteres / ohne weiteres stundenlang hatte sitzen lassen / sitzenlassen. Sich auch diesmal des Langen und Breiten fürs Fernbleiben zu rechtfertigen - das hätte ihm ähnlichgesehen. Sein ständiges Anderen-Leuten-die-Schuld-Geben kann ich nämlich nicht gutheißen, obwohl ich ihn gernhabe. Aber ich habe schiefgelegen: keine Rechtfertigungen und obendrein ein ockerroter Strauß langstängeliger, wohlduftender / wohl duftender Jelängerjelieber, vom anthrazitfarbenen Geißblattgeistchen oder dem Gemeinen Bläuling bestäubt.

          “Liebste“, säuselt er, „lass uns nicht hier sitzen bleiben, sondern so tun, als ob wir in Saus und Braus lebten - nichtsdestoweniger uns aber bloß nicht danebenbenehmen! Willst du etwas essen oder hungers sterben? Sachsenhäuser Schneegestöber, Tatar, Ratatouille, Bouillabaisse oder doch etwas Süßes wie Quarkkäulchen?“, fragte er. Eile tat not - auf zum nächsten Imbissstand / Imbiss-Stand!

          Jetzt in die Achterbahn. Doch was für ein Schlamassel - die Welt stand kopf! Könnte man Karussells doch Probe fahren! Ich war nicht die Erste, der beim Auf und Ab der Gondeln speiübel wurde. Glücklicherweise hat dieser verheerende Fauxpas meinen athletischen Narziss im Nachhinein nicht unwiederbringlich vergrault. Denn als die Frankfurter Eintracht Bayern München noch des Abends mit einem Fünf-zu-null-Sieg / 5:0-Sieg fertiggemacht hat, war seine Euphorie ohnegleichen.

          Weitere Themen

          Holt die Studenten an die Unis zurück

          Heute in Rhein-Main : Holt die Studenten an die Unis zurück

          Im Herbst sollen wieder mehr Uni-Veranstaltungen in Präsenz stattfinden. Rund 36 Millionen Euro kosten die Polizeieinsätze am Dannenröder Forst das Land Hessen. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.