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Frankfurt School of Finance : Erst Learning, dann Dining

Campus-Meile: In die 152 Meter lange Mall ragen einzelne Räume für Lerngruppen hinein Bild: Wonge Bergmann

Alles spricht Englisch: Der Neubau der Frankfurt School of Finance präsentiert sich als Zentrale eines internationalen Lehr-Unternehmens – und leistet sich trotzdem ein bisschen Nostalgie.

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          Sie ist ein Dinosaurier im Zeitalter der Whiteboards und Flipcharts, und im Neubau der Frankfurt School of Finance and Management ist sie die einzige Vertreterin ihrer aussterbenden Art. An der Wand des Audimax ist sie montiert: eine große, grüne, mehrteilige Schiebetafel, wie sie einst jeden Uni-Hörsaal zierte. Alle anderen Räume sind mit Schreibflächen der modernen Art ausgestattet, doch in ihrem größten Saal wollten die Hausherren neben der zeitgenössischen Medientechnik ein Zeichen des Traditionsbewusstseins setzen. Es sei darüber diskutiert worden, ob man so eine altmodische Tafel wirklich brauche, sagt Klaus Ringsleben, Baudirektor der Frankfurt School. Auch aus symbolischen Gründen habe man sich dafür entschieden: „Man soll schon merken, dass man hier in einer Hochschule ist.“

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Es gibt Orte in dem achtstöckigen Gebäude, an denen der Besucher das schon einmal vergisst. Die Executive Lounge ist so einer. Dort dürfen sich Führungskräfte in großen blauen Stoffsesseln von den Strapazen der Fortbildungskurse erholen, die sie an der Frankfurt School belegen. Auch der Fine Dining Room liegt ästhetisch näher an der Vorstandsetage als an der Lernfabrik. Gäste des Hauses können sich dort nach Anmeldung Mahlzeiten servieren lassen, statt an der Essenstheke Schlange zu stehen. Das Restaurant kann aber auch Teil der nebenan liegenden Mensa werden. Die Executive Lounge ist für gewöhnliche Studenten und Mitarbeiter dagegen tabu. Für Letztere gibt es aber eine Faculty & Staff Lounge. Nicht ganz so komfortabel wie das Manager-Refugium, aber allemal großzügiger als die klaustrophobiefördernden Teeküchen in älteren Uni-Instituten.

          Fast mehr Englisch als Deutsch

          Faculty. Dining. Lounge. Man schreibt und spricht in der Frankfurt School inzwischen fast mehr Englisch als Deutsch. Viele der gut 2200 Studenten und auch etliche Lehrende kommen aus dem Ausland. So wie Grigory Vilkov. Der Finanzprofessor, Spezialgebiet Portfoliomanagement, ist schon weit herumgekommen in seiner akademischen Karriere. Er kennt Finanzhochschulen in Russland, Frankreich und den Vereinigten Staaten; auch an den Unis in Mannheim und Frankfurt hat er schon gelehrt. An Vergleichsmöglichkeiten für seine neue Wirkungsstätte fehlt es ihm also nicht. „Amazing building, very impressive“, sagt er. Natürlich habe es nach dem Umziehen ein paar Anlaufschwierigkeiten gegeben. Aber das sei nicht schlimm gewesen, und Platz habe er auch genug.

          Was nicht selbstverständlich ist. Nach den Umzügen an der Goethe-Uni in den vergangenen Jahren war mancherorts zu hören, der Raum für die Mitarbeiter sei zu knapp kalkuliert. Die private Frankfurt School dagegen hat großzügig geplant. So großzügig, dass die oberen Etagen von zwei der fünf Gebäudetürme vorerst leer bleiben werden.

          Eine Art Ideenwerkstatt

          Baudirektor Ringsleben spricht von „Reserveflächen“. Die seien mit der nötigen Haustechnik versehen und könnten bei Bedarf schnell aktiviert werden. Es gebe schon erste Pläne für eine Nutzung, sagt die Sprecherin der Hochschule. Einige Räume könne das „Frankfurt School Lab“ beziehen, eine Art Ideenwerkstatt, in der sich Studenten und andere Interessierte in „kreativem Lernen“ üben dürften. Sie könnten dort auch „Geschäftsideen ausbrüten“. Dafür solle unter anderem ein 3D-Drucker zur Verfügung stehen.

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