https://www.faz.net/-gzg-9rg8z

Unfall in Frankfurt : S-Bahn-Surfer fängt Feuer

  • Aktualisiert am

Ein 22 Jahre alter Mann fing beim S-Bahn-Surfen Feuer, weil er zu nah an die Oberleitung kam (Symbolbild). Bild: dpa

Ein 21 Jahre alter Mann klettert auf das Dach einer S-Bahn, surft und fängt Feuer, weil er zu nah an die Oberleitung geraten war. Am Sonntagmorgen kam es deshalb in Frankfurt zu Verzögerungen im Bahnverkehr.

          2 Min.

          Am Sonntagmorgen ist ein 21 Jahre alter Mann am Hauptbahnhof auf das Dach der S-Bahn S9 geklettert und fing nach zwei Stromschlägen Feuer, teilte ein Sprecher der Bundespolizei der F.A.Z. mit. Er stürzte an der Station Taunusanlage auf den Bahnsteig, woraufhin Kontrolleure der Bahn den brennenden Mann löschten und den Notruf wählten. Der Mann habe auf 25 Prozent seines Körpers Verbrennungen dritten Grades und liege nun im künstlichen Koma im Offenbacher Krankenhaus.

          Die Auswertung von Videomaterial habe ergeben, so der Polizeisprecher, dass der Mann am Frankfurter Hauptbahnhof auf das Dach geklettert war. „Es ist keinem aufgefallen“, sagte der Polizist. Die Kontrolleure der S-Bahn hätten bei der Einfahrt und der Ausfahrt in beziehungsweise aus dem Tunnel zwischen den beiden Stationen jeweils einen lauten Schlag gehört. Nach Halt des Zuges entdeckten sie dann den brennenden Mann auf dem Bahnsteig, der sich bei dem Sturz von der Bahn mehrere Knochenbrüche zugezogen hatte. Um kurz nach halb sieben Uhr morgens ging dann ein Notruf ein, dass ein junger Mann an der Station Taunusanlage verunglückt sei, sagte ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr. Nach wenigen Minuten waren die Einsatzkräfte von Polizei, Notarzt und Rettungswagen vor Ort.

          Adrenalin-Kick Train-Riding

          Beim sogenannten S-Bahn-Surfen, auch Train-Riding geannnt, wird versucht, sich an oder auf einem fahrenden Zug festzuklammern. Häufig klettern die Personen hierfür während der Fahrt aus dem Fenster oder springen auf den Zug auf, wenn dieser den Bahnhof verlässt. Gefährlich ist hierbei nicht nur das Herabstürzen vom Zug, sondern auch der Fahrtwind und Luftwirbel, die während der Fahrt entstehen. Lebensbedrohlich können auch die elektrischen Oberleitungen sein. Bei Hochspannungen, erklärt der Sprecher der Frankfurter Polizei, reiche es schon aus, in der Nähe des Kabels zu sein, um einen elektrischen Schlag zu bekommen.

          Das „Surfen“ auf Zügen oder S-Bahnen ist in Deutschland verboten. In der Regel erfolgt eine Anzeige gemäß § 315 Strafgesetzbuch wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Danach wird die Tat mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis maximal zehn Jahren bestraft. Es ist jedoch auch möglich, dass der S-Bahn-Surfer lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen hat und ein Bußgeld zahlen muss.

          „Das kommt bei uns nicht jeden Tag vor“, sagte der Bundespolizist über den Unfall. Während Train-Surfing in den neunziger Jahren ein Phänomen gewesen sei, gebe es solche Vorfälle heute immer seltener. Dass jemand auf das Dach einer S-Bahn in Frankfurt klettert, sei außerdem sehr außergewöhnlich, weil die Oberleitungen in den engen Tunneln hier besonders gefährlich seien. Die Beamten wollen den 21 Jahre alten Mann befragen, wenn er wieder ansprechbar ist. Ob der Mann alkoholisiert war, konnte direkt nach dem Unfall nicht überprüft werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Angela Merkel mit Markus Söder und Michael Müller (im Vordergrund)

          Neue Corona-Beschlüsse : Der zweite Lockdown, der keiner ist

          Dieses Mal folgen die Länder dem harten Kurs der Kanzlerin. Auch wer das ablehnt, kann nicht wollen, was ohne Beschränkungen droht: ein Kontrollverlust, der über das Gesundheitswesen hinausgeht.
          Das Aktionsbündnis AlarmstufeRot hat am 28.Oktober 2020 mit einer Demonstration in Berlin auf die schwierige Lage der Veranstaltungsbranche in der Corona-Krise aufmerksam gemacht.

          Neuer Lockdown der Kultur : Ein Affront gegen Kulturschaffende

          Theater, Opern und Konzerthäuser in Deutschland werden vom 2. November an wieder für vier Wochen geschlossen. Doch die Begründungen der Politiker dafür dürfen mit Recht angezweifelt werden.
          Friedrich Merz am Dienstag in Eltville am Rhein

          Friedrich Merz’ Wutausbruch : Authentisch oder nur gespielt authentisch?

          Hat Friedrich Merz mit seinem Wutausbruch gegen das CDU-„Establishment“ die Dinge einfach nur beim Namen genannt, wie es sich in Demokratien gehört? Über einen eventuell doch sehr taktischen Gebrauch von Empörung in der Politik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.