https://www.faz.net/-gzg-845m5

Frankfurt : Prozess um Rockermord am Ben-Gurion-Ring eröffnet

  • Aktualisiert am

Unter Mordverdacht: Der Angeklagte, hier verdeckt von seinem Anwalt (r), steht seit Freitag vor dem Landgericht Frankfurt. Bild: dpa

Mit 34 Schüssen soll er sein Opfer in der Parkanlage in Frankfurt-Bonames ermordet haben. Jetzt steht der in Drogengeschäfte verwickelte Angeklagte vor Gericht. Ihm droht lebenslängliche Haft.

          1 Min.

          Nach dem gewaltsamen Tod eines Rockers am Frankfurter Ben-Gurion-Ring vor rund einem Jahr muss sich seit Freitag ein 28 Jahre alter Mann wegen Mordes vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Mit 34 Schüssen und Schlägen soll er den etwas älteren Rocker Kibrom T. getötet haben. Am ersten Verhandlungstag äußerte sich der Angeklagte noch nicht zu den Mordvorwürfen. Direkt nach der Tat hatte er sich aber bereits der Polizei gestellt und die Schüsse eingeräumt.

          Der Mann soll auch auf zwei Bekannte des Opfers geschossen und einen davon lebensgefährlich verletzt haben. Deshalb wird gegen ihn auch wegen zweifachen Mordversuchs verhandelt. Dem Angeklagten droht lebenslange Haft.

          Streit um Drogengeschäft

          Die Bluttat geht laut Ermittlungen auf einen Streit im Drogenmilieu zurück. Demnach wollte der Angeklagte ein misslungenes Rauschgiftgeschäft rächen, bei dem das spätere Todesopfer die Familie des 28 Jahre alten T. um rund 40.000 Euro geprellt haben soll.

          Die Parkanlage im Ben-Gurion-Ring einen Tag nach der tödlichen Schießerei.

          Wie einer der beiden verletzten Bekannten im Zeugenstand der Schwurgerichtskammer berichtete, kam der Angeklagte am Tattag mit dem Fahrrad in die Grünanlage, in der sich die drei Männer auf einer Parkbank aufhielten. Ohne Vorwarnung habe er das Feuer eröffnet. Später habe er gerufen, dass sich „meine Familie nicht abrippen lässt“.

          Für die Tat, die sich am späten Nachmittag ereignete, gibt es zahlreiche Zeugen - Passanten auf dem Spielplatz und die Bewohner der nahen Wohnsiedlung. Die Menschen am Ben-Gurion-Ring erinnern sich auch ein Jahr danach noch an die erschütternde Tat.

          Die Schwurgerichtskammer hat bereits zwölf Fortsetzungstermine bis Mitte August angesetzt. Im Laufe der kommenden Prozesstage will sich auch der Angeklagte zur Tat einlassen.

          Weitere Themen

          Liebe ohne Rücksicht

          „Tristan und Isolde“ : Liebe ohne Rücksicht

          Dieser besondere Sog: Regisseurin Katharina Thoma und Generalmusikdirektor Sebastian Weigle sprechen über „Tristan und Isolde“. Jetzt ist Premiere in Frankfurt.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.