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Autonomes Fahren in Frankfurt : Experimente erwünscht

Ein Blick in die Zukunft: In Frankfurt sollen demnächst Busse ohne Fahrer unterwegs sein. Bild: Helmut Fricke

Ein Bus ohne Fahrer mag für manche noch Zukunftsmusik sein. Doch in Frankfurt gibt man schon die richtigen Töne an, um den Verkehr dauerhaft zu entlasten.

          Viele halten das autonome Fahren immer noch für eine Spinnerei. Doch das Auto oder der Bus ohne Fahrer sind längst greifbar nahe. Natürlich wird es nicht so sein, dass in den nächsten fünf oder zehn Jahren alle Verkehrsmittel sich selbst lenken. Doch ein Teil des Verkehrs wird dann in den Großstädten der Industriestaaten und hoffentlich auch in manchen ländlichen Regionen mittels autonomen Fahrzeugen abgewickelt werden.

          Als Erstes könnten wir in der Rhein-Main-Region autonome Lastwagen auf der A5 zwischen Langen und Weiterstadt erleben, wo vor einem Monat Deutschlands erste E-Lastwagen in den Probebetrieb gegangen sind, die ihren Strom wie Straßenbahnen aus einer Oberleitung beziehen. Es bietet sich geradezu an, hier drei oder vier Lastwagen in Kolonne mit nur einem Fahrer fahren zu lassen. An diesem sogenannten Platooning arbeiten zurzeit zwei namhafte deutsche Unternehmen.

          Nun gehen der Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Stadt Frankfurt den ersten Schritt in Richtung autonomer Nahverkehr. Sie tun gut daran. Vom RMV weiß man, dass er in den vergangenen Jahren beim elektronischen Ticketing und der Digitalisierung des öffentlichen Nahverkehrs Vorreiter war und damit gut gefahren ist. Frankfurt seinerseits rühmt sich gerne damit, dass hier moderne Entwicklungen früher ankommen als im Rest der Republik. Mit dem Modellversuch mit autonomen Bussen am Mainufer öffnet sich die Stadt mutig der Zukunft.

          Verkehr der Zukunft

          Funktioniert der Verkehr mit Roboter-Bussen und autonomen Taxis einmal, hätten Großstädte wie Frankfurt einige Probleme weniger. Fahrerlose Fahrzeuge könnten permanent fahren und würden nicht wie Privatautos 23 Stunden am Tag auf einem Parkplatz stehen. Flächen, die in den Metropolen rar sind, würden für andere, bessere Zwecke genutzt werden können. Das könnte den Kampf um den begrenzten Raum entspannen.

          Auf dem Land, wo den Busverkehr aufrechtzuerhalten den Kommunen und Kreisen wegen der hohen Kosten immer schwerer fällt, könnten Roboter-Taxis dank geringerer Betriebskosten ebenfalls weiterhelfen. Könnten, wohlgemerkt. Das gilt es jetzt zu überprüfen. Deshalb sind Pilotprojekte sinnvoll.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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