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Getötete Frau aus dem Nordend : Leichensuche im Hausmüll erfolglos

Erschwerte Bedingungen für Kriminalisten: Im Müllheizkraftwerk werden täglich 1900 Tonnen Müll verarbeitet. Bild: Rainer Wohlfahrt

Vier Tage lang hat die Mordkommission in den Hausabfällen im Müllheizkraftwerk nach Jessica B. gesucht. Nun widmet sie sich „anderen Orten“.

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          Das vergangene Wochenende hatten sich die Beamten der Mordkommission sicherlich angenehmer vorgestellt. Unter Bergen von Abfällen suchten sie im Müllheizkraftwerk, das in der Nähe des Nordwestzentrums liegt, weiter nach der Leiche der seit dem 8.Juli vermissten Jessica B. Stimmt es, was der frühere Freund der Frankfurterin ausgesagt hat, hat er seine frühere Lebensgefährtin am 8.Juli im Streit getötet und ihre Leiche in einem Hausmüllcontainer verstaut. Die Tat gestanden hat er erst in der vergangenen Woche. Die Hoffnung, die Tote in der Abfallverbrennungsanlage zu finden, war deshalb von Anfang an gering. Es war zu hören, dass die Beamten die Suche in der Müllverbrennungsanlage einstellten. Man wolle sich nun „anderen Orten“ widmen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, noch werde „alles versucht, um Leichenteile zu finden“. Welche Erfolgsaussichten die Ermittler jedoch hätten, sei ungewiss. „Wir haben da keine Erfahrungswerte.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Tatsächlich hat sich die Suche nach einer Leiche, die auf diese Weise entsorgt worden sein soll, sehr schwierig gestaltet. Mittlerweile konnte zumindest rekonstruiert werden, wann und mit welchem Müllfahrzeug die Leiche möglicherweise in die Anlage gelangt ist. Dabei kommen zwei Abholtermine in Frage, der eine zwei Tage nach dem mutmaßlichen Mord, der zweite sechs Tage später.

          Suche geht in Flörsheim-Wicker weiter

          Im Heizkraftwerk haben Beamte seit vergangenem Donnerstag in Abstimmung mit der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im sogenannten Müllbunker nach der Leiche gesucht. Dorthin wird der Abfall zunächst gebracht, ehe er sukzessive verbrannt wird. Die Anlage ist sieben Tage die Woche rund um die Uhr in Betrieb. Die Suche wurde auf den Teil des „Bunkers“ konzentriert, in dem mit großer Wahrscheinlichkeit der Hausmüll aus der Lenaustraße im Nordend gelandet ist. Das lässt sich nachvollziehen, weil die Müllfahrzeuge aus einem bestimmten Gebiet zum Abladen eine jeweils vorgegebene Rampe anfahren.

          Die Suche der Kripo wird noch zusätzlich dadurch erschwert, dass ein Greifkran ständig Material aus dem „Bunker“ in einen der drei Verbrennungsöfen befördert. Im Müllheizkraftwerk werden montags bis freitags täglich 1900 Tonnen Hausmüll angeliefert. Dieser stammt aus Frankfurt und dem Umland, aber auch der Gießener Müll wird derzeit in Frankfurt verbrannt.

          Bei der Suche nach dem Leichnam von Jessica B. wurde etliche Male der noch vorhandene Müll aus dem Nordend mit Hilfe eines Krans nach und nach angehoben und sehr langsam wieder in den Bunker fallen gelassen. Dies wurde durch Kameras dokumentiert. Nach Auswertung dieser Bilder ist die Polizei aber offenbar sicher, dass die Leiche nicht (mehr) im Müllheizkraftwerk ist, wie es seitens der FES hieß. Die Chancen, den Körper oder Teile von ihm noch zu finden, seien ohnehin gering gewesen. Zu hoch sei der Umschlag von Abfällen in den Verbrennungsanlagen. Dem Vernehmen nach geht nun die Suche auf der Deponie in Flörsheim-Wicker weiter, wohin die Rückstände aus dem Frankfurter Heizkraftwerk gebracht werden.

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