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Frankfurt : Pläne für Wohnturm in der Innenstadt

Baustelle: Ein Hochhaus an der Stiftstraße könnte mit den Türmen des Palais Quartier (hinten) ein Cluster bilden. Bild: Wonge Bergmann

In der Frankfurter Innenstadt wird der Bau eines neuen Wohnhochhauses geprüft: Die Deutsche Telekom lobt einen Wettbewerb dazu aus. 2013 wachsen fünf Wohnhochhäuser in Frankfurt.

          3 Min.

          In der Frankfurter Innenstadt wird der Bau eines neuen Wohnhochhauses geprüft: Die Deutsche Telekom AG hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für ihr Grundstück an der Stiftstraße ausgelobt, auf dem laut Hochhausrahmenplan ein 60 Meter hoher Wohnturm möglich ist.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie das Maklerunternehmen Corpus Sireo als Eigentümervertreterin für die Immobilien der Deutschen Telekom auf Anfrage erläuterte, ist die Höhe nur ein „Orientierungswert“: Die Teilnehmer des Wettbewerbs könnten auch geringere oder größere Höhen vorschlagen, „wenn diese nach Auseinandersetzung mit dem Hochhausentwicklungsplan und unter Berücksichtigung des Stadtbildes vorteilhaft erscheinen“. Das Preisgericht soll Mitte oder Ende November tagen.

          Im Hochhausentwicklungsplan erwähnt

          Ob der Siegerentwurf auch tatsächlich realisiert wird, ließ eine Sprecherin von Corpus Sireo offen. Der Entwurf werde aber die Grundlage für die weitere Projektentwicklung und die Änderung des bestehenden Bebauungsplans bilden. Sieben Büros für Architektur und Städtebau nehmen laut Corpus Sireo an dem Wettbewerb teil: Außer den Frankfurter Büros Dietz Joppien Architekten, Meurer Generalplaner, Stefan Forster Architekten und Dirschl Federle Architekten sind Pool2 Architekten aus Kassel, Max Dudler aus Berlin sowie die Düsseldorfer RKW Rhode Kellermann Wawrowsky dabei.

          Das Grundstück an der Stiftstraße ist in den städtischen Hochhausentwicklungsplan 2008 als möglicher Standort für einen Wohnturm aufgenommen worden. Gemeinsam mit den beiden 90 und 125 Meter hohen Türmen des Palais Quartier, dem benachbarten Skylight-Wohnhochhaus und einem weiteren 60-Meter-Turm auf dem Turmpalast-Areal an der Katzenpforte könnte der Wohnturm ein neues kleineres Hochhaus-Cluster bilden. Nach den Wünschen der Stadtplanung orientiert sich die Hochhausentwicklung an städtebaulichen Pulks und wird nicht über die gesamte Stadt verteilt. Der Hochhausrahmenplan schafft allerdings noch kein Baurecht: Er gibt die Ziele der Stadt für die Entwicklung der Skyline vor; um sie zu verwirklichen, sind Bebauungspläne nötig.

          Der Bau des Wohnturms böte auch die Chance, den geschlossenen Baublock hinter dem „My Zeil“-Einkaufszentrum aufzubrechen. Das Stadtplanungsamt wünscht sich dort eine bessere Vernetzung des öffentlichen Raums. Problematisch erscheint ein größerer „Kabelknotenpunkt“ der Telekom auf dem Grundstück, der sich nicht einfach verlagern lässt. Auf dem Gelände stehen derzeit Gebäude der Telekom.

          Im nächsten Jahr wird die Skyline gleich um mehrere Wohntürme reicher: Mit dem Hochhaus an der Stiftstraße gibt es inzwischen schon für fünf Wohntürme konkrete Planungen. Schon im Bau ist zudem ein zum Bürohochhaus Taunusturm gehörender Wohnturm, der Ende 2013 fertig sein soll. Die Pläne für vier der fünf anderen Türme sollen schon bald realisiert werden: Der Bau des Henninger-Turms, der als Wohngebäude samt „Bierfass“ auf dem Dach nachgebaut wird, soll Mitte 2013 beginnen. Ebenfalls im nächsten Jahr wird mit drei Turm-Projekten im Europaviertel begonnen: Die Nassauische Heimstätte will im Sommer am Europagarten ein Hochhaus mit mehr als 200 Eigentumswohnungen bauen, die Wilma Wohnen GmbH nennt als Termin für ihren Turm mit 170 bis 180 Eigentumswohnungen auf der anderen Seite des Parks das zweite Quartal. Erst vor einem Monat hat der Bauherr Revitalis Real Estate seine Pläne für den benachbarten „Westside Tower“ vorgestellt. Die 223 „gehobenen“ Mietwohnungen sollen im zweiten Quartal 2015 bezugsfertig sein.

          „Nachfrage nach dieser Wohnform“

          Das vertikale Wohnen für Menschen mit höheren Ansprüchen ist in Frankfurt ein verhältnismäßig junges Phänomen: Nach dem Pionierprojekt in der Innenstadt, dem 2001 nach einem Entwurf von Richard Rogers errichteten 66 Meter hohen „Skylight“, tat sich zunächst wenig. „Bis vor einiger Zeit war das Interesse gering“, sagt Stadtplanungsamtsleiter Dieter von Lüpke. Es sei daher „bemerkenswert“, dass nun einige Projekte vorbereitet würden: Vorhaben wie das an der Stiftstraße unterstreichen für Lüpke, dass auch die Innenstadt ein attraktiver Wohnstandort sei. Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) ist überzeugt davon, dass Frankfurt der richtige Standort sei, um Wohnen im Hochhaus zu etablieren.

          Weil das Bauen oberhalb der Hochhausgrenze aber besonders aufwendig und daher rund 30Prozent teurer ist als unterhalb, sind die Wohnungspreise hoch: In dem Taunusturm-Wohnhochhaus werden die rund 40 hochwertigen Mietwohnungen vermutlich für deutlich mehr als 20Euro pro Quadratmeter vergeben, meint der Makler Rainer Ballwanz, der den Bauherrn Tishman Speyer berät. Das Hochhaus liege aber ideal an den Grünanlagen. „Wir wissen, es gibt eine Nachfrage nach dieser Wohnform, die bisher nur eingeschränkt bedient werden konnte.“

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