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Bewährungsstrafe verhängt : Pensionierter Richter veruntreut 437.000 Euro

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Die Justitia, hier die Figur auf dem Römerberg in Frankfurt, ist Sinnbild für Gerechtigkeit. Auch mit Blick auf Verfehlungen von Juristen Bild: dpa

Er hat sich teure Urlaubsreisen geleistet und noble Kleidung gekauft. Dummerweise griff der als Streitschlichter tätige frühere Richter auf Honorare von Beisitzern zurück. Nun hat er die Quittung dafür bekommen.

          Wegen Untreue mit einem Schaden von rund 437.000 Euro ist ein früherer Vorsitzender Richter am Mittwoch vom Landgericht Frankfurt verurteilt werden. Er erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Darüber hinaus muss der 70 Jahre alte Mann 480 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Den veruntreuten Geldbetrag muss der Angeklagte im Rahmen eines gerichtlich angeordneten Einzugs zurückzahlen. Vor Gericht hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. AZ 9450 Js 221074/18

          Der beim Landgericht Frankfurt tätig gewesene Jurist war nebenher als Vorsitzender diverser Schiedsgerichte zur Klärung rechtlicher Streitigkeiten aktiv. In dieser Funktion nahm er von den streitenden Parteien Vorschusszahlungen für Verfahrenskosten und Auslagen entgegen, aus denen später unter anderem die Honorare der beisitzenden Richter beglichen wurden.

          Noble Kleidung

          Von diesem Geld zweigte der Mann laut Urteil immer wieder Beträge für eigene Zwecke ab - er leistete sich teure Urlaubsreisen in Spitzenhotels, seine Ehefrau bestellte noble Kleidung. Als Ende 2017 zwei beisitzende Schiedsrichter auf sofortige Zahlung ihrer Honorare bestanden, flogen die Unregelmäßigkeiten auf.

          Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Das Gericht votierte allerdings für die mildere Bewährungsstrafe, weil der Angeklagte zuhause seine schwerkranke Ehefrau zu pflegen habe und deshalb besonders „haftempfindlich“ wäre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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