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Fahrradwege in Frankfurt : Das rote Netz wird dichter

Übersichtlicher und sicherer für Radfahrer: Der neue Radstreifen auf dem Mainkai Bild: Frank Rumpenhorst

Radfahrer bekommen in Frankfurt mehr Platz auf den Straßen. Das Straßenbauamt nutzt die Sommerfeiern und richtet nun auch am Mainkai eine separate Fahrradspur sein. Weitere Spuren sollen auch andernorts folgen.

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          Wenn nur nicht die Lücken wären. Das wird sich jeder Radfahrer denken, der in Frankfurt unterwegs ist. Dabei wächst das Netz der rot markierten Radwege kontinuierlich, seit das Stadtparlament 2019 beschlossen hat, Vorschläge der Initiative Radentscheid umzusetzen und Frankfurt zur Fahrradstadt weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt sind die Hauptverkehrsstraßen wie etwa die bereits durchgehend mit Radfahrstreifen versehene Nord-Süd-Achse im Osten der Innenstadt, die mittlerweile von Sachsenhausen bis zum Friedberger Platz reicht. Und zwar durchgehend mit einem 2,30 Meter breiten Streifen – und dort, wo es möglich ist, auch mit baulichen Elementen, die Radweg und Autoverkehr trennen. Nicht zu vergessen Ampelschaltungen und Abbiegemöglichkeiten, die nun Radfahrer berücksichtigen.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mit Ferienbeginn hat sich das Amt für Straßenbau und Erschließung den Mainkai vorgenommen. Dieser Tage wurde mit den Arbeiten auf diesem, in den vergangenen zwei Jahren so umstrittenen Abschnitt des nördlichen Mainufers begonnen. Für die Radstreifen auf beiden Seiten des Mainkais muss eine der bisher drei Fahrspuren für die Autofahrer wegfallen. Und wer die Situation derzeit beobachtet, sieht, dass wegen der Arbeiten vorübergehend sogar nur eine Fahrspur zur Verfügung steht. Ziel des Verkehrsdezernats ist es, dass es am Ende dieses Sommers einen durchgehenden roten Radfahrstreifen von der Schönen Aussicht über den Mainkai bis zur Friedensbrücke gibt. Damit wäre eine wichtige Ost-West-Verbindung am Main entlang für die Radfahrer geschaffen worden.

          Radweg am Hauptbahnhof ist „überfällig“

          Als „überfällig“ empfinden Radfahrer, aber auch der Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) selbst, einen Radweg am Hauptbahnhof entlang. Nicht nur, dass diese Verbindung stark befahren ist, die Verkehrsführung mit unübersichtlichen Abbiegemöglichkeiten hat bisher so manchen daran gehindert, trotz guten Willens, aufs Rad zu steigen und die Straße zu nutzen. Nun „brechen bessere Zeiten an“, teilte das Dezernat kürzlich mit. Zwischen Baseler Platz und Karlstraße ist eine eigenständige Trasse für Biker angelegt worden. Noch ist sie erst in Teilen rot eingefärbt und endet abrupt.

          Auch auf der gegenüberliegenden Seite, also in Fahrtrichtung Main, gibt es noch beträchtliche Lücken. „Es ist noch etwas Geduld gefragt.“ So beschreibt das Dezernat die Situation und verweist auf die Baustelle der Deutschen Bahn. Im Herbst hat die Bahn im nördlichen Teil des Bahnhofsvorplatzes begonnen, die B-Ebene umzubauen. 2025 will sie fertig sein. Erst danach entsteht die Radspur, wie sie sein sollte. Schließlich haben Oesterling zufolge „die immer zahlreicher werdenden Radfahrer ein Recht darauf, zentrale Verbindungsstraßen befahren zu können“.

          Bauliche Absicherung gegen Autofahrer

          Und noch eine dritte, wichtige Straße im Frankfurter Zentrum hat zumindest in Teilen in diesem Sommer einen Radweg bekommen: die Hanauer Landstraße – und zwar zwischen Obermainanlage und Rückertstraße. Das ist der Teil der Straße, wo es schmal und eng zugeht, auf einem Abschnitt Tempo 30 vorgeschrieben ist. Wie am Mainkai und am Hauptbahnhof konnte der Streifen nur angelegt werden, weil auf dem Abschnitt der Hanauer Landstraße den Autofahrern eine Fahrspur abgeknapst wurde. In diesem Fall ist sie vor allem zum Parken genutzt worden. Noch endet auch dieser Radweg unvermittelt. Es sei selbstverständlich, dass er weitergeführt werde, sobald der Energieversorger Mainova auf der weiteren Strecke geplante Leitungsarbeiten abgeschlossen habe. Das Gleiche gelte für die nördliche Seite.

          Auf beiden Seiten soll der Radweg baulich so gesichert werden, dass die Autofahrer die Fläche nicht doch zum Parken oder Halten nutzen können. Die Trennung der Verkehrsmittel ist nach Ansicht Oesterlings der beste Weg, um die Straßen für Radfahrer übersichtlicher und sicherer zu machen. Und er bekräftigt: Die Hanauer Landstraße als zentrale Einfahrtschneise aus dem Frankfurter Osten habe für die Stadt „hohe Priorität“.

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