https://www.faz.net/-gzg-7zrf6

Frankfurter Flughafen : Nur noch geringe Bedenken gegen Terminal 3

Der Plan steht: Die dunklen Abschnitte der Gebäudesimulation zeigen den ersten Bauabschnitt des dritten Terminals. Bild: dpa

Es scheint, dass die Regierung kaum noch am Terminal 3 zweifelt. Offiziell gab der Verkehrsminister lediglich bekannt, dass das Gutachten bald komme - zwei Monate später als angekündigt. Die SPD wirft ihm Hinhaltetaktik vor.

          Nach Informationen dieser Zeitung wird die Landesregierung den Widerstand gegen ein drittes Terminal am Frankfurter Flughafen aufgeben. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) kündigte allerdings offiziell nur an, er werde am 4. März im Verkehrausschuss des Landtags die „finale Fassung“ der eigenen Einschätzung und von drei wissenschaftlichen Gutachten zu Bedarfsanalysen des Flughafenbetreibers Fraport präsentieren. Das werde in einem transparenten Verfahren geschehen.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Er wiederholte, als größter Anteilseigner am Flughafenbetreiber Fraport AG sei das Land verpflichtet gewesen, die hohe Investition zügig, aber sorgfältig zu prüfen. Im Koalitionsvertrag hatten CDU und Grüne formuliert, als Miteigentümer spreche sich das Land dafür aus, so lange wie möglich auf steigende Passagierzahlen „mit ökonomisch vertretbaren und für die Region verträglicheren Alternativen“ zum Bau des Terminal 3 zu reagieren.

          Fraport will im Sommer bauen

          Dazu, welche Tendenz die Ende November in Auftrag gegebenen Gutachten haben, wollte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage nichts sagen. Wie jedoch zu hören war, hat die Überprüfung der von Fraport im September vorgelegten Expertisen keine grundlegenden Fehler ergehen. Auch soll bestätigt worden sein, dass das Terminal am favorisierten Standort die kostengünstigste Variante ist.

          Der Flughafenbetreiber, der über eine Baugenehmigung verfügt, will im Sommer mit den Arbeiten an der Halle beginnen, deren Kosten mehr als zwei Milliarden Euro betragen werden. Das Terminal soll 2021 in Betrieb gehen. Laut Fraport-Gutachten sind dann zwischen 68 und 73 Millionen Fluggäste zu erwarten im Vergleich zu knapp 60 Millionen im vergangenen Jahr. Nach Darstellung des Unternehmens reicht spätestens dann die Kapazität der beiden anderen Terminals nicht mehr aus, den Verkehr so abzuwickeln, dass man angesichts steigender Ansprüche an Komfort, Sicherheit und Schnelligkeit konkurrenzfähig bleiben kann.

          Der flughafenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Marius Weiß, warf Al-Wazir eine Hinhaltetaktik vor. Ursprünglich hätten die Ergebnisse schon Ende Dezember vorliegen sollen, mehrfach sei der Termin verschoben worden. Der angeführte Abstimmungsbedarf zwischen Regierung und Gutachtern bestehe wohl eher zwischen den Koalitionspartnern.

          Weitere Themen

          Spektakel an der Weseler Werft

          Open-air mit Klassik und Jazz : Spektakel an der Weseler Werft

          Der Brüsseler Generalmusikdirektor Alain Altinoglu leitet an diesem Donnerstagabend das Open-Air-Konzert des HR-Sinfonieorchesters in Frankfurt. Vorher spielen schon die HR-Bigband und Trompeter Till Brönner.

          Sorgen vor der Zweckentfremdung

          Umwandlung von Mietwohnungen : Sorgen vor der Zweckentfremdung

          Der Mangel an Wohnraum rückt die Zweckentfremdung wieder mehr als Blickfeld. Auch wegen Airbnb. Aber es gibt Mittel gegen den Hang, Miet- in Ferienwohnungen umzuwandeln. Das zeigt das Beispiel München.

          Topmeldungen

          Johnson in Paris : In Berlin war mehr Esprit

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.

          FAZ.NET-Serie Schneller schlau : Kind oder Porsche

          Die Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind deutlich später, im Durchschnitt sind sie mittlerweile älter als dreißig Jahre. Wie aber hängt die Kinderzahl mit dem Bildungsgrad zusammen? Und was kostet ein Kind eigentlich, bis es erwachsen ist?
          Nach der Uni wartet oft die Ungewissheit.

          Studium und Beruf : Zurück ins Elternhaus

          Der Übergang zwischen Studium und Beruf verläuft nicht immer reibungslos. Wenn erwachsene Kinder arbeitslos werden, sind oft die Eltern gefragt. Aber wollen und können die helfen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.