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Neue Corona-Regeln in Kraft : Frankfurt nun mit höchster Inzidenz in Hessen

Blickpunkt: Frankfurt hat nun mit 17 die höchste Inzidenz in Hessen, in Deutschland weisen nur zwölf Kreise und Städte eine höhere Kennziffer auf Bild: Lakuntza, Nerea

In Hessen sind die neuen Corona-Regeln mit mehr Lockerungen in Kraft getreten. Frankfurt löst den Kreis Gerau-Gerau als Kommune mit der höchsten Inzidenz ab. Derweil leuchtet auch wieder das Rotlicht.

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          Der Wert ist nicht wirklich hoch, aber Frankfurt weist nun in Hessen die höchste Inzidenz auf. 17 neue Corona-Fälle hat die Stadt binnen Wochenfrist unter 100.000 Einwohnern verzeichnet. Sie löst damit den Kreis Groß-Gerau an der Spitze der hessischen Inzidenz-Tabelle ab, knapp gefolgt vom Main-Taunus-Kreis. Nur zwölf Regionen in Deutschland kommen auf einen höheren Wert. Die zentrale Kennziffer der Mainmetropole ist drei Mal höher als im benachbarten Offenbach, das über viele Wochen ein Hotspot war. Der Landesdurchschnitt ist nicht einmal halb so hoch. Beim Impfen bleibt Hessen unter dem Mittel im Bund.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dessen ungeachtet leuchtet die gesamte hessische Corona-Landkarte des Sozialministeriums rapsgelb. Denn alle 21 Landkreise und fünf Großstädte liegen nun seit einer Woche unter dem Schwellenwert 35. Dessen ungeachtet gelten seit Mitternacht die neuen Corona-Regeln in ganz Hessen. Sie lösen den bisherigen Stufenplan ab und bringen mehr Freiheiten mit sich. Welche Regeln im Einzelnen gelten steht hier.

          Am Vormittag sind wieder erfreuliche Daten zum Infektionsgeschehen in Hessen eingetroffen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet abermals weniger über Nacht bestätigte neue positive PCR-Tests. Vor vier Wochen hatte es noch neunmal so viele Neuinfektionen verzeichnet. Die Inzidenz ist seitdem von gut 48 auf knapp acht gefallen.

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          Demnach stehen 69 neue Fälle in der Statistik nach 113 vor einer Woche und 656 vor einem Monat. In Hessen haben sich bisher 290.539 Menschen offiziell mit einer Variante des Covid-19-Virus infiziert, das sind gut 4,4 Prozent der Landesbevölkerung. Rund 2100 Fälle gelten als noch aktiv, die Infektionen sind also nicht ausgestanden. Das sind etwa 200 weniger als am Vortag.

          Wie vor einer Woche gilt es zwei weitere Tote im Zusammenhang mit Covid-19 zu betrauern. Offiziell sind bisher 7501 Menschen in Hessen an oder mit Covid-19 gestorben.

          Wie das Sozialministerium der F.A.Z. mitteilte, liegen in den hessischen Krankenhäusern 69 Patientinnen und Patienten mit gesicherter Covid-19 Infektion auf Normalstation. 96 Verdachtsfälle kommen demnach hinzu. Intensivstationen betreuen 105 Corona-Kranke, 85 von ihnen müssen beatmet werden, die meisten künstlich. Laut der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind es 60 invasiv Beamtete.

          Außer Frankfurt und dem Main-Taunus-Kreis weisen nur noch die Kreise Gießen und Groß-Gerau zweistellige Inzidenzen auf. Am besten steht weiter der Vogelsberg da – er hält weiter die Null.

          Bürokratie und Bordelle

          In ganz Hessen und damit auch in Frankfurt dürfen auch Bordelle wieder öffnen. Das hat auch bürokratische Folgen: „In der Praxis bedeutet das, da fast alle Dienstleistenden die durch das Ordnungsamt ausgestellten Anmeldebescheinigungen nach dem Prostituiertenschutzgesetz wegen der lange Zeit ungewissen Zukunftsaussichten der Branche nicht haben verlängern lassen, dass jene, die jetzt ihr Angebot wieder aufnehmen wollen, diese nun schnellstens erneuern müssen“, lässt die Frankfurter Stadtverwaltung wissen.

          Damit dies möglichst reibungslos geschehe, müssten sich Sexarbeiterinnen und ihre männlichen Kollegen telefonisch einen Termin buchen. „Telefonisch deshalb, damit im direkten Gespräch die jeweilige Situation geklärt und die erforderlichen Unterlagen benannt werden können und kein unnötiger Behördengang gemacht werden muss“, heißt es.

          52,2 Prozent der Hessen mit erster Impfung

          Nach einem Zwischenspurt verliert Hessen im Vergleich zum Bund beim Impfen wieder an Boden: 52,2 Prozent der Menschen in Hessen haben bisher eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Hessen liegt nun 0,7 Punkte unter dem Durchschnitt im Bund. Spitzenreiter ist Bremen mit 60 Prozent – Rheinland-Pfalz kommt auf 53,6. Bei den vollständig Geimpften hinkt Hessen dem Mittelwert im Bund deutlicher hinterher. Hessen kommt auf 32,2 Prozent, das sind 1,9 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Die Lücke schließt sich also etwas. 3,28 Millionen Menschen in Hessen sind mindestens einmal geimpft. 2,03 Millionen sind durchgeimpft.

          Niedergelassene Mediziner nebst Personal haben bisher mehr als 1,63 Millionen Impfungen verabreicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitgeteilt hat. Seit Anfang April wird in Hessen auch in den Hausarztpraxen gegen Covid-19 geimpft, etwas später sind auch die Facharztpraxen und seit 7. Juni die Betriebsärztinnen und -ärzte hinzugekommen. „Jetzt gilt es, nicht nachzulassen: Lassen Sie sich impfen, sobald Sie ein Impfangebot erhalten – damit wir auch für den Herbst gewappnet sind“, lautet der Appell.

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