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Frankfurt Marathon : Frankfurts Tempomacher

  • -Aktualisiert am

Ihn gilt es zu schlagen: Vorjahressieger Vincent Kipruto. Bild: Wonge Bergmann

Beim Marathon in der Bankenstadt soll bei den Frauen ein neuer Streckenrekord her, bei den Männern versucht ein Äthiopier, die kenianische Dominanz zu unterbrechen.

          Die Bezeichnung „Tempomacher“ sagt eigentlich alles. Jedenfalls kann man das Jobprofil jener Athleten gut ableiten: sich als Zugmaschinen vor die Spitzenläufer spannen und Tempo machen. Und zwar das Tempo machen, was Christoph Kopp als „sinnvoll und vernünftig“ erachtet. Der Sportliche Leiter des Frankfurt Marathon hat eine klare Vorstellung davon, wie das Rennen an diesem Sonntag buchstäblich zu laufen hat. Die drei Tempomacher sollen die Spitzengruppe der Männer in 62:30 Minuten über die Halbmarathonmarke führen. Laut Kopp, der auf dem Sozius eines Motorrades stets auf der Höhe sein wird, werden sie dabei aber eher als „Bremsläufer denn als Tempomacher“ benötigt.

          Denn die Spitzenathleten würden, „solange sie noch frisch und munter sind“, sagt Kopp, die Tempomacher oft zur Eile antreiben, „und später dann den Heldentod sterben“. Der Sportliche Leiter ist überzeugt, dass „alle gut davon leben“, wenn 62:30 Minuten angegangen wird und am Ende eine Siegerzeit von unter 2:05 Stunden dabei herauskommt. Dies ist das Ziel der Organisatoren bei der 33. Ausgabe des Frankfurt Marathons. Um übertriebenen Erwartungen vorzubeugen, sagen sie, dass das diesjährige Männerfeld aller Voraussicht nach nicht um den Strecken- oder gar Weltrekord wird laufen können.

          Herausforderer Mekonnen

          Der Berliner Kopp, der das Elitefeld mit einem Budget von 450.000 Euro zusammengestellt hat, weiß aber auch, dass er 2014 schwächere Ergebnisse nicht wie in den zwei Jahren zuvor auf das schlechte Wetter wird schieben können. „Die vorhergesagten neun bis 14 Grad sind ideal“, sagt Kopp. Am Sonntag um kurz nach 12Uhr wird sich im Ziel in der Festhalle zeigen, ob der Frankfurt Marathon bei den Männern eine kenianische Domäne bleibt. Seit 2002 kamen alle Sieger aus Kenia – im Vorjahr lieferten sich Vincent Kipruto und Mark Kiptoo ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dies versucht nun unter anderen Tsegaye Mekonnen zu ändern. Der Äthiopier ist in diesem Jahr im zarten Alter von 18 Jahren in Dubai mit einer starken Siegerzeit von 2:04,32 in die Marathonwelt hineingeplatzt. „Kein Problem“, antwortete Mekonnen schlicht auf die Frage, ob ein dritter Marathonstart binnen zehn Monaten nicht schwer zu verkraften sei.

          Aus deutscher Sicht werden viele Augen auf Arne Gabius gerichtet sein. Der Tübinger geht als Debütant mit einer forschen Zielzeit (zwischen 2:10 und 2:12) am Messeturm an den Start. Insgesamt werden sich auf dem schnellen Frankfurter Pflaster zehn Athleten mit einer Bestzeit von unter 2:10 Stunden finden und dazu einige hoffnungsvolle Debütanten, die starke Halbmarathonzeiten vorweisen können.

          Mehr Anmeldungen für Marathon

          Bei den Frauen sind die Ambitionen des Veranstalters höher, was die Zeiten angeht. Ein neuer Streckenrekord soll her. Diesen hält seit 2012 Meselech Melkamu (2:21,01); die Äthiopierin tritt in diesem Jahr wieder am Main an, um den Rekord zu verbessern. Hoch gehandelt wird auch ihre Landsfrau Aberu Kebede, die eine Bestzeit von 2:20,30 Stunden vorweist. Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen auf Mona Stockhecke. Die promovierte Klimageologin und beste Deutsche bei der EM in Zürich in diesem Jahr möchte ihre Bestzeit (2:34,04) unterbieten. Die Osthessin Lisa Hahner wird nicht wie im vorigen Jahr an den Start gehen. Man habe sich nicht auf einen Vertrag einigen können, sagte Renndirektor Jo Schindler.

          Der Regensburger freute sich aber über einen dreiprozentigen Zuwachs bei den Meldezahlen. „Das ist kein gewaltiger, aber ein guter Schritt nach vorne“, sagte Schindler. Mit Nachmeldungen könnten es mehr als 15.210 Marathonläufer werden und damit das zweitbeste Ergebnis überhaupt. Rechnet man die Staffeln und die anderen Laufwettbewerbe des Wochenendes hinzu, werden rund 25.000 Teilnehmer auf der Frankfurter Strecke sein. Sportdezernent Markus Frank spricht von einem „wunderbaren Sportfest, bei dem Frankfurt sich mal wieder von seiner Schokoladenseite zeigen wird“. Von welcher Seite sich der Marathon im kommenden Jahr von Sponsorenseite zeigen wird, soll am Montag bekanntgegeben werden. Der aktuelle Titelsponsor BMW wird sein Engagement nach zwei Jahren nicht fortsetzen.

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