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Frankfurt : Kurden und Linke halten Großdemonstration

Protestzug: Kurdische und linke Demonstranten in Frankfurt fordern die Freilassung Abdullah Öcalans und die Legalisierung der PKK. Bild: dpa

Rund 2000 Personen sind am Samstag in Frankfurt auf die Straße gegangen, um gegen das Verbot der kurdischen Arbeiterpartei PKK zu demonstrieren. Die Polizei bereitet sich auf weitere Demos vor.

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          Rund 2000 Anhänger der PKK haben am Samstag in Frankfurt gegen das Verbot der kurdischen Arbeiterpartei demonstriert. Am Nachmittag zogen sie durch die Innenstadt und forderten die Freilassung des Kurdenführers Öcalan. An dem Protest beteiligte sich auch ein breites Bündnis aus linken Gruppierungen, unter anderen die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) und die linksautonome Antifa. Sie forderten einen gemeinsamen Widerstand gegen Kriegsregime und ein Ende der deutschen Waffenlieferungen an Nahost-Staaten.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Polizei begleitete die Demonstration mit einem Großaufgebot. Vorübergehend formierten sich Polizeiketten entlang des Aufzugs, der sich kurz nach Beginn in einen kurdischen und einen von linken Akteuren dominierten Block aufteilte. Als Bengalische Fackeln gezündet wurden, reagierte die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen, hielt sich aber ansonsten zurück; auch dann, als vereinzelt der verbotene Ausruf „Biji Serok Apo“ („Hoch lebe der Führer“) skandiert wurde. Einer der Organisatoren aus der kurdischen Gemeinde in Frankfurt sagte, es sei vorab darauf aufmerksam gemacht worden, dass einige Äußerungen verboten seien. „Es gibt aber immer jene, die sich nicht daran halten.“

          Proteste bei Innenministerkonferenz in Köln geplant

          Der Protest der Demonstranten richtete sich auch gegen die Terror-Organisation „Islamischer Staat“ (IS): Das Verbot der PKK müsse aufgehoben werden, um die Islamisten bekämpfen zu können. Eine Vertreterin der MLPD forderte, die PKK „aus der europäischen Terrorliste zu entfernen und kurdische Politiker anzuerkennen“

          Die Polizei beobachtete das Geschehen auch deshalb so genau, weil die Demonstration als Auftakt gilt für weitere Aktionen während der Innenministerkonferenz im Dezember in Köln. Auch dort wollen Kurden und Linke gemeinsam demonstrieren. Ein bundesweiter Protest wie dieser hatte sich schon den Sommer über angekündigt. Seit etwa einem halben Jahr hat es wiederholt kleinere Demonstrationen kurdischer Gruppen gegeben, die sich gegen die Ermordung von Kurden in Syrien durch den IS richtete. „Die Situation dort legitimiert eine Aufhebung des PKK-Verbots“, hieß es gestern von Seiten der Kurden.

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