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Mainkai-Sperrung in Frankfurt : Platz für Menschen statt für Autos

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Protest: Befürworter der Mainkai-Sperrung demonstrieren dafür, dass die Straße gesperrt bleibt. Bild: Diana Cabrera Rojas

Die Frankfurter Bürgerinitiative „Mainkai für alle“ fordert eine Verlängerung der Mainkai-Sperrung. Der Initiative geht es um mehr als nur die Sperrung einer Straße.

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          Andreas Bürger bezeichnet den Mainkai gerne als Wohnzimmer der Innenstadt, ein Ort, an dem man sich begegnen kann und der eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Seit der Sperrung der Straße für den motorisierten Verkehr im Juli 2019 sei die „Asphaltwüste“ zwar kaum umgestaltet worden. „Hier ist aber viel Leben entstanden. Manchmal üben zwei Eiskunstläuferinnen ihre Drehungen auf Rollerblades. Dann sammeln sich schnell Zuschauer. Viele Kinder üben das Fahrradfahren. Und die Anwohner lernen sich endlich kennen“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative „Mainkai für alle“.

          Um diesen Freiraum mitten in der Stadt weiterhin nutzen zu können, forderten am Samstagnachmittag rund 50 Menschen eine Verlängerung der Mainkai-Sperrung. Zu der Kundgebung hatte die Bürgerinitiative aufgerufen. Bislang ist sich die Koalition aus CDU, SPD und Grünen nicht einig, ob die ursprünglich auf ein Jahr angelegte Sperrung beibehalten wird. Ab dem 1. September könnten deshalb wieder Autos über die Straße fahren. Der Initiative geht es um mehr als die Sperrung der Straße, sie will eine Verkehrswende. Das nördliche Mainufer soll der Anfang sein. Bürger fordert deshalb von den Koalitionspartnern, ihre Blockadehaltung aufzugeben. „Jetzt, nicht irgendwann“, sagt er bei seiner Ansprache. Die Zuhörer applaudieren.

          Nicht alle Frankfurter wünschen die Sperrung

          Nicht alle Frankfurter wünschen diese Sperrung. In Sachsenhausen regt sich Widerstand, weil sich der Verkehr dort jetzt staut. Doch „Hibbdebach gegen Dribbdebach, das funktioniert nicht“, meint Bürger. „Man räumt den Unrat nicht vom Wohnzimmer ins Ess- oder Schlafzimmer. Natürlich muss also auch was in den anderen Stadtteilen passieren.“ Wenn es nach Bürger geht, ist die Sperrung des Mainkais nur der Anfang. „Ich bin der Erste, der für die Sperrung der Schweizer, der Berger, der Leipziger Straße kämpft, die Wohnzimmer der Stadtteile. Dass da noch Autos fahren ist ein Unding.“

          Doch wo soll der Verkehr hin? Die Zahl der Autos müsste radikal reduziert werden, um Platz für die Menschen zu schaffen, meint Bürger. Das gelinge aber nur nach dem Prinzip des induzierten Verkehrs: „Wenn ich Verkehrsfläche schaffe, wird sie genutzt, und umgekehrt. Durch die Sperrung verringert sich also die Anzahl der Durchfahrer.“ Eigentlich sollte eine Verkehrszählung zeigen, wie sich die Schließung des Mainkais auf den Verkehr auswirkt. Aber wegen Corona sind die Zahlen nicht belastbar. Deshalb müsse die Sperrung verlängert werden, so Oliver Strank, der Begründer der Initiative für die Mainkai-Sperrung. Seine Petition für den autofreien Mainkai haben bisher mehr als 8500 Menschen unterzeichnet.

          Bei der Kundgebung ist auch Sina Tulu, die am Römer wohnt. „Die Sperrung ist gut. Unsere Kinder können hier laufen und spielen, ohne dass wir sie die ganze Zeit fest an der Hand halten müssen. Wir haben keinen anderen Ort dafür.“ Auch Veronika Czech ist gekommen, um eine Verlängerung zu fordern. „Es ist so angenehm und gibt mir mehr Lebensqualität“, sagt sie.

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