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Wachsende Nachfrage : Immer mehr Privatschüler

Einschulung: Viele Grundschüler besuchen eine private Bildungseinrichtung. Bild: Helmut Fricke

Die Zahl der Gymnasien in freier Trägerschaft in Frankfurt hat sich verdoppelt. Die meisten Privatschüler besuchen aber die Grundschule.

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          In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen an Privatschulen stark gewachsen. Das geht aus einer städtischen Statistik hervor, die Stadtrat Jan Schneider (CDU) vorgestellt hat. Demnach besuchten 2019 mehr als 7100 Schüler eine private Bildungsstätte, zehn Jahre zuvor waren es rund 4400 gewesen. Die meisten Privatschüler besuchen eine Grundschule: Ihre Zahl stieg in derselben Zeit von knapp 2100 auf mehr als 3400.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Nicht ganz so stark wuchs der Anteil der Privatschüler an der Schülerzahl insgesamt, denn auch die öffentlichen Schulen verzeichneten Zulauf. Die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen stieg im vergangenen Jahrzehnt von knapp 58.300 auf gut 68.800. Somit betrug der Anteil der Privatschüler 2009 noch 7,6 Prozent, im Jahr 2019 waren es 10,4 Prozent. In den Grundschulen stieg die Quote um drei Prozentpunkte auf 12,6 Prozent, in den Gymnasien von zehn auf 12,4 Prozent. In den übrigen Schulformen ist der Anteil der Privaten deutlich geringer.

          Wenig Privatschüler mit Migrationshintergrund

          Nach Erkenntnissen der Statistiker führte eine wachsende Nachfrage zum Ausbau der Kapazitäten. So gab es im vorigen Jahr 17 Grundschulen in freier Trägerschaft, während es zehn Jahre zuvor lediglich 13 gewesen waren. Die Zahl der privaten Gymnasien hat sich von fünf auf zehn verdoppelt. Auch die Zahl der öffentlichen Schulen stieg, allerdings deutlich langsamer: Zu den 78 staatlichen Grundschulen des Jahres 2009 sind laut Statistik lediglich drei hinzugekommen.

          Ein Grund für die starke Stellung der privaten Grundschulen ist, dass für sie die sogenannte Bezirkspflicht aufgehoben ist: Die Familien können die Schule unabhängig von ihrem Wohnort wählen. Interessant ist außerdem ein Blick auf die Schüler mit ausländischem Pass oder mit Migrationshintergrund. Ihre Gruppe ist auf Privatschulen relativ schwach vertreten – an privaten Gymnasien beispielsweise beträgt der Anteil knapp 28 Prozent, an Gymnasien in öffentlicher Trägerschaft dagegen rund 50 Prozent. Für einige ausländische Nationalitäten hat das Angebot der Privatschulen jedoch eine besondere Anziehungskraft. So besuchten knapp zwei Drittel der französischen Schüler eine Privatschule, in erster Linie das Lycée Français Victor Hugo in Praunheim. Auch viele amerikanische, britische, indische, koreanische und russische Familien ziehen das private dem öffentlichen Schulwesen vor.

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