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Frankfurt : Im nächsten Februar gibt es wieder einen Opernball

Opernball für alle: Dresden soll Vorbild für Frankfurt sein. Bild: dapd

Die Suche hat lange gedauert. Gestern aber konnte Alte-Oper-Chef Stephan Pauly die Nachricht verkünden: Am 22.Februar 2014 feiert ein neuer Opernball Premiere in der Alten Oper.

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          Die Suche hat lange gedauert. Gestern aber konnte Alte-Oper-Chef Stephan Pauly die Nachricht verkünden: Am 22.Februar 2014 feiert ein neuer Opernball Premiere in der Alten Oper. Veranstalter wird die La Valse GmbH sein, hinter der die Flaskamp Ummen AG steht, die als Kommunikations- und Veranstaltungsagentur auch für den Dresdner Semper-Opernball tätig ist. Die Agentur bringt ihre Erfahrung nun im Auftrag der La Valse GmbH mit nach Frankfurt. Kreativer Kopf des Ball-Teams und verantwortlich für das Konzept des Opernballs ist der Musikmanager Thomas Stein.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Details dazu sollen erst Ende Mai präsentiert werden. Stein verriet gestern auf Anfrage nur so viel, dass es durchaus Überlegungen gebe, auch in Frankfurt den Ball wieder mit Debütanten zu eröffnen, wie es schon in Dresden nach Wiener Vorbild geschehe. Schließlich wolle man den Ball für ein jüngeres Publikum attraktiv machen. Darum solle es für junge Leute auch nach 1Uhr nachts Zutritt zu vergünstigten Preisen geben. So wolle man den Bogen zwischen einem etablierteren und einem jüngeren Publikum spannen, sagte der Vierundsechzigjährige.

          Stein ist in der Branche bestens vernetzt

          Ein weiterer Bogen könnte vom Inneren der Alten Oper auf den Platz davor geschlagen werden, denn den in Dresden so erfolgreichen „Open-Air-Ball“ könnte Stein sich auch für Frankfurt vorstellen, vorausgesetzt, die Ämter stimmten dem zu. In jedem Fall wünscht er sich einen „Opernball für alle“, den die Frankfurter als ihren Ball empfinden könnten. Welchen Titel die Veranstaltung tragen wird, nachdem die Namensrechte für „Deutscher Opernball“ bei einem der Gläubiger des früheren Veranstalters Manfred Pasenau liegen, steht noch nicht fest. Man habe aber mehrere Titel in petto, hieß es. Die Frage nach einem möglichen Benefiz oder einer Preisverleihung wollte das Organisationsteam gestern noch nicht beantworten.

          Dass es gelingen wird, den Ball auch für prominente Gäste interessant zu machen, scheint mit der Auswahl der Organisatoren gesichert. Stein ist als Musikmanager in der Branche bestens vernetzt. Öffentliche Bekanntheit erlangte der ehemalige ZDF-Redakteur auch, weil er Mitglied in der Jury der ersten Staffeln von „Deutschland sucht den Superstar“ war und bis 2010 regelmäßiger Gast der Sendung „Die ultimative Chartshow“. In der Alten Oper ist man froh über den Abschluss des Vertrags mit den neuen Veranstaltern. Mit Thomas Stein, der LaValse GmbH und der Flaskamp Ummen AG sei ein „etabliertes Team“ gewonnen worden, das einen Neuanfang des traditionsreichen Opernballs ermögliche, teilte Pauly mit. Die La Valse GmbH hat für die Alte Oper einen Mietvertrag über fünf Jahre unterzeichnet, wie es hieß, zu den üblichen Konditionen, die auch für andere Galas und Kongresse gelten.

          Viele Bälle für die Region

          Wie Pauly auf Nachfrage sagte, hatte es zehn Bewerbungen für den Ball gegeben, sieben Bewerber seien zu Präsentationen eingeladen worden, drei in die engere Wahl gekommen. Entscheidend für ihn und die Mitglieder des Aufsichtsrats der Alten Oper seien die nachgewiesene Erfahrung und die Einigung über den Fünf-Jahres-Vertrag sowie konzeptionelle Erwägungen gewesen. Womit genau sich La Valse gegen die Mitbewerber durchgesetzt habe, wollte Pauly nicht sagen. Dem Vernehmen nach hatten einige Bewerber sich nicht auf einen so langfristigen Vertrag festlegen wollen.

          Die unterlegenen Bewerber wollten sich gestern nicht äußern. Jörg Müller von der Agentur Metropress, Organisator des Sportpresseballs, der schon vorher seine Bewerbung zurückgezogen hatte, sagte: „Ich finde es toll, wenn es viele Bälle in der Region gibt.“

          Die nötigen Kontakte aus Funk und Fernsehen

          Zufrieden mit dem Vertragsabschluss zeigte sich auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Alten Oper, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Damit sei die „Fortführung einer gelebten gesellschaftlichen Tradition dieser Stadt“ möglich geworden. Die neuen Veranstalter hätten ein überzeugendes Konzept vorgelegt.

          Ebenfalls erfreut äußerte sich Gebhard Bucher, Miteigentümer der Gastronomie in der Alten Oper, dessen Mannschaft die Ballgäste jedes Jahr mit von Gerd Käfer eigens ersonnenen Kreationen bewirtet hat. Er kenne Stein zwar nur aus Funk und Fernsehen, sei sich aber sicher, dass dieser die nötigen Kontakte habe, um erfolgreich zu sein. Man werde sich sicher gut verstehen, schließlich lebe Stein in dem Ort in Österreich, in dem er immer Urlaub mache, so Bucher.

          Für das Gastronomie-Unternehmen war der Opernball immer ein Großereignis mit einem bedeutenden Umsatz. Wie auch Hostessendienste, Fahrservice und viele andere beteiligte Dienstleister hätte Bucher es sehr bedauert, wenn der Ball-Termin im Februar nicht mehr zustande gekommen wäre.

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