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Frankfurt : Ikea bietet Reininger 900000 Euro Entschädigung für Umzug

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Im Streit zwischen dem Möbelhauskonzern Ikea und dem Sanitätsunternehmen Reininger um eine Gewerbefläche in Nieder-Eschbach haben sich die Fronten verhärtet. Ikea hat nach Informationen dieser Zeitung ...

          Im Streit zwischen dem Möbelhauskonzern Ikea und dem Sanitätsunternehmen Reininger um eine Gewerbefläche in Nieder-Eschbach haben sich die Fronten verhärtet. Ikea hat nach Informationen dieser Zeitung mittlerweile die Gewerbefläche erworben, auf der die Reininger AG ihren Sitz hat, und dem Sanitätsunternehmen die Zahlung einer Entschädigung von 900000 Euro für den vorzeitigen Umzug angeboten. Die Reininger AG soll dieses Angebot jedoch als unzureichend zurückgewiesen haben. Ein weiterer Gesprächstermin ist laut Lothar Reininger, Aufsichtsrat des gleichnamigen Unternehmens, für Ende August angesetzt. Wie berichtet, benötigt Ikea für das geplante neue Möbelhaus zusätzlich zur ursprünglich vorgesehenen Fläche von 50000 Quadratmetern die 8000 Quadratmeter große Liegenschaft, auf der sich Reininger bis Juli 2007 eingemietet hat. Das Sanitätsunternehmen beschäftigt an dem Standort an der Berner Straße rund 100 Mitarbeiter, die orthopädische Produkte herstellen. Ikea wollte das dritte Möbelhaus in der Region nach Wallau und Hanau ursprünglich bis Ende 2006 fertigstellen.

          Sollte Reininger erst Mitte 2007 umziehen, könnte das Möbelhaus nicht vor 2008 öffnen. Für die vorzeitige Räumung der Gebäude hat Reininger einen wirtschaftlichen Schaden von drei Millionen Euro veranschlagt, der sich aus Umsatzeinbußen und Umzugskosten zusammensetze. Reininger hat der Stadt schwere Vorwürfe gemacht, weil sein Unternehmen mit erheblicher Verzögerung auf den zusätzlichen Flächenbedarf von Ikea aufmerksam gemacht worden sei. Die Existenz eines mittelständischen Unternehmens, das von der Wirtschaftsförderung nach Frankfurt gelockt worden sei, werde leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Reininger sagte auf Anfrage, ihm lägen mehr als 30 Angebote für einen neuen Standort vor. Das Unternehmen werde seinen Sitz in Frankfurt oder Umgebung behalten, da 40 Prozent der 30000 Kunden in Frankfurt ansässig seien. Wie zu hören ist, könnte Reininger für gut zwei Millionen Euro in der Nähe des jetzigen Standorts ein geeignetes Gebäude für sein Unternehmen erwerben. Erhöhte Ikea sein Angebot auf eine Million, bliebe eine Differenz von einer Million Euro, die Reininger zu tragen hätte, was als zumutbar gilt. In der direkten Auseinandersetzung mit Reininger ist Ikea nach Einschätzung des Magistrats rechtlich ohnehin auf der sicheren Seite. Allerdings haben die Stadtverordneten beschlossen, der für die Ikea-Baupläne notwendigen Änderung des Bebauungsplans erst nach einer Einigung zwischen Möbel- und Sanitätshaus zuzustimmen. Dieser Beschluß war im Planungsausschuß unter dem Eindruck einer Demonstration von rund 50 Reininger-Mitarbeitern gefaßt worden, die Sorge um ihre Arbeitsplätze äußerten.

          Im Viererbündnis wächst derweil die Unzufriedenheit über den Magistrat. Nachdem die Fraktionsvorsitzenden des Viererbündnisses bei Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) vorstellig geworden sind, hat diese Planungsdezernent Edwin Schwarz und Wirtschaftsdezernent Nikolaus Burggraf (beide CDU) aufgefordert, nachdrücklich auf eine Einigung hinzuwirken. Dahinter steckt die Sorge, Reininger könne sich als möglicher Spitzenkandidat der Linkspartei bei der Kommunalwahl profilieren. (ale.)

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