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Nach tödlichem Angriff : Mutmaßlicher Bahnhofstäter wurde seit mehreren Tagen gesucht

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Debatte über Sicherheit an Bahnhöfen

Zur Frage nach dem Gesundheitszustand des Verdächtigen sagte sie: „Die Tat spricht ja schon dafür, dass man an eine psychische Erkrankung denkt.“ Geplant seien psychiatrische Gutachten, um zu ermitteln, inwieweit der Mann schuldfähig war.

Am Tatort herrschte am Dienstag Entsetzen. Zahlreiche Menschen legten am Bahnsteig 7 des Hauptbahnhofs Blumen, Kerzen und kleine Teddybären nieder. Am Abend soll es im Bahnhof eine öffentliche Andacht geben, an der Vertreter von katholischen und evangelischen Gemeinden teilnehmen werden.

Die Attacke im Hauptbahnhof löste auch eine Debatte über die Sicherheit an Bahnhöfen aus. Der CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor sagte: „Nach dieser furchtbaren Straftat braucht es jetzt rasche und spürbare Konsequenzen für den Täter. Zusätzlich zum Strafverfahren sollten auch aufenthaltsbeendende Maßnahmen diskutiert werden. Darüber hinaus bin ich offen für eine Diskussion über bessere Sicherheitsvorkehrungen an unseren Bahnhöfen.“ Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert bemängelte in der „Bild“-Zeitung eine unzureichende Aufsicht an den Bahnsteigen, außerdem fehle es an den Bahnhöfen an Bundespolizisten.

Passanten und Bahnmitarbeiter legen Blumen und Kerzen in der Nähe des Tatorts am Frankfurter Hauptbahnhof nieder.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, warnte unterdessen vor Nachahmungstätern. Aus Großstädten wie Berlin seien Fälle sogenannter S- und U-Bahn-Schubser schon länger bekannt. „Die Polizei versucht sich nach jedem Fall präventiv besser einzustellen. Bei Taten, die vorsätzlich geschehen, stößt sie jedoch an ihre Grenzen“, sagte Radek dem RND. Angesichts von 5600 Bahnhöfen und Haltestellen in Deutschland dürfe nicht mit schnellen Lösungen gerechnet werden. „Die sind alle so unterschiedlich strukturiert, dass es schwer sein dürfte, ein Konzept für alle zu entwickeln.“ Forderungen nach mehr Personal bezeichnete der GdP-Vize als unseriös.

Eritreische Gemeinde in der Schweiz schockiert

Die eritreische Gemeinschaft in der Schweiz zeigte sich schockiert. Die Menschen seien zutiefst bestürzt, sagte Yonas Gebrehiwet, Mediensprecher des Eritreischen Medienbund Schweiz (EMBS), am Dienstag der Online-Ausgabe der Zeitung „Blick“. Dass ein Kind gestorben ist, sei einfach schrecklich. Die Gemeinschaft fürchte nun die Reaktionen aus der Schweizer Gesellschaft: „Wir haben Angst, dass das Geschehene gegen uns eingesetzt wird“, sagte Gebrehiwet weiter. „So etwas wird benutzt, um Angst und Hass zu verbreiten. Es wird dadurch wieder Öl ins Feuer gegossen.“

Die Schweiz hat mit mehr als 30.000 Eritreern eine der größten Gemeinschaften aus diesem afrikanischen Land. Der Eritreische Medienbund Schweiz, gegründet 2015, versteht sich als Sprachrohr dieser Gemeinschaft.

Die Eritreer in der Schweiz seien wütend auf den Mann, sagte der Sprecher. Gebrehiwet meinte enttäuscht: „Wir selbst setzten uns für eine gerechtere Gesellschaft ein und dann passiert so etwas.“ Der Frankfurter Fall erinnert an eine Attacke, die sich vor gut einer Woche in Voerde in Nordrhein-Westfalen ereignet hatte: Dort hatte ein Mann eine Frau an einem Bahnhof vor einen Zug gestoßen und so getötet.

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