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Stellplätze in Frankfurt : Kleine und große Parksünden

  • -Aktualisiert am

Nimm zwei: Wenn Fahrer kleine und große Parksünden begehen. Bild: Peter Badenhop

Frankfurt hat ein Platzproblem. Denn die Autos wachsen, die Stellflächen jedoch nicht – und dann gibt es da noch den Ärger mit den Doppelparkern.

          Christian Philipp zeigt auf die Bilder der Überwachungskameras in seinem Büro. Dort ist gerade ein Auto zu sehen, das eine Schranke passiert und dabei eine blaue Linie überrollt. „Diese Schleifen fixieren die Ein- und Ausfahrten im Parkhaus“, erklärt Philipp. Sobald ein Fahrzeug die blaue Linie überfahren hat, ändern sich die Zahlen auf Philipps Monitor. Mittlerweile sind 175 der 184 Parkplätze auf der oberen Parkhausebene im Einkaufszentrum „MyZeil“ belegt. Ob alle Autos in Reih und Glied auf den vorgezeichneten Stellflächen stehen oder ob wieder einmal „Doppelparker“ ihren Wagen über mehrere Parkflächen abgestellt haben, ist auf dem Bildschirm nicht zu erkennen. Das sieht Philipp erst, wenn er seinen Kontrollgang unternimmt.

          Philipp ist Parkhausbetreuer. Seit einigen Jahren beobachtet er, dass die Größe der Parkplätze für manche Fahrzeuge nicht mehr ausreicht: „Die Menschen fahren immer größere Autos, sie kaufen sich SUVs und Familienvans“, sagt der Vierzigjährige. Tatsächlich stehen in dem Parkhaus unter dem Einkaufszentrum Dutzende Geländewagen. Die meisten Parkhäuser seien für derartig große Fahrzeuge nicht gebaut worden, erklärt Philipp. Die Autos werden immer größer, doch die Fläche zum Parken bleibe seit Jahrzehnten vielerorts gleich.

          Problem mit den Doppelparkern

          Daher stünden die Fahrzeuge besonders an Wochenenden und in der Weihnachtszeit immer dichter beieinander. Um aus dem Auto auszusteigen, brauchen vor allem Ältere Platz, um sich nicht an den Türen entlangschlängeln zu müssen. Dann werde schon mal außerhalb der Markierung geparkt, sagt Philipp. Wer durch die benachbarten innenstädtischen Parkhäuser Goetheplatz, Hauptwache, Alte Oper und Börse geht, der stellt fest, dass es sich hierbei nicht um ein Einzelphänomen handelt. Immer wieder finden sich Autos, die gleich zwei Parkplätze blockieren. Und Autofahrer, die selbst keine Stellfläche mehr finden und sich über die Doppelparker aufregen.

          Dieser Familienvan hat sich besonders breit gemacht. Er wurde in einem Parkhaus in der Nähe der Börse gesichtet. Bilderstrecke

          Häufig seien sich die Fahrer nicht der Größe ihrer Fahrzeuge bewusst: „Beim Einparken haben sie noch das Ziel, es exakt in die Parklücke zu schaffen, doch dann merken sie, dass sie mit einer Seite bereits außerhalb des vorgesehenen Parkplatzes stehen“, sagt er. Aus Bequemlichkeit verzichteten einige dennoch auf das Umparken. Drei- bis viermal die Woche habe er mit derartigen hartnäckigen Doppelparkern zu tun. Der überwiegende Teil der Parkhauskunden steige jedoch nochmal ins Auto und parke es um. Philipp ärgert dennoch die Bequemlichkeit mancher Kunden. Einige stellen ihre Fahrzeuge sogar auf die Flächen, die zum Aufladen der Elektrofahrzeuge vorgesehen seien, da diese Plätze näher am Ausgang sind. Philipp gibt zu, dass er als Parkhausbetreuer nur wenig Spielraum im Umgang mit Doppelparkern habe. Die Geschäftsbedingungen seines Arbeitgebers, des privaten Parkhausbetreibers Apcoa, sähen hierfür keinen zusätzlichen Tarif oder gar Bußgeld vor. „Wir können nur auf den Kunden warten und ihn ansprechen.“ Aber dafür bleibe meist keine Zeit. Falls es doch gelinge, jemanden darauf hinzuweisen, gebe es die einen, die Verständnis zeigten und Besserung versprächen, und die anderen, die „durch die Decke gehen“. Dann sei es wichtig, ruhig zu bleiben, sagt Philipp.

          Auch bei der städtischen Parkhausbetriebsgesellschaft kennt man das Problem mit den Doppelparkern. In den Parkhäusern verteilen Mitarbeiter Hinweiszettel an die Parksünder und weisen sie darauf hin, dass bei wiederholtem Falschparken ein Entgelt für zwei Plätze berechnet werden müsse. Dies sei jedoch noch nie geschehen, sagt Betriebsleiterin Claudia Kripp. Sie vermute, die Androhung sei Abschreckung genug. Eventuell löst sich das Problem mit den Doppelparkern durch den technischen Fortschritt. Immer mehr Autos verfügen über Parkassistenten, die das Fahrzeug in die richtige Parkposition bringen. Auf Knopfdruck, absolut doppelparkersicher.

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