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Graffiti für Flüchtlingsjungen : Großflächige Botschaft

  • -Aktualisiert am

Weithin sichtbar: Oguz Sen und Justus Becker nutzen die Betonfläche am Osthafen für ihre politische Kunst. Bild: Etienne Lehnen

Oguz Sen und Justus Becker haben in Frankfurt ein 120 Quadratmeter großes Graffiti gemalt - es zeigt das ertrunkene Flüchtlingskind Aylan Kurdi.

          Die Künstler Oguz Sen und Justus Becker haben lange überlegt, ob sie das Motiv malen sollen. Letztlich habe die Kommunalwahl am Sonntag den entscheidenden Impuls dazu gegeben, das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi an die Molenmauer am Osthafen zu malen. „So ein Bild muss man nicht unbedingt in Sachsen malen, mit den Wahlergebnissen der AfD in Frankfurt geht das auch hier“, sagt Sen.

          Etwa 40 Stunden lang haben er und Becker an dem 120 Quadratmeter großen Motiv gearbeitet. Den beiden Frankfurter Künstlern ist wichtig, dass der Vater des ertrunkenen Kindes die Verbreitung des Bildes in den Medien gutgeheißen hat. „Sonst hätten wir es nicht gemacht“, sagt Sen.

          Warum sie das Bild nicht in Syrien malten, wo der Krieg stattfinde, habe ein Passant gefragt. Aber dass nicht jeder damit einverstanden ist, nehmen die Künstler in Kauf. „Wenn ich nur ein Prozent der Leute, die es sehen, damit zum Nachdenken bringe, dann hat es sich schon gelohnt,“ meint Sen.

          Denn was die Flüchtlingskrise angeht, hat der Achtunddreißigjährige eine klare Meinung: „Als Menschen haben wir die Pflicht, anderen zu helfen. Kein Mensch ist illegal.“ Man merkt dem Künstler an, dass ihn das Motiv nicht unberührt lässt. „Aber ich bin froh, dass wir es gemacht haben.“

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