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Elektroschocker und Salzsäure : Geständnis im Prozess um Geiselnahme

  • Aktualisiert am

Tatort Sachsenhausen: Polizisten während eines Einsatzes infolge einer Geiselnahme in Frankfurt-Sachsenhausen im Januar 2014 Bild: dpa

Elf Stunden lang nahm er im Januar in Frankfurt-Sachsenhausen seine frühere Freundin als Geisel. Er hatte einen Elektroschocker und Salzsäure bei sich. Ein SEK rückte an. Nun muss sich Mann vor Gericht verantworten.

          Nach einer stundenlangen Geiselnahme in der Wohnung seiner ehemaligen Freundin sitzt ein 26 Jahre alter Mann seit Mittwoch auf der Anklagebank in Frankfurt. Er räumte zum Prozessauftakt vor dem Landgericht ein, im Januar dieses Jahres die 18 Jahre junge Frau in ihrer Wohnung im Stadtteil Sachsenhausen in seine Gewalt gebracht zu haben.

          Die Motive liegen aber weiter im Dunkeln. Er hatte offenbar Schulden im Rotlichtmilieu. Die Polizei, die mit etwa 100 Beamten am Tatort war, hatte damals stundenlang mit dem Geiselnehmer verhandelt. Lange nach Mitternacht konnte er schließlich in der Wohnung überwältigt werden. Verletzt wurde bei der Aktion niemand.

          Elektroschocker und Salzsäure

          Die heute 19 Jahre alte Frau berichtete als Zeugin, der Geiselnehmer habe die Herausgabe eines Computers verlangt, weil sein Bruder von einem Zuhälter entführt worden sei. „Ich hatte aber große Angst davor, dass er total durchdrehen könnte“, sagte das Opfer vor Gericht. Der Angeklagte habe ihr bereits seit Monaten nachgestellt, er sei sehr eifersüchtig gewesen und habe sie im Verlauf der knapp zweijährigen Beziehung immer wieder geschlagen. Bei der Geiselnahme habe er eine Armbrust sowie einen Elektroschocker und Salzsäure bei sich gehabt. Deshalb gilt eine Mindeststrafe von fünf Jahren.

          Die Strafkammer hat vorerst drei weitere Verhandlungstage vorgesehen. Es soll auch ein psychiatrischer Gutachter gehört werden.

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