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Frankfurt : Früherer Oberbürgermeister Rudi Arndt im Alter von 77 Jahren gestorben

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Als einen herausragenden hessischen Politiker, streitbar und volksnah, haben führende Vertreter von SPD, CDU und FDP den früheren Frankfurter Oberbürgermeister, Landesminister und Europaabgeordneten Rudi Arndt gewürdigt.

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          Als einen herausragenden hessischen Politiker, streitbar und volksnah, haben führende Vertreter von SPD, CDU und FDP den früheren Frankfurter Oberbürgermeister, Landesminister und Europaabgeordneten Rudi Arndt gewürdigt. Der Name des Sozialdemokraten sei mit dem Aufstieg Hessens und der Rhein-Main-Region untrennbar verbunden. Arndt war in der Nacht zum Freitag bei einer Schiffsreise in der ukrainischen Hauptstadt Kiew im Alter von 77 Jahren an Herzversagen gestorben.

          Für den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) gehörte Arndt zu den prägenden Persönlichkeiten hessischer Politik in den sechziger und siebziger Jahren. "Die Dynamik seiner Persönlichkeit", so Koch, "wurde geradezu zum Sinnbild der aufstrebenden Entwicklung." Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) bezeichnete Arndt am Freitag als "eine der markantesten Persönlichkeiten der Landespolitik". Die hessische SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti wies darauf hin, daß Hessen noch heute die Früchte der Politik ernte, die Arndt mitgestaltet habe.

          Aus Sicht des SPD-Bundesvorsitzenden Franz Müntefering war Arndt "ein streitbarer Kämpfer für mehr soziale Gerechtigkeit", der konsequent nach seinen Überzeugungen gehandelt habe. Die FDP-Landesvorsitzende Ruth Wagner, die Arndt als Partner in der sozialliberalen Koalition Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre kennengelernt hatte, erinnert sich an ihn als Pragmatiker, der stets für die gute Zusammenarbeit von SPD und FDP gestanden habe. "Sein Beitrag zum Aufbau unseres Bundeslandes war bedeutend."

          Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) nannte den Verstorbenen einen "leidenschaftlichen, überzeugten Frankfurter", der sich mit aller Kraft für seine Heimatstadt eingesetzt habe. "Rudi Arndt war ein Original, unverwechselbar, eindeutig und dadurch überzeugungsstark", äußerte Roth. "Frankfurt hat er geliebt, mit Frankfurt hat er gelitten. Für Frankfurt hat er sich immer und unverdrossen ins Zeug gelegt."

          Mit Bestürzung und Trauer reagierte der Vorsitzende des SPD-Bezirks Hessen-Süd, Gernot Grumbach, auf die Meldung vom Tode Arndts, der von 1962 bis 1980 Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender des Bezirks gewesen war. "Wir verlieren in Rudi Arndt einen der großen Männer der hessischen Sozialdemokratie, der viele von uns geprägt hat", sagte Grumbach. "Rudi Arndt hat vieles und viele bewegt, und er hat niemanden gleichgültig gelassen."

          Als einen "bodenständigen Internationalisten" und mutigen Politiker würdigte der Frankfurter SPD-Vorsitzende Franz Frey den früheren Oberbürgermeister der Stadt. Einerseits habe dieser sich im Europäischen Parlament für ein offenes und tolerantes Europa eingesetzt, andererseits habe er nie den Kontakt zu Frankfurt und den Bürgern verloren. "Er redete in Worten, die die Menschen verstanden." Die Frankfurter Pröpstin Helga Trösken sprach von einem schweren Verlust für die Stadt und die evangelische Kirche. Sie habe Arndt als einen "zutiefst sozialen Menschen" erlebt, der sich immer für die Sache der Schwachen eingesetzt habe, teilte Trösken mit. "Sein Engagement, seine Freundlichkeit, seine politische Erfahrung und seine Klugheit werden uns fehlen."

          Der in Wiesbaden geborene Arndt entstammte einer sozialdemokratisch geprägten Familie. Sein Vater, ein Gewerkschaftssekretär, und eine Tante starben im Konzentrationslager. 1945 trat Arndt in die SPD ein, wo er dem linken Flügel der Partei zugerechnet wurde, und zog 1956 als Abgeordneter in den Hessischen Landtag ein. Von 1961 bis 1964 war er Vorsitzender der SPD-Fraktion, anschließend gehörte er bis 1971 zunächst als Wirtschafts- und Verkehrsminister, dann als Finanzminister zwei hessischen Landesregierungen an. Von 1971 bis 1977 war er Oberbürgermeister von Frankfurt, wo er für seinen Vorschlag, die im Krieg weitgehend zerstörte Alte Oper ganz zu sprengen, den Spitznamen "Dynamit-Rudi" erhielt. In den siebziger Jahren war Arndt zudem Mitglied im SPD-Bundesvorstand, 1979 bis 1989 saß er im Europäischen Parlament, zuletzt als Vorsitzender der sozialistischen Fraktion. Nach dem Fall der Mauer unterstützte er als ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer den Wiederaufbau der SPD in Thüringen.

          Im Foyer des Frankfurter Römer wird von Montag, 12 Uhr, an bis zur Beerdigung Arndts ein Kondolenzbuch ausliegen, in dem Bürger ihre Anteilnahme ausdrücken können.

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