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Frankfurt : Feldmann verzichtet auf Vorsitz der Aufsichtsräte für Altstadt und Bühnen

Verzichtet auf zwei Mandate, die seine Vorgängerin Petra Roth noch wahrgenommen hatte: Frankfurts neuer Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bild: Eilmes, Wolfgang

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird weder dem Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen noch dem der Dom-Römer-GmbH angehören. Eine Richtungsentscheidung.

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          Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird weder dem Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen noch dem der Dom-Römer-GmbH angehören, die für die Bebauung des Altstadt-Areals zuständig ist. Er verzichtet auf die Mandate und entsendet per Verfügung Kultur-Stadtrat Felix Semmelroth (CDU) und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen). Anders als Feldmann hatte seine Amtsvorgängerin Petra Roth den Kontrollgremien der beiden städtischen Gesellschaften angehört.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Richtungsentscheidung wurde gestern bekannt. Feldmann verkündete, dass er außer dem Aufsichtsrat der Alten Oper auch jenem der Schirn-Kunsthalle angehören wird, aber keine weiteren Mandate im „Kulturbereich“ wahrnehmen wolle. Er habe Vertrauen in Semmelroths Arbeit: „Der Kulturdezernent leistet gute Arbeit für unsere Stadt. Auf einem diffizilen Arbeitsgebiet steuert er das Kulturschiff mit ruhiger Hand“, teilte er mit.

          Planungsdezernent Cunitz übernimmt Vorsitz im Aufsichtsrat der Dom-Römer-GmbH

          Bürgermeister und Planungsdezernent Cunitz übernimmt von sofort an den Vorsitz im Aufsichtsrat der Dom-Römer-GmbH. „Ich freue mich außerordentlich, dass ich dieses für die weitere Entwicklung der Frankfurter Innenstadt so bedeutsame Projekt nun auch als Aufsichtsratsvorsitzender mitgestalten kann“, äußerte er. Auch wegen des bundesweiten Interesses an der Neubebauung des Dom-Römer-Areals sei dies ein ganz besonderes Vorhaben für Frankfurt.

          Die Altstadt soll 2016 fertig sein. In den nächsten Jahren werden etliche Baufortschritte erwartet, die auch zu repräsentativen Auftritten Gelegenheit bieten. Feldmann hatte sich vor allem aus finanziellen Gründen stets skeptisch gegenüber dem Projekt gezeigt. Noch im Wahlkampf hatte er verkündet, dass das Altstadtprojekt als Ganzes zurückgestellt werden könne, um finanziellen Spielraum für in seinen Augen Wichtigeres zu gewinnen. Besonders das Stadthaus hielt er für verzichtbar.

          Cunitz: „Viele sehnen sich nach dem alten Frankfurt zurück“

          Cunitz sagte, in einer sich ständig verändernden Stadt sehnten sich viele Menschen nach dem alten Frankfurt zurück. „Die Altstadtbebauung soll für die Frankfurter ein Identifikationspunkt mit den Wurzeln ihrer Stadt werden.“ Daran wolle er mit großem Engagement mitwirken. Mit der im nächsten Jahr bevorstehenden Errichtung der ersten Hochbauten auf dem Areal gehe dieses bedeutende Projekt in die entscheidende Phase. „Ich bin überzeugt, dass zwischen Dom und Römer ein lebendiges und qualitätsvolles Stadtviertel entsteht, mit einer guten und ausgewogenen Mischung aus Rekonstruktionen und zeitgemäßer Architektur.“

          Noch offen ist, wer für Feldmann aus dem Aufsichtsrat der mehrheitlich vom Land gehaltenen Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte ausscheidet. Der Oberbürgermeister hatte in dieser Woche angekündigt, dass er auch für dieses Kontrollgremium ein Mandat wahrnehmen werde. Die Stadt hält 31 Prozent an der Gesellschaft und ist bisher mit zwei Magistratsmitgliedern, den ehrenamtlichen Stadträten Peter Mensinger und Erika Pfreundschuh (beide CDU), vertreten. Außerdem gehörte der Stadtverordnete Uli Baier (Die Grünen) dem Gremium an. Wer für Feldmann verzichten muss, ist noch offen. Weder Mensinger noch Pfreundschuh sind bisher informiert worden. Feldmanns Sprecher beruft sich darauf, dass der Oberbürgermeister wegen seines Amts das Zugriffsrecht auf einen der Magistratssitze hat.

          DIe Bedeutung der Städtischen Bühnen für die Stadt untermauern

          Dass Feldmann auf den Vorsitz im Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen verzichten werde, war seit einiger Zeit vermutet worden. Gestern betonte er seinen Willen zur Zusammenarbeit mit Semmelroth. „Der Kulturdezernent kann mit meiner Unterstützung rechnen“, ließ er wissen. Semmelroth sagte, die Stadt stehe vor schwierigen Haushaltsverhandlungen, in denen es keinen Grund gebe, der Kultur Sonderopfer abzuverlangen. „Da setze ich auf die Unterstützung des Oberbürgermeisters.“ Opernintendant Bernd Loebe teilte mit, er habe in einem Gespräch mit Feldmann den Eindruck gewonnen, dass diesem die Städtischen Bühnen wichtig seien, er sie durch den Kulturdezernenten aber bestens betreut sehe. Dem habe er nichts zu entgegnen. Ein regelmäßiger Gedankenaustausch sei vereinbart worden.

          Schauspielintendant Oliver Reese äußerte, Semmelroth sei ein engagierter Kämpfer für Oper und Schauspiel und daher ein kenntnisreicher und maßgeblicher Aufsichtsratsvorsitzender. Dass die Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes für den neuen Oberbürgermeister eine Möglichkeit gewesen wäre, die Bedeutung der Bühnen für die Stadt zu untermauern, verstehe sich andererseits von selbst. „Ich bin sicher, dass Peter Feldmann nun andere Wege finden wird, um dies zum Ausdruck zu bringen.“

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