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Zahl der Frankfurter Schüler : Erstmals mehr als 100.000 Kinder

Allein die Grundschulen müssen rund 1000 Schüler mehr als im Vorjahr unterbringen. (Symbolbild) Bild: dpa

Frankfurt hat in diesem Schuljahr so viele Schüler wie noch nie. Doch es muss auch genug Plätze für die Schüler geben. Bildungsdezernentin Sylvia Weber kennt bereits eine Lösung dafür.

          3 Min.

          In diesem Jahr überschreitet die Zahl der Schüler in Frankfurt die Marke von 100.000. Etwa zwei Drittel von ihnen gehen auf eine der 149 öffentlichen allgemeinbildenden Schulen, etwa 7000 auf private allgemeinbildende Schulen. Hinzu kommen rund 26.000 Jugendliche und Erwachsene auf öffentlichen beruflichen Schulen und etwa 1300 auf privaten beruflichen Schulen. Das teilte gestern das Staatliche Schulamt unter Bezug auf die vorläufige Statistik für das gerade begonnene Schuljahr 2019/2020 mit. Die Kultusbehörde führt im Auftrag des Landes die Aufsicht über die Frankfurter Schulen und ist unter anderem für die Zuweisung der Lehrer zuständig.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den Angaben zufolge steigen die Schülerzahlen in allen Altersgruppen, aber nicht in allen Bildungsgängen und Schulformen. Die Grundschulen verzeichnen im Vergleich zum vorhergehenden Schuljahr einen Zuwachs um gut tausend Kinder auf mehr als 25.000. Jeweils leicht zurückgehende Zahlen haben die Hauptschulen und Hauptschulzweige sowie die G8-Gymnasien. Bei den weiterführenden Schulen ist die Zunahme in den Mittelstufen der G9-Gymnasien am stärksten, was aber nicht nur mit der Beliebtheit der Schulform zusammenhängt. Dass die Schülerzahl um mehr als 1800 auf rund 13.600 steigt, liegt zum erheblichen Teil an der Rück-Umstellung auf die neunjährige Gymnasialzeit, die zu einem zusätzlichen Jahrgang in der Sekundarstufe I führt.

          Hauptlast der Inklusion

          Bemerkenswert ist der Zuwachs der Integrierten Gesamtschulen (IGS). Sie zählten im vorhergehenden Schuljahr gut 8700 Kinder und Jugendliche, jetzt sind es knapp 9300. Das hängt auch mit der Integration behinderter Kinder in die Regelschulen zusammen: Die Integrierten Gesamtschulen tragen zusammen mit den Grundschulen die Hauptlast der Inklusion. Auf der anderen Seite sinkt die Schülerzahl an den Förderschulen – im Jahresvergleich um 240 auf nur noch knapp 1900 Kinder und Jugendliche.

          Aber auch ansonsten steigt die Nachfrage nach IGS-Plätzen. Offensichtlich wurde das beim Übergang von der vierten in die fünfte Klasse: Zu diesem Schuljahr bekamen 281 Kinder keinen Platz mehr auf der von den Eltern gewünschten IGS und mussten deshalb auf eine andere Schule dieser Form gehen. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 154 gewesen. Bei den Gymnasien und den Gymnasialzweigen Kooperativer Gesamtschulen verlief die Entwicklung umgekehrt: Sie mussten 2018 noch 362 Schulwünsche ablehnen, in diesem Jahr waren es nur 256.

          Keine Eröffnung neuer Schulen

          Schulamtsleiterin Evelin Spyra sieht in der Verschiebung von den Gymnasien zu den Integrierten Gesamtschulen ein „neues Phänomen“. Es lasse sich noch nicht sagen, wie sich die Präferenzen der Eltern in den nächsten Jahren entwickelten. Es werde jedoch vermutlich bei einem „Lenkungsbedarf“ bleiben, also dabei, dass das Schulamt Viertklässler, deren Wunschschulen ausgebucht sind, auf weiterführende Bildungsstätten mit freien Plätzen schickt. In diesem Jahr sei es gelungen, dabei nicht nur – wie gesetzlich garantiert – den gewählten Bildungsgang zu gewähren, sondern auch dem Wunsch nach der Schulform Gymnasium oder Gymnasialzweig sowie nach einer bestimmten ersten Fremdsprache nachzukommen.

          Freie Kapazitäten hatten in den vergangenen Jahren regelmäßig die neugegründeten unter den weiterführenden Schulen. Diese seien inzwischen jedoch akzeptiert und verzeichneten ein hohes Engagement von Eltern und eine starke Identifikation der Schüler, sagt Carine Kleine-Jänsch, Vertreterin von Spyra und im Schulamt verantwortlich für die Ressourcenverteilung. Zum nächsten Jahr rechnet das Staatliche Schulamt nicht mit der Eröffnung neuer Schulen. Um steigende Schülerzahlen aufzufangen, könnten jedoch, wie es Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) im Interview mit dieser Zeitung in Aussicht gestellt hatte, zusätzliche Klassen an bestehenden Schulen eingerichtet werden.

          Die Versorgung mit Lehrkräften ist nach Angaben Kleine-Jänschs gut: Alle allgemeinbildenden Schulen könnten den Grundunterricht, einen Zuschlag von vier bis fünf Prozent und die Deputate abdecken. Alle Stellen seien besetzt, was jedoch nicht ausschließe, dass es an einzelnen Schulen zum Beispiel wegen Krankheiten oder Schwangerschaften zu Vakanzen komme. Für bestimmte Lehrämter, zum Beispiel Grundschule, sowie Fächer wie Mathematik und Naturwissenschaften geben es allerdings nach wie vor hohen Bedarf. Geeignete Kandidaten, etwa Referendare, die in Bayern oder Baden-Württemberg kurz vor dem Examen stehen, hätten gute Chancen, in Frankfurt eingestellt zu werden.

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