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Problematische Partyzone : Entsetzen über Gewalt auf dem Opernplatz

Spuren der Zerstörung: Am Sonntagmorgen beseitigen Mitarbeiter der Stadt Scherben ean iner Bushaltestelle, die komplett entglast worden ist. Bild: dpa

Nach den Ausschreitungen vor der Alten Oper Frankfurt: Die Polizei ist schockiert über die Eskalation der nächtlichen Schlägerei. Wie sollen die nächsten Wochenenden aussehen?

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          Am Morgen nach der Randale war die Stadtreinigung schnell zur Stelle. In aller Frühe wurden die Scherben zusammengefegt, der Müll wurde abtransportiert. So gut wie nichts erinnert an die Stunden zuvor, als gegen drei Uhr in der Nacht der bisher schlimmste Mob in Corona-Zeiten in der Frankfurter Innenstadt wütete und etwa 500 zumeist junge Männer sich zusammenschlossen, um gegen die Polizei vorzugehen. Polizeipräsident Gerhard Bereswill sagte auf einer Pressekonferenz am Sonntagmittag, es sei „sehr schlimm, was sich heute Nacht entladen hat. Das macht mich fassungslos.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jacqueline Vogt

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dabei hatte der Abend wie an fast jedem Wochenende begonnen. Rund 3000 Menschen hatten sich auf dem Platz vor der Alten Oper versammelt, um zu feiern. Zunächst, so Bereswill, sei die Stimmung friedlich gewesen. Das habe sich gegen ein Uhr jedoch geändert. Zu diesem Zeitpunkt hätten viele, wohl aus diesem Grund, den Platz dann auch verlassen. Übrig blieben vor allem junge Menschen, die teils schon viel Alkohol getrunken haben. Gegen halb drei schließlich seien etwa zwei Dutzend Personen am Lucae-Brunnen aneinandergeraten. Es kam zu einer Schlägerei. Ein Mann wurde den Angaben zufolge dabei so schwer verletzt, dass er auf dem Boden liegen blieb. Als die Polizisten dem Mann zu Hilfe eilen und die Auseinandersetzung beenden wollten, habe sich die Aggression plötzlich gegen die Beamten gerichtet. Weitere umstehende Personen solidarisierten sich mit den Schlägern, die begannen, „unter Johlen und Beifallrufen die Polizisten mit Flaschen zu bewerfen“.

          Die Polizei ging schließlich mit einem Großaufgebot gegen die Randalierer vor. Mehrere Beamte wurden verletzt. Es wurden Polizeiketten gezogen, um zu verhindern, dass sich die Straftäter weiter in der Innenstadt verteilen konnten. Schließlich gelang es, 39 Menschen festzunehmen, darunter eine Frau. Acht der Festgenommenen befanden sich am Sonntagmorgen noch in Gewahrsam. Untersuchungshaft wurde nicht erlassen. Die Festgenommenen sind zwischen 17 und 23 Jahre alt. Neun kommen aus Frankfurt, die übrigen aus dem Umland, unter anderem aus Offenbach, Hanau, Darmstadt, Limburg und Heidelberg. Ein Großteil habe einen Migrationshintergrund. Laut Bereswill wird deshalb auch der jeweilige aufenthaltsrechtliche Status der Personen geprüft.

          Generelle Sperrung des Platzes im Gespräch

          Für Zeugen- und sonstige Hinweise hat die Frankfurter Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet. Dieses ist unter der Rufnummer 0 69/75 55 31 10 zu erreichen. Zudem nimmt die Polizei Bilder und Videos von den Krawallen entgegen. Sie können unter www.polizei-hinweise.de/opernplatz hochgeladen werden.

          Lesen Sie hier den Kommentar: Die Party wird zum Problem

          Inwieweit die Stadt die Feierei auf dem Opernplatz nun weiter tolerieren will, soll am Montag entschieden werden. Dann will sich Sicherheitsdezernent Markus Frank mit Gerhard Bereswill und anderen Vertretern von Stadt und Polizei zusammensetzen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Bereswill sagte, das Ergebnis der Gespräche sei offen, er wolle nichts vorwegnehmen. Aus polizeilicher Sicht stelle sich jedoch die Frage, ob eine generelle Sperrung des Platzes sinnvoll wäre. Diese hätte möglicherweise nur eine Verdrängung zur Folge. „Man wird nun genau überlegen müssen, was man tut.“

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