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S-Bahn in Frankfurt : Ein Tunnel und zwei neue Bahnhöfe

  • -Aktualisiert am

Die nordmainische S-Bahn von Frankfurt nach Hanau Bild: F.A.Z.

Die Pläne für die Nordmainische S-Bahn werden konkreter und noch nie war die Chance so groß, dass das Millionen-Projekt umgesetzt wird. Doch alles hängt von der Frage ab, als wie dringlich das Projekt einzustufen ist.

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          Es sieht mittlerweile gut aus für die Nordmainische S-Bahn. Die Chance, dass die geplanten neuen Gleise von der Konstablerwache in Frankfurt bis zum Hauptbahnhof Hanau tatsächlich gebaut werden, war noch nie so groß. Zwar ist immer noch nicht endgültig klar, ob der Bund das mehr als 400 Millionen Euro teure Projekt mitfinanziert. Und noch klafft offenbar eine Finanzlücke von 60 Millionen Euro. Doch zumindest das Planfeststellungsverfahren hat begonnen. Nun ist nach den beiden Abschnitten Hanau und Maintal auch die Planfeststellung für den Frankfurter Teil der Strecke, der von der Konstablerwache bis Fechenheim verläuft, in die Wege geleitet worden. Die Pläne liegen im Stadtplanungsamt Frankfurt bis zum 11.Februar aus, interessierte Bürger können Einwendungen erheben oder Vorschläge machen.

          Nun hängt alles davon ab, dass die Nordmainische S-Bahn als besonders vordringliches Projekt in den neuen Verkehrswegeplan aufgenommen wird. Weil das Vorhaben in der Nutzen-Kosten-Rechnung nicht den notwendigen Wert für eine Förderung erreicht, müsste der Bund der Argumentation der hessischen Verkehrspolitik und der Kommunen Frankfurt, Maintal und Hanau folgen, wonach auch der Nutzen der neuen Strecke für den Fernverkehr einberechnet werden muss. Gäbe es zwei separate neue Gleise für die S-Bahn, würde sich auf den bestehenden Gleisen die derzeitige Überlastung verringern, es könnten dann mehr Fern- und Güterzüge fahren.

          Nur 20 statt 30 Minuten unterwegs

          Selbst wenn dieses Problem geklärt wäre, könnte mit dem Bau nicht unverzüglich begonnen werden: Zuerst muss das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. Deshalb wollte sich Klaus Vornhusen, Hessen-Bevollmächtigter der Deutschen Bahn AG, die für Planung und Bau der Strecke zuständig ist, jüngst auf einer Bürgeranhörung in der Frankfurter Helmholtzschule auch nicht auf einen Termin festlegen. Zu groß seien die Unwägbarkeiten des Planfeststellungsverfahrens.

          Der Bau selbst wird nach Einschätzung der Bahntechniker etwa fünf Jahre dauern. Die neue Strecke für die S-Bahn verläuft parallel zur bestehenden Bahnlinie zwischen Frankfurt-Süd, Maintal-Ost und Hanau-Hauptbahnhof. Auf den beiden neuen Gleisen sollen S-Bahnen im 15-Minuten-Takt zwischen Konstablerwache und Fechenheim verkehren. Zumindest in der Hauptverkehrszeit wird auch nach Hanau alle 15 Minuten eine Bahn fahren.

          Für die Kunden verkürzen sich die Fahrzeiten von Hanau bis zur Konstablerwache um bis zu elf Minuten, das bisherige Umsteigen in Frankfurt-Ost entfällt. Bisher benötigten Pendler zwischen 27 und 31 Minuten vom Hanauer Hauptbahnhof bis zur Konstablerwache, in der S-Bahn werden sie die Strecke in etwa 20 Minuten bewältigen. Die alte Strecke kann künftig stärker für den Güterverkehr genutzt werden, statt bisher zwischen 66 und 84 Güterzüge werden dort laut Prognose im Jahr 2025 mehr als 120 am Tag unterwegs sein.

          Frankfurt-Ost wird unterirdisch

          Ein Teil des Frankfurter S-Bahn-Abschnitts verläuft unterirdisch, der 1,4 Kilometer lange Tunnel zwischen Konstablerwache und Frankfurt-Ost soll mit einer Tunnelbohrmaschine vorangetrieben werden. An die Oberfläche kommen die Gleise hinter der Schwedlerbrücke. Die dahinter liegende Lahmeyer-Brücke muss verbreitert werden, damit die beiden neuen S-Bahn-Gleise unter ihr hindurchpassen. In der Fortsetzung der Ernst-Heinkel-Straße wird eine neue Bahnüberführung über die Hanauer Landstraße gebaut. Die Wohngebiete links und rechts der Strecke sollen durch Wände vor Lärm geschützt werden, die zusammen 3,5 Kilometer lang sein sollen. Trotz der im Ostpark stehenden Unterkünfte für Obdachlose ist entlang des Parks kein Lärmschutz vorgesehen. Der Verein, der die Wohncontainer dort betreibe, habe darum gebeten, keine Wand zu errichten, gab Vornhusen an.

          Auch die neue Station Frankfurt-Ost wird unter der Erde liegen, unter dem Danziger Platz. Geplant sind zwei Zugänge, einer im Westen, der andere in der Mitte. Zur schon bestehenden U-Bahn-Station soll es eine direkte Verbindung geben, die in vier Minuten zu bewältigen sein wird. Dagegen wird der neue Bahnhof Frankfurt-Fechenheim oberirdisch gebaut. Er ersetzt den Bahnhof Mainkur, dessen Bahnsteige abgebrochen werden sollen.

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