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Drogenszene in Frankfurt : Zustände wie in den Neunzigern dürfen sich nicht wiederholen

  • -Aktualisiert am

Überbleibsel einer Drogennacht Bild: Cornelia Sick

Die Frankfurter Taunusanlage war in den Neunzigern der Treffpunkt der Heroinabhängigen. Der „Frankfurter Weg“ hatte diese offene Drogenszene beendet. Doch nun sind die Junkies wieder da.

          Es müssen mehrere Junkies gewesen sein, die sich in der Nacht in der Taunusanlage versammelt haben. Am Morgen danach liegen Spritzen herum und Alufolien mit eindeutigen Spuren von Heroinkonsum. Auf einer Bank ist ein blutbeflecktes Taschentuch zu sehen. Der ganze Boden ist übersät mit den Hinterlassenschaften einer Drogennacht. Und das, obwohl die Anlage seit vielen Jahren eigentlich als sauber gilt. Die Stadt rühmt sich damit, dass seit Beginn des „Frankfurter Wegs“ die offene Drogenszene so gut wie nicht mehr existiere. Nun droht sie wieder zu wachsen. Nicht nur im Bahnhofsviertel, sondern auch andernorts.

          „Wir können bestätigen, dass insbesondere in der Taunusanlage wieder verstärkt Drogen konsumiert werden“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Polizei. Nach den Worten von Sprecher Alexander Kießling ist das Phänomen schon seit einigen Wochen bekannt. Dass sich vermehrt wieder Konsumenten in die Anlagen zurückzögen, hänge auch damit zusammen, dass die Druckräume nachts geschlossen hätten. „Wir haben diese Entwicklung im Blick“, sagt Kießling. Man sei mit dem Drogenreferat und allen anderen beteiligten Stellen im Gespräch.

          Junkies in „wellenförmiger Bewegung“ unterwegs

          Die Leiterin des Frankfurter Drogenreferats, Regina Ernst, spricht von einer schwierigen Situation. Generell nehme man „keine gravierenden Veränderungen innerhalb der Szene wahr“. Schon gar nicht wolle sie von einer neuen offenen Drogenszene sprechen. „Befürchtungen, dass wir zu einem Zustand wie in den neunziger Jahren zurückkehren, kann ich nicht teilen.“ Jedoch habe auch das Drogenreferat Kenntnis davon, dass sich in der Taunusanlage vereinzelt Personen träfen, um Heroin zu konsumieren. Ernst sieht eine „wellenförmige Bewegung“. Mal seien es mehr, mal weniger. „Darauf reagieren wir natürlich.“

          Die Junkie-Treffen in der Taunusanlage werden laut Ernst deshalb auch Thema in der „Montagsrunde“ sein. Dort widmen sich Vertreter von Polizei, Staatsanwaltschaft, Drogenhilfe und verschiedenen Ämtern der städtischen Drogenproblematik. Kießling sagt, in diesem Kreis sei schon über die Taunusanlage gesprochen worden.

          Auch Obermainanlage im Fokus der Polizei

          Laut Ernst muss nun beobachtet werden, ob sich dieser Ort als Treffpunkt verfestigt. „Der Konsum in Grünanlagen fällt natürlich immer ins Auge und birgt einen Konflikt.“ Umso wichtiger sei es, den Anhängigen rechtzeitig Hilfe anzubieten. Dass Spritzen und anderes Fixerwerkzeug liegen gelassen werden, wird Ernst zufolge nicht toleriert. Mitarbeiter des Projekts Fegerflotte seien schon gebeten worden, verstärkt im Anlagenring nach Utensilien zu suchen und diese einzusammeln. Das tun sie seit vielen Jahren auch schon im Bahnhofsviertel.

          Die Taunusanlage ist nicht die einzige Grünfläche, die in jüngster Zeit als Treffpunkt von Drogenkonsumenten aufgefallen ist. Auch über die Zustände in der Obermainanlage gibt es Beschwerden. Dort treffen sich seit einiger Zeit Rauschgift- und Alkoholkonsumenten. „Auch dieser Treffpunkt ist der Polizei bekannt, und wir gehen auch dort gegen Drogenkriminalität vor“, sagt Kießling.

          In der Obermainanlage versammelten sich vor allem Personen aus der Haschisch-Szene, die sich sonst eher im Allerheiligenviertel aufhielten. Seitdem dort die Polizei verstärkt kontrolliere, hätten sich die Gruppen andere Orte gesucht.

          Erst am Donnerstag fand wieder eine größere Kontrolle im Allerheiligenviertel statt, die unter anderem dazu diente, die Szene zu verunsichern. Rund 30Gramm Marihuana und elf Gramm Haschisch stellten die Beamten sicher. Zwei Personen wurden festgenommen, 22 weitere erhielten einen Platzverweis.

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